Broschüre über Burghauser Altstadtläden

Vom „Mondkalb“ beim Metzger und dem Potenzial der Grüben

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Veronika Stadlmann mit ihrer Masterarbeit und dem Flyer über die Geschäfts- und Gastronomiebetriebe der Grüben.

Burghausen - Das Potenzial der Grüben analysiert und anhand eines Konzepts für ein Bestandsgebäude konkret veranschaulicht hat die angehende Innenarchitektin Veronika Stadlmann aus Garching.

„STATTGRABEN – Die Altstadtläden in den Grüben in Burghausen“ ist der Titel der Masterarbeit für Innenarchitektur an der Hochschule Rosenheim, die Veronika Stadlmann angefertigt hat. Das Ergebnis der Arbeit zeigt eine Ausstellung in den Grüben 123 und ein Flyer über die Altstadtläden, den die Burghauser Touristik jetzt drucken ließ. Erst nach zwei Berufsjahren darf sich Veronika Stadlmann „Innenarchitektin“ nennen, bis dahin „nur“ den Titel „Master of Arts Innenarchitektur“ tragen. 

Burghauser unterstützten Studentin

Seit Mai arbeitet sie bereits für das renommierte Architektur- und Innenarchitekturbüro „Studio Lot“ in Altötting. Ihren erfolgreichen Studienabschluss hat sich die 26-jährige Garchingerin aber zu einem guten Teil mit ihrer „Einser“-Masterarbeit über die Burghauser Grüben erarbeitet. Auf über 100 Seiten hat sie sich wissenschaftlich der Geschichte und der heutigen Situation dieses markanten Altstadtteils gewidmet und sich dabei auch auf das „seit meiner Kindheit für mich faszinierende Flair der Grüben“, wie sie selbst sagt, eingelassen. 

Veronika Stadlmann vor ihrem Studienobjekt: In dem spätmittelalterlichen Gebäude „In den Grüben 123“  eröffnet heute eine Goldschmiedewerkstatt.

Als Vertiefung konzipierte sie die Neugestaltung eines leer stehenden Altstadtladens im Gebäude mit der Hausnummer 123. Unterstützt wurde die junge Hochschulabsolventin bei ihrem Vorhaben von den verschiedensten Institutionen der Stadt, wie dem Stadtarchiv, dem Fotomuseum, der Burghauser Touristik und der WiföG, der Burghauser Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Auch Ladeninhaber der Grüben haben in vielen informativen Gesprächen geholfen. 

WiföG-Geschäftsführer Anton Steinberger verschaffte Veronika Stadlmann den Kontakt zu Norbert Wagner, der sein Grübenhaus mit der Nr. 123 kürzlich renovierte. Wagner, selbst Bauexperte, stellte der Studentin die Pläne des spätgotischen Wohn- und Geschäftshauses zur Verfügung, mit denen sie sich dann innenarchitektonisch „austoben“ konnte. 

Das „Mondkalb“ in der Metzgerei 

Jahrhundertelang war im Gebäude das Metzgerhandwerk ansässig. Überregional bekannt wurde das Haus durch die „Radlmetzgerei“, ein Radfachgeschäft, das hier von 2009 bis 2015 beheimatet war. Veronika Stadlmann plante in die Räumlichkeiten des Erdgeschosses sowohl einen Laden mit Bezug zur aktuellen „Handwerkermeile Grüben“ als auch ein Tagescafé für junge Leute namens „Mondkalb“. 

Witzig und detailreich in den Gewölben und im innen liegenden Hinterhof in Szene gesetzt, zeigt Veronika Stadlmanns Planung exemplarisch, was man in den alten Gemäuern der Grübenhäuser umsetzen könnte. Die Konzeptstudie für dieses Laden-Lokal-Ensemble wird zwar nicht in die Realität umgesetzt werden, aber der Ladenraum wird tatsächlich heute offiziell eröffnet als neue Verkaufs- und Werkstätte der Goldschmiedin Ute Schmidt

„Das nehmen wir zum Anlass, um Frau Stadlmanns Masterarbeit in einer Ausstellung mit Modellen und Info-Stellwänden der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärt Touristik-Geschäftsführerin Sigrid Resch. Vier Wochen lang kann dann zu den Ladenöffnungszeiten von Goldschmiedin Ute Schmidt (Donnerstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr) die Ausstellung besucht werden. Ausstellungsort ist der Eingangsbereich im Grüben-Haus 123. Veronika Stadlmann wird am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr vor Ort sein und für Fragen zur Verfügung stehen. 

Grüben-Flyer für Burghauser und Besucher 

Die Stadt nutzt zudem ein „Nebenprodukt“ von Veronika Stadlmanns Masterarbeit: Einen Flyer mit allen Grübengeschäften und Gastronomiebetrieben. „Ich wollte als Zusatzarbeit einfach gleich alle Läden porträtieren, da war ich kaum einzubremsen und habe den Flyer konzipiert“, lacht die sympathische junge Dame. 

Die Burghauser Touristik hat die quadratische kleine Broschüre nun drucken lassen und wird diese mit Eröffnung der Ausstellung und der Goldschmiedewerkstatt der Öffentlichkeit vorstellen, als nützliches Marketing- und Informationsmedium für Burghauser und Besucher

Nachhaltiger als Neubauten?

„Meine Masterarbeit hat auf jeden Fall einen riesen Spaß gemacht und zeigt das tolle Potenzial, das man in den Grüben bei so manchen Leerständen noch nützen könnte“, sagt Veronika Stadlmann. Konzepte für historische Gebäudebestände seien schließlich ein wichtiges Aufgabengebiet der Innenarchitektur „und sie haben oft naturgemäß einen nachhaltigeren Charakter als für Neubauten“, ist sie überzeugt.

Pressemitteilung Burghauser Touristik GmbH

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