Luther-Theaterstück mit Bezügen in die Gegenwart

Die Mechanismen der Macht 

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Der bekannte Schauspieler Carsten Klemm spielt die Rolle des Martin Luther.

Burghausen - Die Zeiten ändern sich, die Mechanismen bleiben dieselben - auch heute noch. Das zeigt ein Theaterstück, in dem es "eigentlich" um Martin Luther und Thomas Münzer geht.

Seit Jakob Fugger bestimmen Finanzdynastien das Weltgeschehen. Die Aktualität der Originaltexte in Bezug auf die Mechanismen der Macht und die durch Global Player angetriebene Verquickung von Wirtschaft und Politik ist erschreckend. „Die Verkleidungen wechseln, die Machtstrukturen bleiben die gleichen“, so der Autor des Stücks Dieter Forte. Das politische Explosivpotential des Themas – die Mechanismen der Macht – ist wie gemacht für die Gegenwart, geht es doch um Bankenkrisen, Staatsbankrotte und um die jede Solidarität ausschließenden, zerstörerischen Auswirkungen des wirtschaftlichen Ungleichgewichts zwischen Arm und Reich

Der Drahtzieher saß in Augsburg

Das Eurostudio Landgraf kommt mit dem Gastspiel am 18. Mai um 20 Uhr in den Burghauser Stadtsaal. „Martin Luther und Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ ist das letzte Schauspiel der Saison. Das Stück spielt von 1514 bis 1525. Die Bezüge zu unserer Zeit sind klar und unübersehbar. Es geht um Menschen im Netz der Macht. Es geht um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation. 

In spannenden Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle eher mehr als weniger verstrickt sind.

Ein Stück von internationaler Bedeutung

 „Martin Luther…“, 1970 uraufgeführt, ist ein Paradebeispiel für den Siegeszug eines Stücks. Auf 40 Bühnen in zehn Ländern sorgte Fortes mit ebenso scharfsinnigem wie scharfzüngigem Humor geschriebenes Stück bei Zuschauern wie Kritikern für Furore. Die weltweiten Aufführungen unter anderem in den USA, in Japan, Frankreich, Italien, Rumänien, Ungarn, in der Türkei, den Niederlanden und in der UdSSR beweisen mehr als alles andere die Bedeutung des Werkes. Es gibt nur wenige deutsche Dramatiker mit vergleichbarer, geradezu überwältigender internationaler Zugkraft

In der Tradition des Dokumentartheaters eines Heiner Kipphardt („In der Sache J. Robert Oppenheimer“) oder Peter Weiss („Die Ermittlung“) montiert der auf Tatsächlichkeit bedachte Forte Original- und fiktive Texte in authentische historische Szenen und Situationen. Zusammen mit den Dokumentardramen „Jean Henry Dunant oder Die Einführung der Zivilisation“ (1978) und „Das Labyrinth der Träume oder Wie man den Kopf vom Körper trennt“ (1983) bildet das Schauspiel „Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ eine Theater-Trilogie, die – wie Forte sagt – „…den europäischen Konflikt zwischen Vernunft und Glaube von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert verfolgt“. 

Karten gibt es im Burghauser Bürgerhaus, Telefon 08677/97400, in der Burghauser Touristik, Tellefon 08677/887140 und bei allen Inn-Salzach-Ticket-Vorverkaufsstellen, auch als print@home. Beginn ist wie immer 20 Uhr.

Pressemitteilung Stadt Burghausen

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