Millionenprojekt Hallenbad-Erweiterung in Burghausen

Magnetwirkung verstärken: Wie "drei" Wasserrutschen dabei helfen sollen

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Der geplante Rutschenturm für das Hallenbad in Burghausen in Planskizze. Gelb ist die Einfachrutsche mit 13 Metern Länge. Blau ist die Doppelrutsche mit 140 Metern Länge.
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Burghausen - Das Hallenbad soll schöner werden. Mehr Komfort soll mehr Gäste locken und für die jüngeren Gäste soll es ein ganz besonderes Highlight geben: Die längste Rutsche in vergleichbaren Einrichtungen weit und breit.

Seit März steht fest, dass das Hallenbad bis 2021 umfangreich erweitert werden wird: Eine Millioneninvestition. Auf der Stadtratssitzung haben Bäderleiter Markus Günthner und Architekt Josef Krautloher den aktuellen Stand der Planungen vorgestellt.

Alles in allem soll das Hallenbad der Bäder Burghausen größer werden. Eine durchgängig gestaltete Außenfassade, eine einladende Eingangshalle, ein größeres Solebecken, ein größeres Restaurant, doppelt so viele Liegeplätze wie zuvor. Das alles kostet viel Geld. Derzeit stehen zwischen 12 und 18 bis 19 Millionen im Raum.

„Große Lösung“ statt modulare Erweiterung

Für so manches Stadtratsmitglied war es nicht ganz leicht, sich für einen Fortgang der Planungen auf Basis der „großen Lösung“ zu entscheiden. Stand jetzt ist der vorgelegte Entwurf nämlich keine praktikable Modularlösung, also dass man hier und da Geld einsparen könnte. Der jetzige Plan ist nach den Worten von Günthner, Krautlohner und Erstem Bürgermeister der Stadt für die Zukunft gedacht.

Der Grundriss für die geplante Erweiterung des Burghauser Hallenbads

Wenn man aus diesem Konzept etwas wegstreicht, könne es sein, dass man in wenigen Jahren erneut an die anstehende Erweiterung herangehen muss. So sei beispielsweise die geplante Unterkellerung des neuen und größeren Ruheraums vorausschauend gedacht. Auch wenn dieser Keller vielleicht noch nicht voll genutzt werden wird: Auf absehbare Zeit würden die technischen Anlagen im Bad erneuert werden müssen und hier sei dann Raum dafür, ohne dass man das Bad komplett aufreißen muss.

Eine Millioneninvestition in die Zukunft

Das steht aktuell auf dem Wunschzettel für das „neue“ Hallenbad:

  • Der zentrale Eingangsbereich für alle Besucher (Hallenbad und Sauna/bei Bedarf auch Freibad) wird in Form einer zentralen Eingangshalle größer (4 x so groß, wie der jetzige Kassenraum). Die Verwaltung zieht in das Obergeschoss darüber. 
  • Das Restaurant wird größer (3 x so groß wie jetzt). Beim Restaurant müsse dringend etwas getan werden. Der Grund: Neue, schärfere Vorschriften in punkto Hygiene. Soll heißen: Pommes am Beckenrand sind nicht gut.
  • Die Lieferwege für das Restaurant und allgemein das Hallenbad sollen verbessert werden. Der Zugang für Badegäste und der neue Eingangsbereich, sollen vom Lieferverkehr freigehalten werden. 
  • Das Solebecken soll größer und in Edelstahl ausgeführt werden. Vorteil Edelstahl: Das Becken hält länger und ist schneller zu bauen. 
  • Die Gebäudeseiten werden als durchgängig gestaltete Außenfassade ausgeführt. 
  • Die Anzahl der Liegeplätze wird verdoppelt. Das geht aufgrund des Flächengewinns durch die Erweiterung. 
  • Schwimmkurse sollen nicht mehr im normalen Schwimmbetrieb stattfinden. 
  • „Welt der Elemente“: Es ist eine Art Erlebnisgang, bei dem man Wasser erleben kann, computergesteuert mit Licht und Soundeffekten. 
  • „Aqua Parcours“: An der Hallendecke befestigt kann er in das Becken gelassen werden. Ober- und unterhalb der Wasseroberfläche gibt es allerhand sportlichen Spaß. Wie ein Trim-Dich-Pfad im Hallenbad. 
  • Eine Doppelrutsche und eine Einfachrutsche mit 140 bzw. 130 Metern Länge: So etwas gebe es in vergleichbaren Einrichtungen in einem Umkreis von 160 Kilometern um Burghausen nicht.

Der Rutschenturm im Detail:

Insgesamt sind es drei Rutschen: eine Doppelrutsche (140 Meter) und eine Einfachrutsche (130 Meter). Beide schlängeln sich in einem rund 14 Meter hohem Turm nach unten.

Der geplante Rutschenturm für das Hallenbad in Burghausen in Planskizze. Gelb ist die Einfachrutsche mit 13 Metern Länge. Blau ist die Doppelrutsche mit 140 Metern Länge.

Bei der Doppelrutsche können jeweils zwei Badegäste gegeneinander rutschen, wer schneller unten ankommt. 

Die geplante Doppelrutsche für das Hallenbad in Burghausen

Bei der Einfachrutsche gibt es auf dem Weg nach unten Licht und Soundeffekte.

Die geplante Einfachrutsche für das Hallenbad in Burghausen

Für alle "drei" Rutschen gibt es eine Zeitmessung und zur Sicherheit eine Ampelsteuerung. So kann auf jeder Rutsche immer nur einer unterwegs sein

"Wir bauen es nicht für die Burghauser Bürger"

Das sagte Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl auf Nachfrage von mehreren Stadträten zu den geschätzten Kosten, die zwischen 12 und 18 bis 19 Millionen Euro liegen sollen, "nicht nur". Das "neue" Hallenbad mit seinen vielen neuen Features sei eine Investition insbesondere in die finanzielle Leistungskraft der Stadt. 14.000 Pendler würden jeden Tag in die Salzachstadt kommen. Sie seien der Garant dafür, dass Burghausen finanziell gut dasteht. Die Rechnung ist einfach: Geht es den Arbeitnehmern gut, geht es der Industrie gut. Geht es der Industrie gut, geht es der Stadt gut. Burghausen müsse seine Magnetwirkung behalten. Dazu gehöre neben der Kultur- und Einkaufsstadt auch ein attraktives Freizeitangebot, für Pendler wie für Gäste von außerhalb.

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