Am Mittwochabend im Stadtsaal

Bürgerversammlung: Unterhaltsam aber es besteht hier und da Handlungsbedarf

+
Hans Steindl am Mittwochabend auf der Bürgerversammlung im Stadtsaal in Burghausen
  • schließen

Burghausen – Es war eine über weite Strecken sehr unterhaltsame Bürgerversammlung am Mittwochabend im Stadtsaal. Der Stadt geht es gut, die Finanzen stimmen und das „Wir-Gefühl“ lässt auch schon mal eine humorige Selbstreflexion zu. Im Diskussionsteil wurden aber auch ein paar Dinge mit offenbarem Handlungsbedarf angesprochen.

Burghausen steht kurz vor der 20.000er-Marke, was die Einwohnerzahl betrifft. „Die Leute wollen wieder in die Stadt“, erklärte Hans Steindl am Mittwochabend auf der Bürgerversammlung im Stadtsaal. Soll wohl heißen: Wer da einst ausgezogen ist, um quasi die Welt zu entdecken, kommt gerne wieder in die Herzogstadt zurück. In Burghausen attraktive Arbeitsplätze. In Summe steht Burghausen also offenbar gut da: Das Image stimmt. Das ist ein aber anscheinend ein zweischneidiges Schwert:

  • Zum einen ist es die Frucht jahrzehntelanger Arbeit
  • und zum anderen bedeutet es eine enorme Hausforderung für die Zukunft.

Wir müssen schauen, dass wir dem gerecht werden“, sagte der Erste Bürgermeister dazu.

Die Bürgerversammlung am Mittwochabend im Stadtsaal in Burghausen

„Wir sind nicht für Wertminderungen verantwortlich“ (Hans Seindl)

Burghausen kann laut Steindl nicht mehr in die Breite wachsen, nur noch in die Höhe. „Da geht’s auch um die freie Sicht“, sagte er. Das werde zwar einigen nicht gefallen „aber wir wollen attraktive Preise anbieten können.“ Deswegen habe die Stadt in den letzten 10 Jahren Grundstücke im Wert von 80 Millionen Euro gekauft. „Wir sind nicht für (gegebenenfalls) Wertminderungen verantwortlich."

Bürgerversammlung: Unterhaltsam aber es besteht hier und da Handlungsbedarf

Gustl Geith

Er ist ein echtes Burghauser Urgestein. Es sei seine 70. Bürgerversammlung in der Herzogstadt, der er beiwohnen dürfe, so Geith. Ihm ging es um mehre Anliegen:

  • Die ansässigen Autofahrer und –parker sollten über den Einsatz der Kehrmaschinen informiert werden. Dann würden sie ihr KfZ nicht mehr da abstellen, wenn die Kehrmaschine kommt.
  • Eine angeblich angekündigte Parkwirtschaft, also dass systematisch Geld verlangt wird für Parkplätze, sieht Geith als große Gefahr: „Da werdet Ihr noch schauen, wie die Wohngebiete zugeparkt werden von Parkplatzschmarotzern.“
  • Weiters liege ihm das Thema Recycling sehr am Herzen, so Geith. Viel zu viel werde sorglos weggeworfen, was ein anderer vielleicht noch brauchen kann. Geith machte das insbesondere am Thema Fahrrad – also Altmetall – fest. 
  • Ob man die Asylbewerber nicht für die Reinigung der Straßenränder einsetzen könnte, war eine weitere Frage von Gustl Geith.
Das Burghauser Urgestein Gustl Geith auf seiner 70. Bürgerversammlung in Burghausen, wie er sagt

Der Erste Bürgermeister der Stadt Burghausen antwortete mit dem Prinzip der Subsidiarität, also dass jeder Grundstückseiner eigentlich für seinen Anteil an der Straße selbst zuständig ist. Die Anwohner über den Einsatz der Kehrmaschine zu informieren, falle also aus

Das Problem der möglichen „Parkschmarotzer“, sehe man bei der Stadt durchaus und werde die Sache genau beobachten. 

Das Thema Recycling schob Hans Steindl ab, da hierfür der Landkreis verantwortlich zeichne

Den Vorschlag, Flüchtlinge einzusetzen, ihnen Arbeit und damit Perspektive zu geben, finde er gut, so Steindl auf Geiths weitere Anfrage. Allerdings seien da der Stadt die Hände gebunden. Das regelt normalerweise die Regierung von Oberbayern als für diese Einrichtung zuständige Behörde.

Campus Burghausen

Die Stadt werde weiterhin den Ausbau der Außenstelle der FH Rosenheim vorantreiben. Zwei Neubauten seien in Planung. Labore sollen darin untergebracht werden. Die Kosten dafür würden die Stadt und der Landkreis tragen, so Steindl. „Dafür gibt es keine Förderung.“ Er sehe in Zukunfteine Kapazität von 1.000 Studenten, die am Campus Burghausen studieren werden können sollen. Somit sei das investierte Geld gut angelegt.

Hans Steindl stellte sich auf der Bürgerversammlung im Stadtsaal in Burghausen den Fragen aus der Bevölkerung.

Aufzug zur weltlängsten Burg

Die Burg zu Burghausen: Sie steht im Guiness-Buch der Rekorde als der Welt längste Burg. Es sind mittlerweile wohl mehrere Dekaden, in denen das Thema Aufzug immer mal wieder diskutiert worden war. Von Kritikern bis hin zur Satire: Gar von einem Steindl-Denkmal für die Ewigkeit war/ist diesbezüglich teilweise die Rede. Der Rathauschef gab sich am Mittwochabend dazu sehr bescheiden. „Ich muss das nicht haben.“ Hans Steindl gab aber auch zu bedenken, dass es bestimmt irgendeiner tut, „wenn der Freistaat mitmacht“, also wenn die entsprechende Förderungsmöglichkeit gegeben ist. Dann habe er auch nichts gegen einen Bürgerentscheid. Wenn konkrete Zahlen/Daten vorliegen würden wie

  • was es kostet, 
  • wo es gebaut wird, 
  • wen es betrifft und wie viele.

dann liege ein schlüssiges Konzept vor, über das dann gerne der Bürger selbst entscheiden sollen dürfen.

Zu den weiteren Themen auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Stadtsaal in Burghausen folgt am Freitag ein Artikel auf innsalzach24.de.

Zurück zur Übersicht: Stadt Burghausen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser