In Burghausen und der gesamten Region

Mehraufwand für die Polizei durch neue "Sonderaufgaben"

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Nicht nur die Burghausener Polizei hat durch sogenannte "Sonderaufgaben" mehr zu tun. 
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Burghausen - Überstunden, Personalmangel und sogenannte "Sonderaufgaben" - Die Polizei in Burghausen hat alle Hände voll zu tun. Dienststellenleiter Georg Nieß legt die Fakten auf den Tisch und erklärt, warum der Mehraufwand nicht nur die Burghausener Polizei auf Trab hält: 

Nach dem Besuch der beiden CSU-Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Florian Herrmann in der Burghausener Polizeiinspektion erläutert der Leiter Inspektion, Erster Polizeihauptkommissar Georg Nieß, auf Nachfrage von innsalzach24.de den Mehraufwand der Beamten durch sogenannte "Sonderaufgaben": "In dem Gespräch mit den Landtagsabgeordneten ging es um die grundsätzlichen Belange der uniformierten Polizei. Weil sich die Zeiten geändert haben, hat die Polizei auch vermehrt 'moderne Einsätze', wie die Bekämpfung der zunehmenden Cyber-Kriminalität, zu verbuchen.

Mehr Polizeistellen in Aussicht

Auch wenn soziale Medien wie Twitter die Arbeit der Polizei unterstützen, "die klassische Polizei-Pressearbeit hat sich grundlegend geändert", erklärt Nieß. "Jede Dienststelle schreibt heutzutage in Absprache mit den Kollegen im Polizeipräsidium Oberbayern Süd, die das Hauptorgan der medialen Arbeit bildet, seine Presseberichte selbst - und dafür braucht es natürlich zusätzliches Personal." 

Bis zum Jahr 2020 sollen bayernweit 2000 zusätzliche Polizisten eingestellt werden - das sind 500 pro Jahr. Im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd werden zwei Mal im Jahr neu ausgebildete Polizeibeamten eingestellt. Das teilt Polizeisprecher Andreas Guske auf Nachfrage von innsalzach24.de mit. Im März 2017 haben demnach 63 junge Kolleginnen und Kollegen verteilt auf das Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ihren Dienst angetreten.

"Die Menschen sind in Zeiten von Terrorangst und Flüchtlingskrise sensibler geworden"

Verstärkte polizeiliche Pensionsabgänge und neue Aufgabenbereiche, die die Beamten in der heutigen Zeit kompensieren müssen, lassen den Ruf nach mehr Nachwuchs und weniger Überstunden laut werden. Die Menschen seien außerdem in Zeiten von Terror und Flüchtlingskrise sensibler geworden, das bestätigt auch Polizeisprecher Guske: "Die aktuelle Situation, in der wir uns befinden, betrifft alle Inspektionen in der Region gleichermaßen."

"Den Mehraufwand bekommen wir zu spüren, indem wir beispielsweise in Asylbewerberunterkünften einen verhältnismäßig harmlosen Streit zwischen den Bewohnern schlichten müssen", sagt Nieß. Die vielen Einsätze in den Unterkünften seien sehr zeitraubend und arbeitsintensiv. Außerdem seien die Beamten im Bereich Prävention verstärkt im Einsatz. Nieß weiter: "Mit dem Schutz vor Straftaten und der latenten Terrorangst ist sehr viel Mehrarbeit auf uns zugekommen. Veranstaltungen, die früher jeder besucht hat, ohne sich vorab große Gedanken zu machen, werden von uns heutzutage intensiv betreut. Da brauchen wir mehr Einsatzkräfte als noch vor zwei Jahren, um die Menschen ausreichend zu schützen." 

Mit der 110 werde laut Nieß eine Art 'Allzuständigkeit' verbunden: "Außerhalb der Bürozeiten von eigentlich zuständigen Behörden sind wir der Ansprechpartner wenn's mal brennt. Und die Polizei kommt natürlich zu jeder Zeit." 

SV Wacker hält Burghausener Beamte auf Trab

Eine Besonderheit an Einsätzen der Polizei in Burghausen ist wohl der Fußballverein SV Wacker aus der Regionalliga. "Aufgrund der Größe und der Liga, in der der Verein spielt, gibt es eine sehr starke Fanbewegung - und mit ihr immer wieder Unruhen, denen wir entgegen halten müssen", erklärt Nieß. "Mit zu Gewalt neigenden 'Problem-Fans' sind wir das ganze Jahr über eingespannt und haben auch häufig mit Sachbeschädigungen zu kämpfen. Diese unschöne Seite des Fußballs schadet auch der Burghausener Polizei."

Da die Fußballspiele allerdings planbar sind, könnten immer genug Beamte eingesetzt werden, ohne dass ein Engpass in der Inspektion entsteht. "Die Polizei hat auch für kleinere Einsätze in Burghausen ausreichend Kräfte zur Verfügung, sodass die Sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet ist", verspricht Nieß abschließend. 

mb

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