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Lesung mit Musik am 9. Mai im Bürgersaal

Eva Karl Faltermeier über den „Grant der Frau“, die Pandemie und ihr spezielles Verhältnis zu Burghausen

Tough, alleinerziehend, begabt: Power-Mama Eva Karl Faltermeier liest in Burghausen aus ihrem Buch vor.
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Tough, alleinerziehend, begabt: Power-Mama Eva Karl Faltermeier liest in Burghausen aus ihrem Buch vor.

„Der Grant der Frau“ ist der Titel des Buches, aus dem die Autorin am 9. Mai in Burghausen selbst vorliest. Im Intermezzo wird sie voraussichtlich auch singen. Die bekennende Feministin aus der Oberpfalz nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet davon, wie es ist, vor dem Abgrund zu stehen. Teil 1 des Gesprächs mit innsalzach24.de.

Burghausen - Auf ihrer Lesereise immer mit dabei ist die vielseitige Musikerin Maria Hafner, die den Geschichten der Autorin sonore Begleitung verleiht. Eva Karl Faltermeier kennt Burghausen bereits und verfügt sogar über ein kleines Netzwerk in der Stadt. Gut zehn Tage vor dem Auftritt musste sie sich jedoch vorübergehend krankmelden.

Sie werden nicht nur vorlesen, sondern auch singen. Geht das schon nach Ihrer Covid-Infektion?
Das hoffe ich, dass ich bis zum 9. Mai wieder vollständig gesund bin. Leider hatte es mich Ende April 2022 nach vier Covid-Impfungen noch einmal erwischt. Die Erkrankung schlaucht mich schon, obwohl die erste Infektion schlimmer war. Ein Bühnenprogramm kann für den Künstler sehr anstrengend sein. Dass muss man bei vollen Kräften sein. Und wenn ich auf die Bretter gehe, gebe ich alles.
Was könnte Sie noch davon abhalten, am 9. Mai in der Herzogstadt aufzutreten?
Mein Ex-Mann, mein Sohn und meine Eltern. Wir sind alle eingefleischte Fans vom SSV Jahn Regensburg. Und im Fußball ist der SV Wacker Burghausen einer der größten Rivalen. Die Stadt ist daher ein Sport-Tabu. Die Duelle waren von Seiten der Fans vor allem in der Regionalliga Bayern bis 2016 extrem. Mittlerweile ist der SSV Jahn dem SV Wacker ja glücklicherweise weit voraus und spielt in der 2. Bundesliga (lacht).
Aber es gibt ja noch viel mehr Schönes in Burghausen außer Fußball.
Absolut. Die Stadt sieht aus wie aus einem Bilderbuch. Ich habe früher schon auf der Burg an einem Poetry-Slam teilgenommen. Und ich liebe das Wöhrseebad und das Baden im Wöhrsee. So ein Idyll mitten in der Stadt zu haben, ist purer Luxus. Toll sind auch die Nähe zu Österreich und der österreichische Dialekt, den man dadurch überall hört. Ich viele Freunde und gute Bekannte in Burghausen. Ich freue mich, bald wieder da zu sein.
Muss man bzw. Frau grantig sein, um aus dem Buch „Grant der Frau“ vorzulesen?
Manchmal muss der Vulkan ausbrechen. Viele Anekdoten entspringen Alltagserlebnissen, sind oft überspitzt, humoristisch. Es geht um die Grenzen, an die eine moderne, emanzipierte Frau leider oft stößt, wenn sie auch eine Familie und Kinder haben will. Offenbar treffe ich damit einen gesellschaftlichen Nerv. (Anm. d. Redaktion: Mehr zum Thema Feminismus und Geschlechterkampf in Teil 2 unseres Interviews).
Sie gehen ganz offen damit um, dass Sie geschieden sind.
Ja, weil es langfristig gar nichts bringt, das totzuschweigen oder sich ständig dafür zu entschuldigen oder zu schämen. Meine Geschwister führen glückliche Ehen. Darüber freue ich mich. Aber ich habe zwei Kinder und habe eine Ehe in den Sand gesetzt. Glücklicherweise lief die Trennung von meinem Mann einvernehmlich und ohne Rosenkrieg ab. Aber der Zeitpunkt war alles andere als günstig.
Inwiefern?
Anfang 2020 kündigte ich meinen Job bei der Pressestelle der Stadt Regensburg. Es war ein guter, solider Job, dazu familienfreundlich. Aber die Erfüllung meines Traums war greifbar. Über meine Agentur war ich als Kabarettistin so ausgebucht, dass Anfang April 2020 der Sprung in die Selbstständigkeit als Künstlerin logisch war. Doch dann kam die Corona-Pandemie.
Und Bühnenprogramme sowie Konzerte wurden alle abgesagt.
Genau. Ich hatte quasi von heute auf morgen kein Einkommen mehr. Es brach wie einen Lawine über mich herein. Weil ich erst seit kurzem selbstständig war, bekam ich keine Hilfsgelder vom Staat. Dann erkrankte ich selbst an Covid 19. Mir ging es wirklich nicht gut. Und gleichzeitig wurde klar, dass mein Mann und ich uns trennen. Das ist heutzutage zwar gesellschaftlich normal, aber als Betroffene ein schmerzhafter Schlag.
Welche Konsequenzen hatte diese Unglücks-Spirale?
Zunächst musste ich mich auf das Dasein einer Alleinerziehenden umstellen. Mein Bis-dato-Ehemann wohnte plötzlich nicht mehr zu Hause und konnte daher auch die Kinder nicht mehr mit betreuen. Das Fertigmachen am Morgen und das In-die-Schule- bzw. In-den-Kindergarten-Bringen war immer sein Job. Die Finanzen mussten getrennt werden. Ich lebe in einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit meiner Tante. Für den Umbau eines alten Bauernhof musste ich Schulden aufnehmen. Die Familie hat insgesamt zusammen geholfen. Nur so ging es überhaupt. Auch meinem Ex-Mann muss ich ein Lob aussprechen.

Geplantes Bühnenprogamm am 9. Mai 2022 im Bürgerhaus Burghausen

Kabarettistin Eva Karl Faltermeier liest aus ihrem Buch „Der Grant der Frau“. In kurzen Sequenzen beschreibt sie die Schönheit (bayerisch-) femininer Ausnahmezustände. Und diese Geschichten sind schwer unterhaltsam. Denn wenn es knirscht im Gebälk des Lebens, dann liegen Tragik und Komik oft nah beieinander. Und die Brücke zwischen diesen beiden ist: der Grant.

Am Montag, 9. Mai 2022, um 19.30 Uhr im Bürgersaal. Tickets in der Stadtbibliothek, im Bürgerhaus und in der Burghauser Tourist-Info. Einlass ab 19 Uhr.

innsalzach24.de bedankt sich bei Eva Karl Faltermeier für das Gespräch - Mehr zum Thema Feminismus, alleinerziehende Mutter und Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in Teil 2 unseres Interviews (folgt).