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„4 per 1000“ Initiative

Burghausen als Vorreiter für Bodenfruchtbarkeit, Grundwasserschutz und Humusaufbau 

Die Erde macht den Unterschied: Amira Zaghdoudi von der Ökomodellregion (v.l.); Landwirt Andreas Remmelberger, Erster Bürgermeister von Burghausen Florian Schneider, Landwirt Simon Steinberger; Holger Lundt BUND; Gunter Strebel, Umweltreferent der Stadt Burghausen und Prof. Dr. Kurt Hülsbergen.
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Die Erde macht den Unterschied: Amira Zaghdoudi von der Ökomodellregion (v.l.); Landwirt Andreas Remmelberger, Erster Bürgermeister von Burghausen Florian Schneider, Landwirt Simon Steinberger; Holger Lundt BUND; Gunter Strebel, Umweltreferent der Stadt Burghausen und Prof. Dr. Kurt Hülsbergen.

Als erste Kommune Deutschlands ist die Stadt Burghausen bei der „4 per 1000“ Initiative dabei. Ziel der Initiative sind gesunde Böden weltweit als Beitrag zum Klimaschutz und der Ernährungssicherheit.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Burghausen – Umweltreferent der Stadt Burghausen Gunter Strebel ist stolz und froh: „Wir sind die erste Kommune in Deutschland, die der sogenannten 4 per 1000 Initiative beigetreten ist. Das ist aus meiner Sicht ein Signal, den Boden wertzuschätzen, da er uns mit gesunden Lebensmitteln und Trinkwasser versorgt. Ich hoffe, es ziehen andere Städte nach.“ Ende 2021 bereits ist die Stadt Burghausen der „4 per 1000“ Initiative beigetreten. 

Was ist 4 per 1000?

Die internationale „4 per 1000“ Initiative wurde am 1. Dezember 2015 auf der UNFCCC COP 21 in Frankreich ins Leben gerufen. Die Initiative strebt weltweit gesunde und kohlenstoffreiche Böden zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Verbesserung der weltweiten Ernährungssituation an. 

Was sind die Ziele?

Ein gesunder und kohlenstoffreicher Boden ist ein wichtiger Schlüssel zu Ernährungssicherheit und Klimaschutz. Insbesondere in der Landwirtschaft gibt es eine Vielzahl von Praktiken und Maßnahmen, die auf die Anreicherung von Humus im Oberboden und somit die Bindung von atmosphärischem Kohlenstoff (CO2) in organischer Form abzielen und dadurch gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit steigern (z.B. Zwischenfruchtanbau, Agroforstwirtschaft, konservierende Bodenbearbeitung).

„4 per 1000“ ermutigt seine Mitglieder, zu einer „bodenständigen“ Landwirtschaft, die auf einer lokal angepassten Bewirtschaftung von Land und Böden basiert, langfristig Arbeitsplätze und Einkommen schafft und somit eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet. 

Humus erhöht nicht nur die Fruchtbarkeit des Bodens, sondern speichert auch Kohlenstoff. Deshalb setzt sich die „4 per 1000“ Initiative weltweit für gesunde und humusreiche Böden ein: Um vier Promille soll der Humus- und damit Kohlenstoffgehalt jährlich gesteigert werden. Landwirtschaftlich genutzte Böden können so einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen Hunger und Klimawandel spielen.

Was bringt die Mitgliedschaft?

„Es ist für uns auch als Stadt im Chemiedreieck im Sinne der Nachhaltigkeit genau jetzt die richtige Botschaft, um „4 per 1000“ auch mit den Umwelt-Projekten, die wir bereits haben zu vernetzen. Ich denke da konkret an Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen, Technische Universität München, der mit seinem Team in der Modellregion Burghausen-Burgkirchen zusammen mit den Landwirten den Zusammenhang von gezielter sensor- und satellitengestützter Düngung, Bodenbeschaffenheit und Umweltwirkungen untersucht.

Die Forschungsergebnisse im derzeit laufenden Forschungsprojekt „digisens“ zeigen den engen Zusammenhang von Düngung, Humusaufbau und Nährstoffumsatz im Boden. Ich halte das Thema Humusaufbau im Umweltbereich als eines der Wichtigsten überhaupt – bei uns vor der Tür, aber eben auch weltweit. Je mehr Mitglieder desto besser“, sagt Erster Bürgermeister Florian Schneider. 

Wer beteiligt sich?

Im Stadtgebiet haben sich bereits Landwirte im Rahmen der Ökomodell Region intensiver mit der Thematik beschäftigt und praktizieren den Humusaufbau bereits aktiv. Landwirt Simon Steinberger aus Burghausen und Landwirt Andreas Remmelberger aus Burgkirchen.

Die Initiative „4 per 1000“ besteht aus einem Netzwerk von mehr als 660 Mitgliedern und Partnern weltweit. Sie versteht sich als Informations- und Kollaborationsplattform, auf der wissenschaftlicher und praktischer Austausch stattfindet und Projekte vorangetrieben werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist für Deutschland als aktives Mitglied der Initiative in Entscheidungsprozesse einbezogen und stimmberechtigt. Das Sekretariat der Initiative wird zudem durch Mitarbeiter der BMEL personell unterstützt.

Prof. Dr. Hülsbergen hat bereits mehrfach auf den enormen Nutzen von Humusaufbau auch für den Grundwasserschutz hingewiesen. Der Wissenschaftler möchte in einem neuen Forschungsprojekt ab diesem Jahr zudem die Nutzungspotenziale von Pflanzenkohle und dem Einsatz von Kompost in der Bayerischen Landwirtschaft als Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung in der Modellregion Burghausen-Burgkirchen untersuchen.

Er sieht im Humusaufbau die Vorteile, dass Treibhausgasemissionen gemindert werden, die Bodenfruchtbarkeit sowie die Wasserinfiltration- und speicherung erhöht wird. Dabei sollen drei unterschiedliche Handlungsfelder getestet und gefördert werden: Der Einsatz von Kompost und Pflanzenkohle, der Anbau von Luzerne-Kleegras und Agroforstsysteme.

Ziel ist es, die hiesigen Landwirte zu unterstützen, diese Verfahren zum Humusaufbau zu testen und sie dabei fachlich zu beraten. Ansprechpartner ist die Ökomodellregion Inn-Salzach. „Ein Projekt, das in Verbindung mit der Initiative „4 per 1000“ genau in die Region passt. Wissenschaft und Landwirte erarbeiten gemeinsam Bewirtschaftungsformen, die die Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherung und Humusaufbau fördern!“ sagt Gunter Strebel. 

Pressemitteilung der Stadt Burghausen

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