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Strenge Grenzkontrollen im Innviertel

Pendler und Einwohner im Grenzbereich Österreich-Bayern: Das kommt jetzt auf die Betroffenen zu

Rohre zur Verarbeitung von Rohstoffen, die zum OVB-Werk gehören
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OMV Raffinerie Burghausen: Viele Grenzpendler aus Österreich arbeiten in der Burghausener Industrie.

Seit Dienstag um Mitternacht gelten in Braunau am Inn strenge Ausreisebeschränkungen. Die Corona-Inzidenz im Innviertel ist hoch und die Impfquote zu niedrig. Davon sind auch die Stadt Burghausen und die Unternehmen im Chemiedreieck betroffen. Dort arbeiten viele Pendler aus Österreich. Die Auswirkungen dieser komplexen Situation auf die Bewohner Grenzregion sind noch nicht absehbar.

Burghausen/Braunau am Inn - Die Landesregierungen Österreichs reagieren mit drakonischen Maßnahmen auf hohe Inzidenzen und niedrige Impfquoten. Seit Dienstag (26. Oktober) gelten strenge Ausreisekontrollen sowie eine erweiterte Masken- und Testpflicht. Ausreisekontrollen sind laut „Hochinzidenzerlass“ in Österreich Pflicht. Laut Auskunft des Landratsamts Altötting stellt „die Burghauser Industrie etwa 1000 Einpendler aus Österreich.“ Wie viele in den mittelständischen Betrieben des Landkreises arbeiten, könne die Behörde „nicht konkret beziffern“, so Pressesprecher Markus Huber.

Besonders betroffen sind aktuell der Bezirk und die Stadt Braunau am Inn (Österreich) mit der Brücken-Grenze zu Simbach am Inn (Bayern). Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Montag (25. Oktober) im Bezirk Braunau 572,8 (Grenzwert 400). Auch die sogenannte Durchimpfungsrate ist mit 52,1 Prozent die niedrigste in ganz Oberösterreich. Zum Vergleich: Am 27. Oktober sind Stand heute im gesamten Bundesland Bayern 66,2 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft.

Was bedeutet die aktuelle Situation für alle Pendler in der Region - sowohl für österreichischen als auch die deutschen Staatsbürger, die sich zwischen den Landesgrenzen bewegen? Zunächst einmal Zeitverlust, Schikanen und eine gehörige Portion Ärger, falls bei einer Routine-Testung eine Corona-Infektion nachgewiesen wird. Ungemütlich wird es natürlich auch für die Impfverweigerer bzw. aus anderen Gründen nicht gegen Covid-19-Geimpften.

Denen droht die österreichische Bundesregierung in einem deutlich erhöhten Maße als die deutsche Regierung es tut. Ein Lockdown für Ungeimpfte ist im Gespräch, neue Ausgangsbeschränkungen und sogar eine FFP2-Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Ab 1. November soll eine 3-G-Regel auch am Arbeitsplatz gelten. Davon sind dann deutsche Pendler betroffen, die in Österreich arbeiten.

An den Grenzübergängen sind zunächst einmal längere Wartezeiten einzuplanen. Damit sind Stadt und Region Burghausen auch direkt betroffen. Die Bezirke Gmunden und Freistadt weisen in Österreich ebenfalls eine sehr hohe Sieben-Tage-Inzidenz auf, haben allerdings bessere Impfraten. Kontrollen sind dort aber wie in Braunau demnächst zu erwarten. Auch in Niederösterreich gibt es seit Samstag (23. Oktober) Corona-bedingte Ausreisekontrollen, in den Bezirken Melk und Scheibbs.

In den großen Industrie-Betrieben Burghausens - unter anderem bei Wacker Chemie, der OMV Raffinerie, Linde AG, Vinnolit und Borealis Polymere - könnten in den kommenden Wochen ebenfalls vermehrt Covid-Testungen vorgenommen werden, um den hohen Inzidenzen unter österreichischen Mitarbeiter/-innen zu begegnen. Im Schichtbetrieb könnte es durch Einschränkungen im Pendelverkehr zu Störungen kommen. Ein Problem ist bei dieser Gesamtsituation, dass deutsche und österreichische Behörden unterschiedliche Vorgehensweisen haben und mit zweierlei Maß messen. Das führt zu einer insgesamt höheren Unsicherheit bei Pendlern, wenn sie die jeweilige Grenzen überschreiten wollen bzw. müssen.

Die Mehrheit aller Grenzpendler der Region Burghausen arbeitet bei der Wacker Chemie AG. „Wir haben circa 850 Beschäftigte, die in Österreich wohnen und täglich zum Werk pendeln“, bestätigt Wacker-Pressesprecher Christof Bachmair. Aufgrund der räumlichen Nähe „kommen vermutlich die meisten aus dem Bezirk Braunau bzw. aus dem Innviertel“, so Bachmair weiter. Die Ausreisebeschränkungen wegen hoher Corona-Inzidenz sei „eine Maßnahme der österreichischen Behörden, auf die wir keinen Einfluss haben. Wir nehmen das zur Kenntnis“. Bachmair sieht darin kein Problem für sein Unternehmen: „Wir hatten diese Situation schon einmal und es kam nicht zu größeren Beeinträchtigungen unserer Produktion.“

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