„Die Menschen werden unachtsamer“

Partymüll am Panoramaweg - DAV Burghausen unterstützt Stadt bei Müllsammlung

Säuberungsaktion am Salzachhang DAV Burghausen
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Am Panoramaweg hoch über der Salzach hat die Stadt Burghausen seit Jahren mit extremer Vermüllung in steilem Gelände zu kämpfen. Jetzt seilen sich Ehrenamtliche des DAV Burghausen ab und sammeln Kippenstummel und Partymüll.

Burghausen - Am Panoramaweg wird Partymüll oft einfach den Salzachhang hinuntergeworfen. Eine Klettergruppe des DAV Burghausen seilte sich mit Müllpickern ab, um den Hang zu säubern.

Die Meldung im Wortlaut


„Das macht einen richtig traurig“, sagt Dorothea Friemel, Naturschutz Referentin des DAV Burghausen und passionierte Kletterin, während sie abgeseilt am Panoramaweg unterhalb der Aussichtplattform Müll sammelt. Mit ihr zusammen hat sich an diesem Freitagvormittag Ludwig Pichlmeier, Vorsitzender der Sektion Burghausen und ebenfalls erfahrener Kletterer, hoch über der Salzach abgeseilt.

Beide Alpinisten unterstützen die Stadt Burghausen erstmalig ehrenamtlich dabei, neuralgische Stellen im Stadtgebiet sauber zu halten. „Und dazu zählt leider auch der Aussichtpunkt am Panoramaweg“, erklärt Max Hennersperger, Leiter des städtischen Umweltamtes. Er hat den DAV Burghausen zu Hilfe gerufen.


„Da helfen wir natürlich gerne“, unterstreicht Pichlmeier, während er leere Bierdosen, Wodkaflaschen und Chipstüten in den Sack an seinem Karabiner stopft. „Partymüll überall und das, obwohl nur drei Meter entfernt am Weg ein Mülleimer steht. Ich verstehe das einfach nicht“, sagt FÖJlerin Melina Müller, die die beiden Kletterer bei der Säuberungsaktion unterstützt und den Müll am Ausgangspunkt entgegennimmt.

Säuberung nur durch erfahrene Kletterer möglich

Gerade in dem abschüssigen Gelände am Panoramaweg und am Kreuzpointnersteig kommt es immer wieder zu Vermüllung. „Das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun, sondern ist in den vergangenen Jahren schon immer mehr und mehr geworden. Die Menschen werden unachtsamer“, sagt Hennersperger. Ihn stört das auch persönlich sehr. „Es geht neben der Verschmutzung der Natur auch darum, dass sich ein anderer Mensch bücken muss, um den Müll Einzelner wegzuräumen. Das ist nicht fair.“

Rein aus der Naturschutzperspektive ist es ebenfalls problematisch, denn durch das steile Gelände unterhalb der Aussichtsplattform können den Hang nur erfahrene Kletterer am Seil vom Müll befreien. Das ist ein erheblicher Aufwand und kann nicht wöchentlich gemacht werden. Das bedeutet, dass Müll auch bis zu einem gewissen Grad verwittert und Giftstoffe in den Boden eingebracht werden wie Weichmacher oder giftige Substanzen von den vielen unachtsam weggeworfenen Kippenstummeln.

„Wir befinden uns über dem Naturfluss Salzach kurz bevor dieser in Haiming in den Inn mündet. Alles was hier in die Erde einsickert, wird über den Regen in den Fluss geschwemmt, auch wenn es sicher keine bedrohlichen Mengen sind – es ist unnötig“, sagt Friemel.

Leichte Tüten werden verblasen, Müll wird von der heimischen Tierwelt aufgenommen. „Ich habe schon lange kein Vogelnest mehr ohne Plastikbestandteile gesehen. Es muss sich grundlegend am Bewusstsein der Leute etwas ändern“, betont Max Hennersperger. Jetzt jedenfalls zu Weihnachten macht der Panoramaweg dank dem Einsatz des Alpenvereins auch hangabwärts seinem Namen wieder alle Ehre.

„Es macht Burghausen aus, dass wir solche Vereine haben, die uns unterstützen, die helfen, wenn Not am Salzachhang ist. Es macht mich stolz, solche Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt zu haben. Vielen Dank“, sagt Erster Bürgermeister Florian Schneider zum „Sonder-Rettungseinsatz“ des DAV Burghausen im Namen der Umwelt. Ludwig Pichlmeier und Dorothea Friemel jedenfalls haben zugesagt im Auftrag der Stadt jeder Zeit wieder für ein sauberes Burghausen zu klettern.

Pressemitteilung der Stadt Burghausen

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