Mitarbeiterinitiative in Burghausen für mehr Artenvielfalt

Café am Bichl produziert eigenen Honig - regional und nachhaltig

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Christian Fuchs (l.) und Laura Bolkart (r.) setzen auf ihre eigene Honigproduktion.
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Burghausen - „Bichl packt an“ heißt eine neue Mitarbeiterinitiative des gleichnamigen Cafés. Dabei sollen regionale Hilfsprojekte mit Spenden unterstützt werden.

„Honig ist sehr schwierig zum Handhaben – er pappt, hat eine Plastikverpackung und wir mussten die Reste wegschmeißen“, erzählt Inhaber vom Café Bichl, Christian „Fuxl“ Fuchs über die Entstehung der Idee, eigenen Honig zu produzieren. Seit kurzem können die Gäste den selbst hergestellten Honig, abgefüllt in kleinen Gläsern, einzeln zu jedem Frühstück dazu bestellen. Das soll auch das Bewusstsein der Gäste für regionale und nachhaltige Produkte stärken.

Finanziert haben es die eigenen Mitarbeiter. „Bichl packt an“ heißt die von Laura Bolkart (34), gemeinsame Inhaberin des Cafés, gestartete Mitarbeiterinitiative. Knapp über 30 Angestellte hat das Café und alle spenden mindestens zwei Euro pro Monat von ihrem Trinkgeld. Am Ende jedes Quartals wird der Betrag großzügig von den beiden Inhabern aufgerundet und ein meist regionales Projekt unterstützt, das sich für Artenvielfalt, Umweltschutz, Renaturierung, Tierschutz, Bewahrung von kleinteiligen Produktion oder faires Wirtschaften einsetzt. „In der Gruppe kann man was bewegen und das wollen wir mit der Initiative erreichen“, erzählt die 34-Jährige. Auch die Gäste können sich daran beteiligen.

Zwei Bienenvölker für den Eigenbedarf

Das "flüssige Gold" ist fertig.

Das erste Projekt war die Anschaffung zweier Bienenvölker für den eigenen Honig. Ein befreundeter Imker aus dem Rottal kümmert sich dabei um ihre Neuanschaffung. Normalerweise sollte der produzierte Honig auch über den Winter ausreichen. „Leider war dieses Jahr nicht so ergiebig. Zum einen produzieren frische Völker durch den Umzug anfangs noch nicht so ertragreich. Zum anderen spielte zudem das Wetter im Mai nicht so mit“, erklärt Christian Fuchs.

Doch der Honig ist nicht der einzige Aspekt, der in das Konzept des Cafés passt. So gibt es auf der Karte ein Heimatfrühstück, das immer neue regionale Spezialitäten beinhaltet. „Auch beim Kuchenverkauf, den sich die Gäste abholen können, verwenden wir inzwischen eine Papierrolle und keine Alufolie mehr“, berichtet die Inhaberin stolz. Ebenso beim beliebten und zahlreich besuchten Jazz am Bichl wird bereits kein Plastik mehr verwendet. So werden die Salate in Einweggläser angeboten, es gibt normales Besteck und keine Plastikstrohhalme.  

Suche nach regionalen Anbieter gestaltet sich oft schwierig

Nach langer Suche haben die Inhaber endlich auch einen regionalen Bio-Bauern gefunden, der ihnen gewährleisten konnte, genügend Hähnchen für ihren Bedarf zu liefern. „Bio ist nicht immer das Beste. Man muss sich nur mal überlegen, was der Transport eines Bio-Rindes aus Argentinien verursacht. Daher setzte ich lieber auf regionale Produkte“, so Christian Fuchs.

Zwar sei das Bio-Hähnchen pro Portion etwa einen Euro teurer als davor, doch das Konzept wird von den Gästen angenommen. „Es ist ein Spagat, den wir machen müssen. Wichtig ist es, dass alles bezahlbar bleibt. Dennoch wollen wir nachhaltige und regionale Produkte anbieten“, betont Christian Fuchs.

Christian Fuchs (l.) und Laura Bolkart (r.) überzeugen mit ihrem Konzept.

Das Bewusstsein für regionale und nachhaltige Produkte hat sich in den letzten zwei Jahren enorm verändert. Wichtig war der Impuls“, ist sich Laura Bolkart sicher und erinnert sich noch zu gut an einige Diskussionen mit Christian Fuchs und dem Küchenchef. Nachdem der eingeschlagene Weg und besonders der Honig von den Gästen super angenommen wird, sind die beiden Inhaber aber offenbar auf dem richtigen Weg.

jz

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