Polizei verhaftet drei Tatverdächtige

SEK-Einsatz nach stundenlanger Folter

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Archivbild: Eine der Festnahmen soll im Hunderterblock stattgefunden haben.
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Burghausen - Am Sonntagabend hat die Polizei ein Trio festgenommen. Der Vorwurf: Sie sollen einen Mann über Stunden in einer Wohnung in Burghausen grausam misshandelt haben.

In der Nacht auf Sonntag, 26. Januar, wurde ein 32-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis in einer Wohnung mehrere Stunden festgehalten, körperlich schwer misshandelt und zur Herausgabe von Bargeld und EC-Karte aufgefordert. Drei Tatverdächtige konnten noch am Sonntagabend festgenommen werden. Sie werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

Eine verhängnisvolle Bekanntschaft

Am Samstagabend, 25. Januar, befand sich das spätere Opfer in einer Burghauser Gaststätte und lernte dort einen 20-jährigen Burghauser kennen. Bereits nach kurzer Zeit forderte dieser vom 32-jährigen einen kleineren Geldbetrag als „Leihgabe“. Zunächst gab ihm der 32-Jährige 20 Euro, um Ruhe zu bekommen. Einige Minuten später, vor dem Lokal beim Rauchen, schubste ihn der 20-Jährige unvermittelt zu Boden und entnahm aus der Geldbörse, die dabei herausgefallenen Geldscheine. Es handelte sich um einen kleineren Betrag.

Der Geschädigte begab sich nun zur Polizeiinspektion Burghausen und erstattete Anzeige gegen den zunächst Unbekannten. Nach erfolgter Anzeige ging er sich wieder ins Lokal zurück und traf dort auf den einen 22-jährigen Burghauser, der ihn, nach einem gemeinsamen Einkauf von alkoholischen Getränken in einer naheliegenden Tankstelle, zu sich in die Wohnung in der Anton-Riemerschmied-Straße in Burghausen einlud. Dieser Einladung folgte der Geschädigte zunächst freiwillig und arglos. In der Wohnung traf er jedoch auch auf den ersten Kontrahenten, den 20-Jährigen.

Tür verschlossen - Schläge und Tritte

Im weiteren Verlauf der Ereignisse, versperrte ein Tatverdächtiger die Wohnungstür, um ein Entkommenen des 32-Jährigen zu verhindern und forderte unter Schlägen und Fußtritten und weiteren schweren Misshandlungen die Herausgabe von Bargeld und EC-Karte, sowie der dazugehörenden PIN. Nachdem beim 32-Jährigen jedoch auch nach einem mehrere Stunden andauernden Martyrium nicht mehr Geld zu erlangen war, erpresste man ihn, er solle eine gewisse Summe in Bargeld bis zum nächsten Tag übergeben.

Um der Drohung noch mehr Wirkung zu verleihen und den 32-Jährigen davon abzuhalten, zur Polizei zu gehen, erschien in den frühren Morgenstunden des Sonntags ein weiterer Tatverdächtiger, ein ebenfalls 22-jähriger Burghauser, der den Geschädigten maskiert mit einer vermeintlich „scharfen“, aber täuschend echt aussehenden Pistole massiv bedrohte.

Der erste Tatverdächtige stach dem Geschädigten noch mit einem Messer in den Oberschenkel und übergoss ihn an Kopf und Oberkörper mit brühend heißem Wasser. Letztendlich wurde der 32-Jährige gegen 9 Uhr aus der Wohnung entlassen. Das schwer verletzte Opfer begab sich zu einem Bekannten, der ihn in die Kreisklinik Burghausen brachte, wo seine Brandverletzungen, seine Stichwunde und die übrigen Verletzungen versorgt wurden. Sein Bekannter verständigte auch die Polizei.

Zwei Zugriffe durch das SEK

Die Polizeiinspektion Burghausen und die Kriminalpolizei Mühldorf haben daraufhin die weiteren Ermittlungen übernommen, die zunächst zu den beiden ersten Tätern, welche gemeinsam die Tatwohnung bewohnten, führten. Am frühen Sonntagabend, gegen 18.45 Uhr, konnten die Tatverdächtigen mit Unterstützung des Sondereinsatzkommandos, welches aufgrund der Gefährlichkeit der Täter angefordert worden war, widerstandslos in ihrer Wohnung festgenommen werden.

Die weiteren Ermittlungen führten zu einem 22-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Burghausen, dem bewaffneten Maskenträger, der gegen 22.30 Uhr ebenfalls in seiner Wohnung durch SEK-Kräfte festgenommen wurde. Dort konnte auch die mutmaßliche Tatwaffe, eine äußerlich täuschend echt wirkende Gaspistole, sichergestellt werden. Ebenfalls eingesetzt waren die Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, ein Vertreter der Stadt Burghausen, das BRK und die Freiwillige Feuerwehr Burghausen.

Eine der Verhaftungen soll im sogenannten "Hunderterblock" stattgefunden haben, wie unserer Redaktion berichtet wurde. Die Polizei soll dort gewaltsam die Tür beim Zugriff gewaltsam die Tür geöffnet haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein werden alle drei Tatverdächtigen zur Prüfung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / redis24

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