Streuwiese aus Dornröschenschlaf geweckt

Einzigartiges Idyll: Natureldorado Raitenhaslach

Neuntöter
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Der Neuntöter kann bereits seit einigen Jahren auf der blütenreichen Mähwiese beobachtet werden.

Burghausen - Reinhard Klett, Geschäftsführer vom Landschaftspflegeverband Altötting e.V., ist begeistert von dem was da in Zusammenarbeit mit der Stadt Burghausen als Grundeigentümer in Raitenhaslach derzeit entsteht:

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Zwischen den großen Ausgleichsflächen Blumenwiese und Rinderweide der Stadt Burghausen wird aktuell eine brachgefallene Streuwiese wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt. In dem Zusammenhang wurde eine Pionierpflegemahd durchgeführt und aufkommende Gehölze entfernt. „Dann haben wir hier mit rund einem Hektar die größte Streuwiese im südlichen Landkreis Altötting“, sagt der Diplom-Biologe Klett. Die Maßnahme wird über das Bayerische Landschaftspflegeprogramm gefördert.

Die im Rahmen der Herstellung entstehenden offenen Bodenflächen werden anschließend mit hochwertigem Saatgut aufgewertet, die der Verband im Vorjahr mit seinem E-beetle Samenernter auf besonders artenreichen Streuwiesen im Landkreis geerntet hat.

Die enge Verzahnung von mageren Wiesen und Weiden, Feuchtwiesen, Bachläufen, Stillgewässern und Gehölzen sei in der Region auf so großer Fläche einzigartig. Nachdem der Neuntöter bereits seit einigen Jahren auf der blütenreichen Mähwiese beobachtet werden kann, werden dann auch wieder seltene Orchideenarten wie das breitblättrige Knabenkraut das Artenspektrum bereichern. Der Neuntöter ist ein Vogel, der anders als sein Name es vermuten lassen würde, klein und putzig ist. Er spießt seine Nahrung, v.a. Insekten, gerne auf kleinen Ästen und Zweigen auf, daher sein Name. „Das wird Vogelkundler und Beobachter sehr freuen“, weiß Sarah Freudlsperger vom städtischen Umweltamt

Wenn im Mai die Wasserbüffel und Murnau-Werdenfelser Rinder wieder auf ihrer Weide in Raitenhaslach über der Salzach einziehen, könnte der Neuntöter bereits aus Ostafrika zurück sein und das Areal für sich entdecken. Erster Bürgermeister Florian Schneider hat um die gemeinsame Begehung gebeten. „Dieses Projekt zusammen mit dem Landschaftspflegeverband zielt für die Stadt Burghausen genau in die richtige Richtung. Es ist nachhaltig. Es bietet seltenen Arten Schutz und schafft einen hohen Ausgleichswert auch für die Bürgerinnen und Bürger. Dieser Bereich in Raitenhaslach ist Ausgleichsfläche für so vieles, v.a. aber auch für die Menschen, die unbeschwerte Zeit in einer intakten Natur genießen wollen und das ohne Massenansturm“, erklärt das Burghauser Stadtoberhaupt.

Erster Bürgermeister Florian Schneider hat um die gemeinsame Begehung gebeten.

Biologe Klett verspricht: „Sie werden sich wundern, was sich schon in einem Jahr getan haben wird.“ Derweil muss noch der Bagger kommen und etwa die Ufer um die großen Tümpel modellieren, damit eine natürliche Schilfschicht entstehen kann und wieder Licht in die ehemaligen Fischteiche kommt.

Im Frühjahr dann wird Reinhard Klett gemeinsam mit den beiden FÖJlerinnen das handverlese Saatgut ausbringen. Bürgermeister Schneider bedankte sich vor Ort bei Reinhard Klett für seinen Einsatz und das Engagement des Landschaftspflegeverbandes in Raitenhaslach sowie bei Sarah Freudlsperger für die interne Organisation.

Pressemeldung der Stadt Burghausen/köx.

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