„Wir müssen auch diese Ansteckungsgefahr verhindern“

Burghauser gedenken dem Kriegsende vor 75 Jahren

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Burghauser Bürgermeister, Geistlichkeit sowie Vorstände der KSK Burghausen und Raitenhaslach gedenken dem Kriegsende am 8. Mai 1945.

Burghausen - Burghauser Bürgermeister, Geistlichkeit sowie Vorstände der KSK Burghausen und Raitenhaslach gedenken dem Kriegsende vor 75 Jahren im Botanischen Garten.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Erstem Bürgermeister Florian Schneider war es am 8. Mai 2020 sehr wichtig, dem Ende des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren bei der Gedenkstätte im Botanischen Garten zu gedenken. Es gehe zum einen darum, den „Gräueltaten“ zu gedenken, zum andren auch und gerade in diesen Tagen darauf aufmerksam zu machen, sich nicht „anstecken zu lassen“ von Braunem Gedankengut. „Wir müssen auch diese Ansteckungsgefahr verhindern.“ Er hätte sich diesen Tag durchaus feierlicher vorgestellt, betonte der Bürgermeister, der wegen der aktuellen Corona-Krise einen sehr kleinen Kreis geladener Gäste im Botanischen Garten empfing. „Normalerweise hätten wir natürlich auch Schüler dazu eingeladen, um vor allem die künftige Generation auf die Gefahren aufmerksam zu machen“, sagt Bürgermeister Schneider. 

Schneider erinnerte auch an die lokalen Auswirkungen des Kriegsendes bzw. was kurz vor Kriegsende in der Salzachstadt Burghausen noch vor sich ging. 


Am 2. März 1945 wurden fünf Bomben über Burghausen abgeworfen. Drei Bomben explodierten am Stadtplatz und dem Burghang hinter dem Geistwirtsgassl. Sie zerstörten den Löwenbrunnen und große Teile des Gasthofs zur Post. Der 15-jährige Schüler Volker Berthold wurde bei dem Angriff getötet, acht Personen verletzt. 

Am 28. April 1945 versuchten Ludwig Schön, Jakob Scheipl und Josef Stegmair im Wackerwerk die NS-Machthaber zu entwaffnen und die Zerstörung des Werks zu verhindern. Sie wurden durch einen SS-Mann hingerichtet. 

Ebenfalls am 28. April 1945 konnte Heinrich Lanner die befohlene Sprengung der Salzachbrücke verhindern. Er und Gustav Zinky riskierten bei der Aktion ihr Leben. Am 6. Mai 2020 ist Burghausen offiziell an die Amerikaner übergeben worden. Daten, die für die Stadt wichtig sind. 

Geschehnisse, die 75 Jahre zurückliegen. „Doch die Gefahr ist weiter vorhanden“, betont Bürgermeister Schneider. Er zitierte aus einer der nach wie vor aktuellen und bewegenden Rede von Richard von Weizsäcker zum 40-jährigen Gedenken und bekräftigte: „Mir liegt das Friedensprojekt Europa am Herzen, das müssen wir erhalten – heute mehr denn je.“ Im Anschluss sprachen Pfarrer Erwin Jaindl und Pfarrer Diethard Buchstädt ein Gebet für den Frieden.

Pressemeldung der Stadt Burghausen

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