Blumen für die Liebsten aus Burghausen

Gärtnerei Bergmann mit Hoffnung trotz Lockdown: „Die Valentinssträuße sind schon bestellt!“

Trotz der Belastung des Lockdowns lässt sich die Gärtnerei Bergmann in Burghausen nicht unterkriegen.
+
Trotz der Belastung des Lockdowns lässt sich die Gärtnerei Bergmann in Burghausen nicht unterkriegen.

Ein wichtiger Tag im Geschäftsjahr von Gärtnern und Floristen rückt näher: Der Valentinstag. Während Supermärkte öffnen dürfen, müssen Gärtnereien und Blumenläden geschlossen bleiben. Obwohl dort oft mehr Platz für die Kunden verfügbar wäre, als in den überfüllten Discountern.

Burghausen - Die Valentinssträuße sind bestellt, und eine Mitarbeiterin für den Telefondienst abgeordert. In der Gärtnerei Bergmann in Burghausen kann es losgehen, mit dem Call & Collect Verkauf. Der läuft ganz zufriedenstellend, wie das Ehepaar Bergmann betont. Eine Liste aller Angebote ist auf der Homepage der Gärtnerei zu finden: Der Kunde sucht aus, was er braucht, ruft an, und kann sich dann die Ware abholen.


Sogar 50 Quadratmeter Platz könnte Christoph Bergmann seinen Kunden bieten, aber öffnen darf er nicht. In Supermärkten und Discountern sind derzeit 10qm pro Person vorgeschrieben. Trotzdem geht es beim Einkaufen manchmal ziemlich eng her. Christoph Bergmann rückt sich die beschlagene Brille über der FFP2-Maske zurecht: „Ich stehe absolut hinter den Maßnahmen, verstehen Sie mich nicht falsch.“ Ehefrau Elisabeth stimmt zu, „Aber, die Bestellung für Ostern haben wir schon im Sommer 2020 aufgegeben. Jetzt haben wir einen Container voll mit Orchideen, und es kann sein, dass wir sie wegwerfen müssen.“

„Gerade die ‚Unplanbarkeit‘ setzt uns zu“


Auf dem Schoß von Elisabeth, sitzt die 6-jährige Tochter Anna mit einem Bilderbuch. Ihr 9-jähriger Bruder Basti ist gerade mit Homeschooling beschäftigt. „Andere Branchen trifft es sicher härter als uns, aber es ist schon sehr anstrengend.“ erzählt Christoph Bergmann. Gerade die „Unplanbarkeit“ setze dem Ehepaar zu. „Letzte Woche haben wir die Bestellung für Weihnachten 2021 geordert. Nur, ob sich die Dinge bis dahin groß ändern werden?“ Gerade als Selbständiger ist Planung und Organisation existenziell, seitens der Politik fehle da das Verständnis klagt Elisabeth Bergmann: „Der Beschluss, dass wir im ersten Lockdown zumachen müssen, kam an einem Freitag. Am Samstag musste der Laden geschlossen werden, obwohl wir gerade eine große Lieferung erhalten hatten.“

„Der Weihnachtslockdown hat uns weh getan“

Christoph Bergmann hat den Kampf mit seiner beschlagenen Brille aufgegeben, und sie abgenommen. 214 Jahre gibt es die Gärtnerei Bergmann schon. Seit 141 Jahren trägt sie den Familiennamen. „Der Weihnachtslockdown hat uns weh getan.“ berichtet er, „Man kann schon versuchen, dass man die Deko-Nikoläuse dann im Internet loswird, aber viel geht da nicht.“

Im ersten Lockdown hatte das Gärtner-Ehepaar jede Menge Arbeit. Das Telefon stand keine Minute still, und es gab sehr viel Unterstützung von den Kunden. Unmengen an Erde wurden an sie ausgeliefert, das Abholen war damals verboten. „Seit Weihnachten ist es sehr ruhig. Normalerweise rüsten wir uns zwischen Januar und April für die Saison, aber die Einkaufskosten sind hoch, und die Umsätze fehlen.“ Ein Klagelied, das derzeit oft zu hören ist. „Wenn wir kleinere Mengen bestellen, dann schlägt sich das auf den Preis und die Qualität nieder.“ erklärt Christoph Bergmann.

Derzeit ist Kurzarbeit angesagt

Die Gärtnerei Bergmann hat während ihres 200-jährigen Bestehens schon einiges mitmachen müssen. In Kriegszeiten, war sie besonders als Lebensmittelerzeuger wichtig für die Burghauser. Damals hatte sie ihren Sitz auf der Burg, gegenüber vom jetzigen Fotomuseum. Der musste aber 1956 aufgegeben werden, als der Betrieb in die Marktler Straße umgesiedelt wurde. Zur Landesgartenschau 1996, stand dann die zweite Umsiedlung an: zum jetzigen Standort in der Burgkirchener Straße.

„Wir haben die Osterhasen schon ausgepackt“

Die Personalplanung in der Gärtnerei Bergmann ist zum Glück Corona-unabhängig. „Derzeit ist zwar Kurzarbeit angesagt, doch nur, solange es sein muss!“ betont Inhaber Christoph Bergmann, „Und ab Herbst haben wir eine weitere Auszubildende.“ Das klingt gut, und insgesamt will sich das Ehepaar Bergmann nicht beschweren, denn im Gartenbau ist der Online-Handel nicht sehr stark vertreten. „Da können wir uns glücklich schätzen“, meint auch Elisabeth Bergmann. Dennoch hoffen die Inhaber auf eine leichter planbare Zukunft, und viele Abnehmer für ihre Orchideen. „Wir haben die Osterhasen schon ausgepackt!“ fügt Elisabeth Bergmann noch hinzu, und man kann nur die Daumen drücken, dass die ihre Abnehmer noch vor Ostern finden werden.

dha

Kommentare