Krasse Feinstaubbelastung in der Silvesternacht!

Burghausen: Gesetzgeber muss das private Feuerwerk regeln

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Burghausen - Auf der ersten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Burghausen im Neuen Jahr ging es unter anderem um das vergangene Silvester und die Folgen der Böllerei.

Wenn die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren, dann nennt das der Fachmann Inversionswetterlage. Wie es sich auswirkt, konnte man an Silvester nicht nur in unserer Region sondern in weiten Teilen Süddeutschlands feststellen: am Feuerwerk. Für den Burghauser Stadtrat Norbert Stadler nur ein Grund, die Böllerei im öffentlichen Teil des Bauausschusses der Stadt am Mittwochnachmittag anzusprechen.

Dramatischer Anstieg

Tatsächlich wies der Bundesverband der Pneumologen (BdP) schon vor der Knallerei zum Jahreswechsel auf die gesundheitlichen Risiken von Feuerwerk für Lungenkranke hin. In punkto Feinstaub liegen der Stadt Burghausen die dramatischen Ergebnisse der letzten Silvesternacht vor. Es gab einen dramatischen Anstieg auf 132 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Grenzwert liegt bei 50. Es dauerte bis weit in den Neujahrstag, bis sich die Belastung wieder normalisierte. Aktuell liegt die Belastung einer Auswertung zufolge bei 11 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Der Grund für den Spitzenwert in der Silvesternacht: die Inversionswetterlage. Es findet kein Austausch zwischen den Luftschichten statt. Ergo: Der Feinstaub kann nicht weg. Besonders dramatisch scheint das an Tagen wie eben Silvester bei eben dieser Wetterlage zu sein. Stadler schilderte auch seine persönlichen Wahrnehmungen:

Persönlicher Eindruck

Ich habe den Eindruck, die Feuerwerkslust breitet sich aus“, sagte er. Es sei ihm durchaus klar, dass Appelle an die feierwütigen Feuerwerker, die Knallerei auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen, nichts bringen würden. Ebenso sei ihm die Bedeutung von Feuerwerk am Jahresende klar und er habe in einem gewissen Rahmen vollstes Verständnis „aber auch das Kaliber der Raketen und Kanonenschläge (für Privatleute) ist ein anderes geworden“.

Hans Steindl, Erster Bürgermeister der Stadt Burghausen bestätigte Stadlers Beobachtungen in punkto der Zunahme der Feuerwerkslust und des Kalibers der Knaller. Er zeigte die Entscheidungen der Stadt in punkto Großveranstaltungen zu Silvester und die Gründe dafür, dass es beispielsweise keine große Party mehr gibt und die Burg zu dieser Zeit gesperrt bleibt, auf. In punkto Feinstaub schloss er sich Stadlers Meinung an: „Da muss vom Gesetzgeber was kommen“. Ob und wie die Stadt in dieser Richtung selbst tätig wird, ließ er offen.

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