Für rund 1200 Parkplätze soll künftig bezahlt werden

Erstmals Parkgebühren in Burghausen? - Schneider: „Thema überfällig“

Die Stadt Burghausen denkt über eine Einführung von Parkgebühren nach
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Parkgebühren am Burghauser Stadtplatz (rechts) könnten bald Realität sein.

Burghausen – Bürgermeister Florian Schneider hat in der Hauptausschusssitzung am Mittwoch, 16. September, ein mögliches Konzept für eine Parkraumbewirtschaftung vorgestellt. In einigen Bereichen der Stadt könnten damit in Zukunft die Zeiten des kostenlosen Parkens vorbei sein.

Es wird konkret: Die Stadt Burghausen denkt über eine Einführung von Parkgebühren nach. „Das Thema ist überfällig“, so Bürgermeister Florian Schneider bei der Vorstellung eines möglichen Konzepts in der Hauptausschusssitzung. Erst vor kurzem habe die Stadt Gebühren für Krippen und Kindergarten eingeführt. Und auch der Haushalt aufgrund der geringeren Gewerbesteuereinnahmen sei ein Grund für die Überlegungen gewesen.


Parkgebühren ab April 2021 in Burghausen?

Als mögliches Einführungsdatum sieht Schneider den 1. April 2021 als realistisch an. „Das Konzept ist bis jetzt noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Ich bin ein Freund des Ausprobierens“, erklärt Schneider. Einige Aspekte könnten nachträglich noch ergänzt werden, aber vermutlich werden keine mehr wegfallen.


Parkgebühren sollen generell von Montag bis Freitag von 8-18 Uhr sowie am Samstag von 8-12 Uhr fällig werden. Der maximale Parkzeitraum soll 24 Stunden betragen, sofern er nicht anderes geregelt ist. Preislich sieht die Stadt derzeit 20 Cent je zwölf Minuten vor, also eine Stunde würde demnach einen Euro kosten. Ein Tagesticket soll sich bei fünf Euro bewegen. In den Tiefgaragen soll eine Stunde weiterhin kostenfrei bleiben, an der Oberfläche 30 Minuten. Geregelt soll die Bewirtschaftung über ein Ticketsystem und per App. Also entweder zieht der Parker ein Ticket am Automaten oder nutzt die entsprechende App. Eine Schrankenlösung in den Tiefgaragen soll es nicht geben.

Sonderlösung für Anwohner

Zusätzlich soll es Berechtigungsausweise für Anwohner geben. Mit diesen können die Inhaber in ausgewiesenen Bereichen für zwei Euro je 24 Stunden parken. Ein solcher Ausweis soll 30 Euro im Jahr kosten. „Mit dieser Lösung können Anwohner in der Tiefgarage günstiger parken, dafür haben sie allerdings keinen festen Parkplatz. Aber sollte jemand um 17 Uhr von der Arbeit heim kommen und bis 9 Uhr am nächsten Tag wieder in der Arbeit sein, kostet es den Anwohner nichts“, rechnet Schneider vor.

Insgesamt 431 Stellplätze in der Altstadt sowie 771 in der Neustadt sollen laut dem derzeitigen Plan in Zukunft etwas kosten. „Wenn wir mit fünf Euro je Stellplatz am Tag kalkulieren, wären knapp 1,5 Millionen Euro an Einnahmen möglich. Eine realistische und ungefähre Größenordnung sind aber eher eine Million Euro“, so der Bürgermeister vor dem Gremium. Aktuell gehe die Stadt von einer Anfangsinvestition für die Automaten und die App von 350.000 Euro aus, die Instandhaltungskosten seien noch nicht klar.

Hier soll es in Zukunft kosten, aber weiterhin kostenlose Parkplätze verfügbar

Parkgebühren soll es dann in der Marktler Straße vom Bürgerhaus bis zum Bahnhof, in der Robert-Koch-Straße vom Lindacher Platz bis zur Bunsenstraße sowie in großen Teilen der Altstadt und allen Tiefgaragen geben. Doch es soll auch weiterhin ein kostenloses Parkangebot geben, beispielsweise vom Glöcklhofer bis zum Bürgerhaus, Lindacher Platz, Messeplatz, Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof sowie in der Altstadt am Finanzamt, St. Johann und in der Zaglau. Bei letzterer gibt es Überlegungen, diesen untertags für Beschäftigte zur Verfügung zu stellen.

„Alle Autos werden weiterhin da sein, ich persönlich glaube da an keine großen Änderungen“, so Schneider. Das Konzept werde zudem nie zu 100 Prozent gerecht sein, aber es sei durchdacht und niemand werde benachteiligt. Das Thema wurde in die Fraktionen verwiesen. Damit dürfte es zu reichlich Diskussionen in der kommenden Stadtratssitzung am Mittwoch, 23. September, kommen.

jz

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