Nach dem Besuch des Ministers in Burghausen

Aiwanger in der Salzachstadt: Was der Wirtschaftsminister noch nicht wusste

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Burghausen – Aus gleich mehreren Gründen war Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Dienstagabend in die Salzachstadt gekommen. Es war offenbar ein sehr lehrreicher Besuch. innsalzach24.de hat mit dem Gastgeber gesprochen.

Für Dienstagabend hatte sich der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zum Gespräch mit dem Ersten Bürgermeister Hans Steindl angesagt. Der stellvertretende Ministerpräsident kam aber nicht etwa, um die Burg zu bewundern. Es ging um das Industriegebiet, PFOA im Erdreich und ums Geld.

Industriegebiet, PFOA und Geld

Die Situation und Bedeutung der Stadt Burghausen, der Gemeinde Haiming wie auch die der Gemeinde Burgkirchen seien dem Minister detailliert nicht bekannt gewesen, so Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl (SPD) im Gespräch mit innsalzach24.de. In der Runde seien neben Vertretern der Kommunen auch die von WACKER, der Siltronic, OMV und dem Chemiepark Gendorf gewesen. Minister Hubert Aiwanger zeigte sich offenbar beeindruckt davon, was man in der Region zu leisten im Stande ist.

„Das Geld kommt von der Industrie“ (Hans Steindl)

Um dem Minister die Bedeutung der Chemiestandorte Burghausen, Haiming und Gendorf/Gemeinde Burgkirchen klar zu machen, hätten die Vertreter der drei Kommunen aufgezeigt, dass diese rund 50 Prozent der Kreisumlage liefern würden. Großprojekte wie etwa beim Kreiskrankenhaus Altötting seien nicht möglich ohne die Kommunen und damit der chemischen Industrie. Die aber habe Probleme.

Ein Bild der Abhängigkeit

Die chemische Industrie in der Region bietet vielen Tausend Menschen Arbeit. Ohne die entsprechenden Steuereinnahmen wäre vieles, was heute im Landkreis als normal oder gar als selbstverständlich erachtet wird, nicht möglich, von den Vorteilen in den Kommunen selbst ganz zu schweigen. Damit das so bleibt, braucht es laut Steindl vor allem zwei Dinge: Investitionen an der richtigen Stelle und günstigen Strom.

Eine Sekunde = 20 Millionen Euro

Würde der Strom nur eine Sekunde ausfallen, so würde das den Industriestandort Burghausen 20 Millionen Euro kosten, rechnet Steindl vor. Versorgungssicherheit und günstige Strompreise seien wichtige Garanten für die finanzielle Leistungsfähigkeit von Stadt und Region. Von der Diskussion um die 380 kV Trasse halte er in diesem Zusammenhang nichts.

"Diese Erde ist nicht giftig" (Hans Steindl)

Zum Thema PFOA belastetes Erdmaterial sagt der Burghausens Erster Bürgermeister, dass es ein Unding sei, so lange auf eine deutlich rechtsverbindliche Auskunft warten zu müssen. "Diese Erde ist nicht giftig." Klar: Wer isst schon Erde? Dass wegen ihr Investitionen in Höhe von 600 bis 700 Millionen Euro wie im Industriegebiet vor den Toren der Salzachstadt ausgebremst werden, sei ebenfalls ein Unding, das am Dienstag im Gespräch mit Minister Aiwanger angesprochen wurde. Der Minister habe versprochen, sich mit dem Bayerischen Umweltminister zu beraten. Mit diesem soll es am 20. Februar ein weiteres Gespräch geben.

rw

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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