Ein musikalisch-literarischer Abend im Kloster Raitenhaslach

Kennen Sie das Fräulein Pollinger?

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Johanna und Veronika Bittenbinder betrachten die unterschiedlichen Frauenbilder damals und heute. Ein spannendes Projekt mit Musik und viel Gefühl.

Burghausen - Lebenswelten junger Frauen - damals in den 1920er Jahren und heute, knapp 100 Jahre später - das präsentiert das popmusikalisch-literarische Projekt der Schauspielerin Johanna Bittenbinder und ihrer Tochter Veronika.

Am 21. Oktober um 20 Uhr liest in der Aula Maior des Klosters Raitenhaslach die Mutter aus Romanen von Ödon von Horváth. Die Tochter übernimmt den musikalischen Part mit eigenen Songtexten – direkt, humorvoll, poetisch und inspiriert von Soul, Funk und Jazz. Das ist so verschieden und passt doch zusammen, weil es im Kern um das Gleiche geht. Hier die Lebenswirklichkeit mit gewissen Zwängen und dort die Hoffnungen und Sehnsüchte, gesehen aus einer weiblichen Perspektive.

Eine Blaupause junger Frauen im Aufbruch

Fräulein Pollinger ist eine von Ödon von Horváths weiblichen Lieblingsfiguren. Man begegnet ihr in den Romanen „Sechsunddreißig Stunden“ (1928/1929) und „Der ewige Spießer“ (1930) sowie im Fragment „Stunde der Liebe“. Mal heißt sie Agnes, mal Anna oder einfach nur Fräulein Pollinger. Sie ist arbeitslos, träumt von einem besseren Leben und vom Glück zu zweit. Sie verkörpert das Leben der vielen jungen Frauen im Aufbruch, die als Angestellte in den 1920er Jahren zum ersten Mal ihr eigenes Geld verdienen. 

Ein Frauenleben zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Veronika Bittenbinders ausgereifte Songtexte erzählen vom heutigen Frauenleben zwischen gesellschaftlichen und selbst auferlegten Erwartungen und großen Sehnsüchten nach Freundschaft, Liebe und Verlässlichkeit. Ihre sinnlich-zarte Stimme und die jazzigen, souligen oder funkigen Grooves ihrer Band unterstreichen diesen Kontrast.

Johanna Bittenbinder ist Schauspielerin und aus vielen Film- und Fernsehproduktionen bekannt (Tatort, Bulle von Tölz, München 7, Filme von Marcus H. Rosenmüller). In den Niederbayernkrimis des Bayerischen Fernsehens „Sau Nummer vier“ (2010) und „Paradis 505“ (2013) spielte sie die Polizeiobermeisterin Gisela Wegmeyer. Zuletzt war sie für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für ihre Rolle in dem ZDF-Film „Zwei allein“ nominiert.

Der Kulturbus fährt Sie hin!

Auch zu den Sonderveranstaltungen im Kloster Raitenhaslach am 21. Oktober (Literarischpopmusikalischer Abend mit Johanna Bittenbinder) und 2. Dezember (Stofferl Well & die Bäslebriefe) wird ein Kulturbus eingesetzt. Den genauen Fahrplan gibt es auf der städtischen Homepage unter www.burghausen.de/kultur. Eine Anmeldung für den Bus ist nicht nötig. Karten gibt es im Burghauser Bürgerhaus, Telefon 08677/97400, in der Burghauser Touristik, Telefon 08677/887140 und bei allen Inn-Salzach-Ticket-Vorverkaufsstellen, auch als print@home. Beginn ist wie immer um 20 Uhr.

Pressemitteilung Stadt Burghausen

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