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Geld zurück für Fake-Hotel?

Burghauser Pärchen erhält Antworten von Hotel-Portal und Verbraucherschutz

Booking.com bietet diverse Hotels und Unterkünfte im Ausland an
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Booking.com hat sich nun bei dem betrogenen Pärchen gemeldet.

Das Burghauser Pärchen, welches über Booking.com in Betrüger-Hände geriet, hat nun eine Antwort von Booking.com erhalten. Auch Tripadvisor hat das Fake-Hotel in Italien angeboten und sich gegenüber innsalzach24.de geäußert. Das Europäische Verbraucherzentrum ist alarmiert und gibt wertvolle Tipps zur Buchung von Ferienwohnungen.

Burghausen – Wie kürzlich auf innsalzach24.de berichtet, fiel ein Burghauser Pärchen Hotel-Betrügern zum Opfer. Auf dem Hotel-Portal Booking.com wurde das von Jochen Zimmer und Simone Huber (Namen von der Redaktion geändert) gebuchte Zimmer völlig anders dargestellt, als es in Wirklichkeit aussah. Statt einem allergikerfreundlichem Zimmer mit eigenem Bad wurde eine Bruchbude mit Gemeinschaftsbad ohne Türschloss angeboten. Inzwischen wurde das Angebot von Booking.com aus dem Portal entfernt.

Portale bieten das Zimmer noch immer an

Obwohl das Burghauser Pärchen diverse Portale, die das Fake-Hotel auf ihrer Homepage anbieten, über die betrügerische Machenschaft informierte, reagierten die meisten nicht. Allein Tripadvisor meldete sich auf eine Anfrage der Redaktion. Duncan Skehens, Direktor der internationalen Kommunikation schrieb: „Wir haben Jahrzehntelang Zeit und Ressourcen investiert, um ein Moderatoren-Team für unseren Content zu gründen, das Betrüger von unserer Plattform fernhalten soll. Rund um die Uhr arbeiten wir daran unsere Taktik weiterzuentwickeln und einen Schritt vor den Betrügern zu sein. Doch diese arbeiten ebenso hart, um unser System zu hintergehen. Unser einziger Rat an Anbieter und Konsumenten ist: Wenn Sie verdächtige Angebote auf Tripadvisor finden, melden Sie diese! Unser Team wird den vorliegenden Fall untersuchen.“

Rumpelkammer statt Hotelzimmer.

Glück im Unglück für das Burghauser Pärchen

Simone Huber aus Burghausen und Jochen Zimmer aus Passau kamen dieses Mal mit einem blauen Auge davon. Am Donnerstag erhielt Zimmer eine E-Mail von Booking.com die ihm die volle Rückerstattung verspricht. Das Hotel-Portal entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten. „Dank der zahlreichen Fotos und Videos konnten wir Booking.com überzeugen“, sagt er. „Anhand von Bildschirmfotos konnte ich beweisen, dass wir entgegen der Aussage der Vermieterin im Hotel erschienen waren und dass wir erfolglos versucht haben mit der Vermieterin in Kontakt zu treten.“ Simone Huber ergänzt: „Es gab viele Reviews im Netz, die unsere Aussagen unterstützen. Ich bin glücklich, dass Booking.com uns nicht im Stich gelassen hat und nun die Kosten für das Hotelzimmer an uns auszahlt, obwohl es rein rechtlich die Angelegenheit des Vermieters wäre.“

Auf die Anfrage von innsalzach24.de antwortete das Hotel-Portal wie folgt:

Unser übergeordnetes Ziel bei Booking.com besteht darin, reibungslose und angenehme Reiseerlebnisse zu ermöglichen. Wir waren enttäuscht, dass die Unterkunft nicht den Erwartungen oder der angegebenen Beschreibung entsprach, für deren Aktualisierung auf der Booking.com-Plattform der Eigentümer der Unterkunft verantwortlich ist. In den seltenen Fällen, in denen eine Unterkunft nicht den Erwartungen entspricht, bemühen wir uns, dies sofort zu berichtigen und bieten dem Kunden in diesem Fall eine vollständige Rückerstattung an.

Booking.com

Schwierig bezahltes Geld zurückzubekommen

„Aus unserer Erfahrung ist es bei Reisen schwierig, bereits bezahltes Geld außergerichtlich zurückzubekommen“, sagt Nina Zeindlmeier vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Das EVZ erhält häufig Beschwerden über Reiseangebote, die in der Realität anders ausfallen als erwartet. Rechtsanwalt Jens Jansen von der Kanzlei Jansen & Würnstl in Altötting sagt, dass oftmals nicht einmal eine Anzeige erstattet werden kann, weil Name und Anschrift des Vermieters fehlen. Da dieser sich meist im Ausland befindet, wäre im Falle eines Rechtsstreits auch der Gerichtsstand im Ausland. Das mache einen Rechtsstreit für den Kläger teuer und zeitaufwändig. Ob man damit sein Geld zurückerhält bleibe ungewiss. Obwohl der Rechtsanwalt empfiehlt, Zimmer nur direkt über ihre Vermieter zu buchen, hatte das Burghauser Pärchen Glück. Dass booking.com als Vermittler für den Schaden einsteht, fällt wohl unter Kulanz, denn rein rechtlich bestehe dazu kein Anspruch, so der Anwalt.

Tipps für Online-Buchungen

Um einen möglichst unbeschwerten Individual-Urlaub gibt EVZ-Juristin Sabine Blanke daher folgende Tipps für die Buchung von Urlaubshotels und Ferienwohnungen im Internet:

  • 1. Mängel gleich vor Ort reklamieren und dem Vermieter die Möglichkeit geben, das Problem zu beheben. Reist man einfach ab ohne Bescheid zu sagen, riskiert man den Verlust seiner Rechte. Nach deutschem Recht haben Reisende in solchen Fällen Anspruch auf Mietminderung. Bucht man im Ausland, muss man aber damit rechnen, dass ausländisches Recht angewandt wird (das ist nicht unbedingt schlecht, aber erst einmal fremdes Recht).
  • 2. Schon vor der Buchung die Stornierbarkeit der Unterkunft prüfen. Manchmal kann man nach der ersten Nacht den Rest des Aufenthalts stornieren. So hat man die Möglichkeit, sich bei Problemen vor Ort eine neue Unterkunft zu suchen.
  • 3. Ebenfalls schon bei der Buchung Bewertungen der Unterkunft auf verschiedenen Portalen vergleichen und sich bewusst auch negative Kommentare durchlesen. Anbieterfotos kritisch hinterfragen. Aussagekräftiger sind Urlauberfotos.
  • 4. Nie vorab den Gesamtbetrag überweisen. Besser vor Ort bezahlen.
  • 5. Nach unserer Ansicht bieten Pauschalreisen, für die EU-Recht gilt, Reisenden oft mehr Schutz (im Vergleich zu Individualreisen, bei denen nationales Recht gilt). Eine Reisepreisminderung ist hier oft einfacher durchzusetzen.
  • 6. Egal, ob Individual- oder Pauschalreise: Bei Problemen mit einem Reiseanbieter aus einem anderen EU-Land, Island oder Norwegen hilft das EVZ kostenlos. (Hier geht es zu weiteren Tipps des EVZ zur Buchung von Ferienunterkünften)

Betrüger bieten Bruchbuden auf Internet-Plattformen an

Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Schwarzer Schimmel statt weißer Wand. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Das Bett war notdürftig zusammengebastelt. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Dicker Staub auf den Fußleisten © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Ausgerissenes Bad-Türschloss. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Löcher in der Wand der Duschkabine. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Die Türen waren aus einer Art Gips-Platte. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Unverputzte Stellen im Zimmer selbst. © privat
Die Unterkunft war in denkbar schlechtem Zustand
Der Türrahmen der Badtüre. © privat