„Haben an das Projekt geglaubt“

Nach Aus für Salzachzentrum: Drogeriemarkt einer der großen Verlierer

+
Die Filale nach dem Umzug bietet zu wenig Platz.
  • schließen

Burghausen – Nach der gescheiterten Umsetzung des Salzachzentrums, durch den Investor HBB, will die Stadt ein neues Konzept erarbeiten. Einer der großen Verlierer ist derzeit ein Drogeriekonzern und dessen Kunden.

„Wir haben von Anfang an geschluckt“, erzählt Armin Setzensack, Expansion Gebietsleiter Süddeutschland bei der Müller Handels GmbH & Co. KG, nachdem ihnen mitgeteilt wurde, dass die Stadt Burghausen die Verträge mit dem Investor und Eigentümer Hanseatische Betreuungs und Beteiligungs GmbH (HBB) gekündigt hat, da dieser seinen Vertrag für die Entstehung eines Einkaufscenters nicht erfüllen kann.

Der Drogerie Markt Müller hat seinen Standort in Burghausen wechseln müssen. „Der Mietvertrag in den alten Ladenflächen ist ausgelaufen.Bei einem Neuabschluss hätte es eine Laufzeit von zehn Jahren gegeben“, so Setzensack. Da sie aber an das Projekt geglaubt haben, kam diese Option nicht in Frage. Der ursprüngliche Übergabetermin für eine Ladenfläche im Salzachzentrum war zunächst für den 31. August 2014 geplant. Knapp fünf Jahre später ist man nun in einer zu kleinen Räumlichkeit.

Kleinere Fläche bereitet Sorgen

In dieser könne natürlich nicht das gewohnte Sortiment angeboten werden. Burghausen war nach eigener Firmenaussage ein sehr erfolgreicher Standort, daher war es auch Ziel die Fläche zu vergrößern, um die Kunden noch besser zu versorgen. Die zwei alten Ladenflächen hatten zusammen 1170 Quadratmeter, die im Salzachzentrum hätte nach letzten Planungen 1800 Quadratmeter gehabt.

Ruine statt Einkaufszentrum - dort hätte eine neue Filiale entstehen sollen.

„Expansionstechnisch wäre das für uns ideal gewesen. Es wäre ein Verkaufsstätte für das gesamte Sortiment der Firma Müller gewesen und wir hätten das Sortiment noch deutlich erweitern können“, so Setzensack. Zudem hätte man Synergien schaffen können.Der Umsatz ist seit dem Umzug laut Aussage durch die Verkleinerung der Fläche natürlich zurückgegangen. Besonders die erfolgreiche Pafümerieabteilung musste enorm zurückgeschraubt werden.

Betrieb für Personal und Kunden wichtig

Innerhalb von einem halben Jahr musste sich die Drogerie eine alternative Ladenfläche suchen. „Uns war es wichtig, das Personal weiterzubeschäftigen und eine Präsenz gegenüber unseren Kunden zu zeigen“, erklärt Setzensack den Umzug. Doch aufgrund der mangelnden Alternativen geeigneter Ladenflächen, hat man sich eben für diese Übergangslösung entschieden.

„Die Kunden sehen die Verkleinerung natürlich eher negativ, aber es war die einzige Möglichkeit in Burghausen präsent zu bleiben“ erzählt Setzensack. Das Filialteam versucht indessen seinen gewohnt guten Service auch am neuen Standort weiterhin anzubieten. "Was viele Kunden nicht wissen, ist die Möglichkeit der Bestellung im Online Shop der Müller Homepage, mit Lieferung des breit gefächerten Sortiments in die Filiale", erläutert Setzensack eine Alternative.

Suche nach Alternative - Warten auf Pläne der Stadt

Die Tatsache, dass ausgerechnet ein Drogeriemarkt einer anderen Kette in ihr ehemaligen Ladenfläche umgezogen ist, ist naturgemäß nicht erfreulich, die Suche nach alternativen Flächen, egal ob Kauf oder Miete, läuft indessen weiter. „Über jeden Hinweise sind wir dankbar“, so Setzensack.

Mittelfristig soll aber definitiv eine neue Ladenfläche entstehen, um sich wieder ordentlich präsentieren zu können. Man sei in allen Überlegungen der Stadt involviert und für neue Ladenflächen im Gespräch. Im Juli sollen dazu Workshops der Stadt Burghausen stattfinden, wie die „Neue Mitte“ aussehen könnte. Eine Alternative ist es offenbar, die Marktler Straße mit schönen Stadthäusern inklusive Ladenflächen zu erweitern

jz

Zurück zur Übersicht: Stadt Burghausen

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT