"Wie ein Tornado voller Bienen"

2017: So viel Bienenschwärme gab es noch nie!

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Einen Bienenschwarm zu fangen, bedeutet teilweise waghalsige Aktionen.
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Burghausen: In der innsalzach24-Region gibt es so viel Bienenschwärme wie noch nie. Ein gutes Zeichen, jedes Mal wieder imposant aber absolut ungefährlich.

Die einen sagen „imposant“ dazu. Für andere wecken sie Erinnerungen an das Horrorfilm-Genre, wo Bienen schon mal gern Rache nehmen an den Menschen und zu unkontrollierten Monstern werden: Bienenschwärme. Zu tausenden fliegen Maja und ihre Freundinnen derzeit zusammen mit der jeweils „alten“ Königin durch die Lüfte der Region. Das ist ganz sicher „imposant“ aber garantiert ungefährlich. innslazach24.de hat mit einem gesprochen, der es wissen muss:

"Möglicherweise macht die Natur Albert Einstein einen Strich durch die Rechnung: So viel Bienenschwärme gab es noch nie!", sagt Imker Christian Müller.

Als würde die Natur versuchen, für einen Ausgleich zu sorgen“. So beschreibt Imker Christian Müller aktuell das bisherige Bienenjahr 2017. Viele Bienenvölker hätten den Winter nicht überlebt. Umso freudiger beobachte er das Phänomen der außerordentlich vielen Schwärme dieses Jahr. Schließlich würden sie erfolgreiche Vermehrung bedeuten, also wieder mehr Bienen.

Wie es zu einem Bienenschwarm kommt:

Fühlt sich ein Bienenvolk bereit, zieht es sich eine neue Königin. Die Regentschaft der alten endet mit dem Schlüpfen der Jungkönigin.

Der Schwarm steht für die Vermehrung eines Bienenvolkes“, erklärt Christian Müller. „Fühlt sich ein Bienenvolk bereit, zieht es sich eine neue Königin. Die Regentschaft der alten endet mit dem Schlüpfen der Jungkönigin.“ Daraufhin teilt sich das Volk. Tausende Bienen verlassen zusammen mit der bisherigen Königin den Stock und begeben sich auf eine ungewisse Reise voller Gefahren wie

  • schlechtem Wetter,
  • Vögel als Fressfeinde oder
  • der Varroamilbe.

innsalzach24.de berichtete.

„Tornado voller Bienen“

Verlässt ein Schwarm den Stock so ist dies immer ein imposantes Schauspiel. „Meine Schwester bezeichnete es einmal als ´Tornado voller Bienen´“, erinnert sich Christian Müller. „Ein Schwarm beinhaltet ca. 10000 Bienen, manchmal auch mehr. Wie ein kleiner Wasserfall sieht es aus, wenn sie aus dem Stock herausströmen.“

Schwärme sind ungefährlich und keine Gefahr“, gibt Müller trotz des beeindruckenden Anblicks zu bedenken. Nix da also, von wegen Horrorfilmvorstellungen, im Gegenteil: „Bienen im Schwarm interessieren sich nicht für die Menschen. Ihr einziger Gedanke gilt der Königin und der Suche nach einem sicheren Zuhause.“

„Schwärme sind ungefährlich und keine Gefahr“, gibt Müller trotz des beeindruckenden Anblicks zu bedenken. Zum vollen Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Ein normaler und vernünftiger Abstand zum Schwarm reduziert das Risiko eines Stiches fast komplett. Natürlich kann man das niemals gänzlich ausschließen, eine panische Reaktion ist aber unnötig. Will man dem Naturschauspiel nicht folgen dann geht man einfach weiter.“

2017: So viel Bienenschwärme gab es noch nie!

Schwarm-„Schwärmerei“

„Als ich mit der Imkerei begann, sprach sich mein neues Hobby schnell herum und es dauerte nicht lange, da erhielt ich einen Anruf eines Bekannten: Ein Schwarm war in seinem Garten gelandet“, erinnert sich der heutige Imker. „Mit so gut wie keiner praktischen Erfahrung, konnte ich den Schwarm aber einfangen.“

Bienen sind fixiert auf ihre Königin. Sie folgen ihr. Hat man die Königin, kommen die Bienen nach.

Das Prinzip dahinter ist relativ einfach. Bienen sind fixiert auf ihre Königin. Sie folgen ihr. Hat man die Königin, kommen die Bienen nach. Problem nur: So ein Schwarm auf Erkundungstour nach einem neuen Zuhause setzt sich nicht immer an einem Ast in bequemer Kopfhöhe des Imkers ab, von dem aus dann Späher-Bienen ausgesendet werden.

Einen Bienenschwarm zu fangen, bedeutet teilweise waghalsige Aktionen.

Das bedeutet für den Imker teilweise waghalsige Aktionen: „Ich erinnere mich an einen Schwarm, der sich an einer Dachrinne niedergelassen hatte. Ich würde die Höhe auf ca. 10 Meter schätzen. Mit einer langen Leiter versuchten mein Vater und ich, diesen zu fangen .“ Diesen Schwarm konnten sie nicht einfangen. „Zumindest weiß ich jetzt, dass ich keine Höhenangst habe“, scherzt Müller.

  • Burgbienen,
  • Biergarten- und Bierfassbienen (innsalzach24.de berichtete),
  • Bienen in einem Torbogen auf der Burg in Burghausen.
Möglicherweise macht die Natur Albert Einstein einen Strich durch die Rechnung: So viel Bienenschwärme gab es noch nie!

Vieles hat Christian Müller schon erlebt in der Zeit der Bienenschwärme. Nach Möglichkeit immer an seiner Seite: Vater Hannes. „Schwarmfangen alleine ist müßig, zu zweit geht es meistens besser“, ist Christian Müller überzeugt. „Mein Vater begleitete mich am Anfang immer wieder und nun hat er sich zum eigentlichen Schwarmfänger unserer Familie entwickelt. Ich bin ihm sehr dankbar.“

Wenn eine Biene sticht bedeutet das ihren Tod

„Gestochen wurde ich beim Schwarmfang nur selten“, sagt Christian Müller.

Gestochen wurde ich beim Schwarmfang nur selten“, sagt Christian Müller. „Einmal fielen mir beim Abschütteln der Schwarmtraube etwa 10 Bienen am Eimer vorbei direkt in den Ärmel. Die Bienen bekamen Panik und stachen.“ Enge Ärmelbündchen – das wäre es gewesen. Müller ertrug den Schmerz und machte sich selbst mehr Gedanken um die Bienen, „denn nach einem Stich verliert eine Biene ihren Stachel und muss dafür Ihr Leben lassen."

Sind alle dann im Eimer, wird der Schwarm 1-2 Tage in "Kellerhaft" genommen“, erklärt Müller weiter. „Ein Keller oder ein anderer geeigneter Raum deshalb, weil er kühl und dunkel ist und die Bienen so ruhig bleiben und nicht überhitzen können.“ Erforderlich sei die „Kellerhaft“, damit die Bienen ihren Futtervorrat verbrauchen. „War das Volk krank könnten sich im mitgenommen Futter noch Sporen z.B. der amerikanischen Faulbrut befinden.“ Das Risiko, sich durch den Schwarm Krankheiten in den Stock zu holen, könne so minimiert werden.

Nach dem kurzen Aufenthalt im Schwarmfangeimer werden die Bienen in eine Beute eingesetzt.“ Das heißt so viel wie, dass sie umziehen in eine neue Behausung am Stand des Imkers. „Ein Schwarm baut in den folgenden Tagen sehr rasch die gegebenen Waben aus und mit Glück schenkt er seinem Imker noch im selben Jahr für die Rettung noch das ein oder andere Glas leckeren Honig.“

rw/Pressemeldung Alztal Honig

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