Stadt Burghausen fordert Corona-Testmobil

Bürgermeister für Berufspendler und Mittelstand: „Unsere Betriebe und Schulen jetzt unterstützen“

Burghausen - Nach den aktuellen Verordnungen (§ 3 EQV Grenzpendler) müssen Einpendler aus Österreich (ausländisches Risikogebiet laut RKI) einmal wöchentlich einen negativen Coronatest der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde, also dem Landratsamt Altötting, vorlegen.

Dies betrifft Hunderte, die täglich aus dem angrenzenden Oberösterreich und Salzburger Land nach Burghausen einpendeln, um dort zu arbeiten oder zur Schule zu gehen. Das stellt sowohl den hiesigen Mittelstand, aber auch die Burghauser Schulen und Ausbildungsbetriebe in der Pandemie vor eine große Herausforderung. „Deswegen braucht Burghausen als Grenzstadt eigene Testmöglichkeiten. Das habe ich auch mit Landrat Erwin Schneider diskutiert, der grundsätzlich meiner Meinung ist. Wir planen mit Unterstützung des Landkreises hier einen eigenen Teststandort aufzubauen und stellen für diesen den Messeplatz bzw. die Messehalle zur Verfügung“, erklärt Burghausens Erster Bürgermeister Florian Schneider.


Ob und ab wann der sog. „Testbus“ kommen wird, steht noch nicht fest: „Sobald wie irgend möglich“, fordert Bürgermeister Florian Schneider. Es gehe bei diesem Vorstoß nicht um die hiesige Industrie, die mit rund 1.000 Einpendlern aus Österreich die meisten Testungen von Arbeitnehmern im Stadtgebiet durchführt, sondern um den Mittelstand: „Die Industrie hat hier eine andere Infrastruktur mit eigenen Werksärzten usw. Arbeitnehmer aus kleinen und mittelständischen Firmen, Lehrer, Schüler und Studenten brauchen jetzt hier unsere Unterstützung, um weiterhin ihrer Arbeit bzw. Ausbildung nachgehen zu können.Ein eigenes Testzentrum in Burghausen würde maßgeblich zur Aufrechterhaltung der örtlichen Wirtschaft unserer Stadt dienen und letzten Endes dem Gemeinwohl. Deshalb möchten wir diesen Service den Unternehmen und Ausbildungsstätten unserer Stadt anbieten“, sagt das Stadtoberhaupt.

Wie das genaue Prozedere der Testungen dann aussehen werde, ob beispielsweise eine Terminvereinbarung notwendig sein wird, welche Art von Tests z.B. Schnelltests durchgeführt werden und ab wann dies überhaupt möglich sein wird, steht am heutigen Tag – 27.10.2020 – noch nicht fest.


Sobald Details klar sind, werden wir weiter informieren“, so Bürgermeister Schneider. Das Landratsamt prüft, wie schnell in Burghausen eine mobile Teststation umgesetzt werden kann.

Hintergrund: Die Stadt Burghausen gilt als der „Wirtschaftsmotor“ des Landkreises Altötting. Sie ist im sog. Chemie Dreieck in Südostbayern Standort der Wacker Chemie AG sowie der Großwerke OMV und Linde. Burghausen hat 19.000 Einwohner und 18.000 Arbeitsplätze. Viele mittelständische Unternehmen haben sich erfolgreich angesiedelt. Ein eigenes Güterterminal sorgt für den Warentransport. Die Grenzstadt ist durch die Salzach als „natürliche Grenze“ von Österreich getrennt. Viele Burghauser wohnen in Österreich und arbeiten in Burghausen und umgekehrt. Wie viele Einpendler von Österreich es tatsächlich sind, kann nur geschätzt werden. Rund 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind es allein bei den Großkonzernen.

Pressemitteilung Stadt Burghausen

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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