SV Wacker gegen KSV Köllerbach

Burghausens Ringer vor historischem Titelgewinn

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Gemeinsam zum großen Ziel: Die Burghauser Ringer schwören sich auf das große Finale ein.

Burghausen - Die Ringer des SV Wacker Burghausen greifen nach einer nicht für möglich gehaltenen Gala gegen den KSV Köllerbach nach dem historischen Titel. Vor einer phantastischen Kulisse in der restlos ausverkauften Sportparkhalle demontierten die wie entfesselt kämpfenden Burghauser den sechsfachen Meister mit 18:6 und gehen mit unglaublichen zwölf Punkten Vorsprung in den Rückkampf am Samstag.

„Danke, danke, danke! Ich weiß nicht recht, was ich sagen soll“, konnte Burghausens Trainer Alexander Schrader seiner Freude gar nicht richtig Ausdruck verleihen, so begeistert war er von der grandiosen Stimmung in der Halle und den noch unglaublicheren Leistungen seiner Athleten, die eine in allen Punkten restlos überzeugende Mannschaftsleistung aufs Parkett zauberten.

Was Murad Gadzhiev gegen Mihail Sava ablieferte, war ein Freistilkampf der Extraklasse!

Mit der Wucht dieser Einheit kamen die Köllerbacher, denen gerade mal drei Punktsiege gelangen, überhaupt nicht zurecht - plattgedrückt von der Burghauser Walze aus Kampf, Kraft und Können rangen die Verantwortlichen um Mannschaftsführer und Sportlicher Leiter Thomas Geid regelrecht nach Fassung.

"Burghausen hat verdient gewonnen"

Freilich ist im Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gerade mal Halbzeit und in zehn Kämpfen kann noch viel passieren, ob aber die Saarländer diesen Rucksack mit zwölf Punkten Rückstand noch abwerfen können, ist eher unwahrscheinlich. „Burghausen hat verdient gewonnen, aber Köllerbach hat schon einmal in einem Finale zwölf Punkte aufgeholt. Noch ist nichts verloren“, fast schon trotzig versuchte KSV-Vorsitzender Hilmar Rehlinger seiner Mannschaft Mut für den Rückkampf, in dem ja aufgrund des Stilartwechsels die Karten ganz neu gemischt werden, zu machen, während Schrader von einer „klasse Ausgangsposition“ sprach: „Wir fahren am Samstag nach Köllerbach, um den Titel zu holen.“

Überlegenheitssieg gegen Deutschen Meister

Auftakt nach Maß: Vladimir Egorov ließ dem Deutschen Meister Viktor Lyzen keine Chance

Dass es am Samstagabend zu dieser unfassbare Burghauser Machtdemonstration gekommen ist, war selbst nach der Waage nicht absehbar. Doch es lief von Anfang an einfach wie am Schnürchen für Wacker, legte doch gleich Vladimir Egorov in der Freistil- Eingangsklasse mit einem Überlegenheitssieg gegen den Deutschen Meister Viktor Lyzen optimal vor. Im Sog dieses Erfolges machte Armin Majoros Ex-Weltmeister Heiki Nabi im Greco-Schwergewicht das Leben brutal schwer. Am Ende gelang dem Olympiazweiten von London keine technische Wertung, sein 2:0-Erfolg brachte Köllerbach nur einen Mannschaftszähler.

Andreas Maier am Ende seiner Kräfte: Dennoch war die 0:11 Niederlage gegen Bekhan Mankiev ein gefühlter Sieg!

„Nach zwei Minuten hätte ich nie geglaubt, dass ich über die Zeit komme“, gestand Andi Maier, der erstmalig in dieser Saison aufs Greco-Bantam abgekocht hat und dementsprechend gegen einen übermächtigen Gegner aus der Weltklasse mit der Physis zu kämpfen hatte. Zumal der Russe Bekhan Mankiev mächtig Druck machte, unwahrscheinlich nach vorne marschierte. „Ich habe gedacht, dass er nie nachlassen würde, aber irgendwann ist er dann doch etwas ruhiger geworden, aber da waren noch fast zwei Minuten auf der Uhr, von denen ich nicht wusste, wie ich sie überstehen sollte“, mit letzte Kraft und vorbildlichem Willen brachte Maier den Kampf am Ende mit einer 0:11-Niederlage noch relativ sicher über die Zeit und rettete einen wichtigen Punkt.

Grenzenloser Jubel: Erik Thiele besiegte Gennadij Cudinovic dank der zuletzt erzielten Wertung mit 2:2

Noch lag Köllerbach im Rennen und Gennadij Cudinovic, der zwar etwas wie ein übergroßes Gummibärchen aussieht, aber technisch brillant ist, ließ Erik Thiele im Freistil-Halbschwer nicht zur Entfaltung kommen. Doch Thiele demonstrierte mentale Stärke, ließ sich auch von einem 0:2-Rückstand nicht beirren und drehte mit einer beherzten Aktion nach fünf Minuten den Kampf - nächster Nadelstich mitten ins KSV-Herz, den Beka Lomtadze mit einem 16:0 gegen Nico Antonio Zarcone im Freistil-Leicht gnadenlos und sehr souverän zu einer gefährlichen Wunde vergrößerte.

4:9-Rückstand für Köllerbach

Ready for Take-off: Matthias Maasch erteilte Marc-Antonio von Tugginer Flugstunden!

Nach einem 4:9-Rückstand hofften die Köllerbach nach der Pause auf Besserung, doch es kam alles noch viel schlimmer. Seriensieger Laszlo Szabo, immerhin WM-Dritter von 2016 biss im Greco-Mittel gegen Eugen Ponomartschuk auf Granit und verbuchte mit Ach und Krach einen 3:0-Erfolg: Die letzten Punkte für Köllerbach, wobei Marc-Antonio von Tugginer in der Greco-Klasse bis 71 Kilogramm gegen Wacker-Ikone Matthias Maasch noch Glück hatte, dass er nach zwei Aushebern mit einer 0:8-Niederlage davon gekommen ist.

Im Generationsduell zwischen Benjamin Sezgin (26) und Andrij Shyyka (37) überrumpelte der Burghauser in der Freistil-Klasse bis 80 Kilogramm seinen Kontrahenten, führte auch dank seiner unnachahmlichen Beinschrauben schnell mit 8:0, doch Shyyka gab nicht auf, wollte das Ruder noch einmal zugunsten seiner Mannschaft rumreißen und kam tatsächlich auf 8:5 heran, ehe Sezgin den Sack mit 10:5 zumachte.

Sieg für Burghauser Vizeweltmeister

Absolute Weltklasse dann im vorletzten Kampf des Abends zwischen Vizeweltmeister Magomedmuurad Gadzhiev und Mihail Sava, seines Zeichens Olympiazweiter von 2016. Absolut ungewöhnlich dann aber der Ausgang, denn der Pole in Burghauser Diensten filetierte den Moldawier bei seinem 9:0-Sieg im Freistil-Welter nach allen Regeln der Kunst, spätestens zu diesem Zeitpunkt saß der Stachel der Enttäuschung bei den Gästen tief. Doch als dann auch noch Michael Widmayer im Greco-Welter den Deutschen Meister Timo Badusch mit seiner ungeheuren Energie im Standkampf zur Verzweiflung brachte und einen völlig verdienten 2:0-Sieg feierte, war bei Köllerbach Land unter.

Bei aller Euphorie über den grandiosen Sieg und das sicher unvergessliche Spektakel in der Sportparkhalle wissen sowohl die Athleten als auch die Verantwortlichen, dass der letzte Schritt zum ersten Titel der Vereinsgeschichte noch vor ihnen liegt. Dementsprechend konzentriert und sorgfältig wird sich die Mannschaft jetzt in dieser Woche vorbereiten.

Pressemitteilung SV Wacker Burghausen

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