Fünf tote Waldrappe in zwei Tagen

Steht das Waldrapp-Projekt in Burghausen kurz vor dem Aus?

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Burghausen - Aufgrund eines Stromschlages an der Trafo-Station im benachbarten Hochburg-Ach sollen gleich vier Waldrappen gestorben sein. Am Tag darauf soll noch ein fünfter toter Vogel dazugekommen sein. Somit sei innerhalb kürzester Zeit ein Viertel der Population in Burghausen ausgelöscht worden. 

Waldrappen gehören zu den bedrohtesten Tierarten der Welt. Das Projekt "Waldrappenteam" in Burghausen hat es sich 2007 zur Aufgabe gemacht, den Vögeln, die aus der Zoohaltung stammen, den Weg in ihr Wintergebiet, die Toskana, zu zeigen. Mit der Hand aufgezogene Waldrappen lernen dies durch ein Training, bei dem sie einem Ultraleichtflugzeug folgen sollen, um in ein passendes Wintergebiet zu gelangen. 

Der Tod der fünf Vögel sei ein Rückschlag für das EU-Waldrappprojekt. Wenn das so weitergehen sollte, könnte das das Aus für das Projekt in Burghausen sein, gab Oliver Habel vom Waldrapp-Team in Burghausen gegenüber heimatzeitung.de an. 

Damit nicht noch mehr Waldrappen an der Trafo-Station sterben, arbeite das Waldrappenteam intensiv daran, dies zu verhindern. So sei eine Uhu-Atrappe und ein akustisches Abwehrsystem installiert worden. Damit soll verhindert werden, dass sich die Vögel auf der Stromleitung niederlassen.

Es gab bereits viel Aufruhr um die Vögel, da ein Wilderer zwei der in Burghausen aufgezogenen Vögel bei Livorno abgeschossen hatte. Ihm wurde vor Gericht die Lizenz entzogen und eine Geldstrafe verhängt.

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