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Gespräch mit dem Burghauser Bürgermeister Florian Schneider

„Das echte Leben mit menschlichen Begegnungen ist das bessere. Das habe ich aus der Pandemie gelernt.“

Florian Schneider (SPD) ist seit 2020 Erster Bürgermeister der Stadt Burghausen. Vorher war er Geschäftführer der Firma Kreutzpointner
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Florian Schneider (SPD) ist seit 2020 Erster Bürgermeister der Stadt Burghausen.

Im Sommer-Interview gibt Florian Schneider Einblicke in seine Urlaubsplanungen. Dabei vergisst er nicht, vor welchen Herausforderungen die Bevölkerung Burghausens steht. Es geht um Live-Jazz am 21. und 28. Juli, die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine und den immensen Strombedarf der chemischen Industrie.

Burghausen - Beim Termin im schmucken Rathaus von Burghausen - der gotische Lichthof stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Fassade aus dem 18. Jahrhundert - erlebt innsalzach24.de einen entspannten Bürgermeister Florian Schneider, der an einem sonnigen Montag Formulare abzeichnet und Anträge bearbeitet. Eines wird schnell klar: Der Mann, der „Ewig-Bürgermeister“ Hans Steindl (SPD) - er war 30 Jahre lang im Amt - 2020 abgelöst hat, möchte gerne weitermachen. Beim Amtsantritt musste er sich gleich mit der Corona-Pandemie auseinandersetzen.

Teil 5 unserer kleinen Sommer-Serie mit Gesprächen mit Bürgermeistern aus dem Landkreis Altötting. Lesen Sie auch die Interviews mit Garchings Bürgermeister Maik Krieger, Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, Altöttings Bürgermeister Stephan Antwerpen und Neuöttings Stadtoberhaupt Peter Haugeneder.

Kein alltäglicher Arbeitsplatz: Das historische Rathaus in Burghausen mit gotischen Bögen im Inneren. Die Fassade stammt aus dem 18. Jahrhundert.

So schön war der Samstag auf dem Burgfest

Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Trommeln, Fanfaren, Schaukämpfe und Fahnenschwinger: Es gab jede Menge zu sehen auf der Burg zu Burghausen.
Der Samstag auf dem Burghauser Burgfest. © Haindl
Herr Schneider, sind Sie erholungsbedürftig oder wo soll es in diesem Sommer im Urlaub hin gehen?
Das Burgfest hat mir frische Energie gespendet. Aber ich fahre ich gerne in andere Länder, mit meiner Familie - meiner Frau und meinen beiden Töchtern - um andere Kulturen und Menschen kennenzulernen. Es kann nach Frankreich gehen, nach Italien oder Spanien. Wir wissen es noch nicht genau. Ich persönlich schaue mir gerne neue Städte an, deren Treiben ich auf mich wirken lasse. Das Meer und Schwimmen im Meer gehören auch unbedingt zu einer solchen Reise dazu.
Wie erleben Sie Ihre eigene Stadt, wenn Sie einmal frei haben?
Burghausen kann man zu jeder Jahreszeit genießen. Wie viele Burghauser zieht es mich im Sommer nach draußen. Der Wöhrsee ist ein ganz besonderer Ort für mich. Quasi mitten in der Stadt schwimmen zu gehen und die Burg in ihrer ganzen Länge dabei als Kulisse im Hintergrund zu haben, das ist einmalig.
Burghausen ist auch Jazz-Stadt.
Absolut. Ich höre Jazz auch selbst gerne. Die Sommerveranstaltungen laufen. „Jazz am Stadtplatz“ bietet die Gelegenheit, an fünf Tagen im Sommer immer am Donnerstag Gratis-Konzerte beim Spazierengehen oder vom Biergarten aus zu erleben. Am 21. / 28. Juli und am 11. August, ab 19 Uhr, sind die nächsten Termine. Das ist das frühere Programm von „Jazz am Bichl“, wegen der Baustelle an der Salzlände an den Stadtplatz verlegt. Oder Musik am Wasserplatz in der Neustadt. Hinter dem Bürgerhaus kann man sich dabei am Sonntag mit der Picknick-Decke in den Stadtpark setzen, ein Eis essen und die Musik genießen.
Was könnte man noch unternehmen?
Da wäre noch das Pop Up Kino mit der aufblasbaren Leinwand, bei dem man es sich abends gemütlich machen kann. Das sind alles tolle, kostenlose Sommer-Events. Wer von Jazz tatsächlich nicht genug bekommen kann, sollte sich das ganze Jahr über den Jazzkeller im Mautnerschloss vormerken. Das „Cabaret des Grauens“ hat auch immer ein spannendes Programm in Sachen Kleinkunst.
Wie hat Ihnen die Maiwiesn gefallen - als Debütant nach zwei Jahren Pause?
Sehr gut. Es ist richtig rund gelaufen. Nachdem wir uns abgesichert haben, dass wir keine Einschränkungen wegen Covid 19 in Kauf nehmen müssen, gaben wir den Planern Grünes Licht. Die Bevölkerung war hungrig und durstig nach dem Volksfest, das konnte man überall spüren. Gerade auch beim Senioren-Nachmittag.
Was muss man noch „reparieren“ nach den Beschränkungen der Corona-Politik?
Es ist nicht mehr so wie vorher. Manche Menschen haben jetzt ein großes Nachholbedürfnis, andere bleiben vorsichtig. Das muss jeder selbst beurteilen. Ich habe früh ein Zeichen gesetzt mit der Corona-Schutzimpfung, für die ich mich entschieden und das auch der Bevölkerung so kommuniziert habe. Trotzdem bin ich für die Freiheit der Entscheidung. Was wir alle gemerkt haben, denke ich: Dass das echte Leben mit sozialen Kontakten besser ist und nicht durch Hilfsmittel wie Home Schooling oder Chatprogramme ersetzt werden kann.
Kommen Lockdown und Abstandsregeln im Herbst wieder auf uns zu?
Ich hoffe, dass alles mit Maß und Ziel geregelt wird. Die harten Maßnahmen 2020 und 2021 waren notwendig. Einen Lockdown sehe ich aktuell nicht mehr kommen. Die Bevölkerung würde die gleichen Einschränkungen vermutlich nicht noch einmal akzeptieren. Das Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen ist hingegen mittlerweile normal.
Inwieweit profitiert Burghausen von TV-Sendungen wie DSDS oder „Jetzt red i“?
Wir sind auch Tourismus-Stadt und machen die Attraktivität von Stadt und Region gerne noch bekannter. Daher spielen wir bei solchen Aktionen mit. Wenn der Rahmen passt. Gerade Radfahrer heißen wir gerne willkommen und unterstützen sanften Tourismus. Dass die BR-Sendung „Jetzt red i“ zum Thema „Energiewende und knappe Rohstoffe“ aus Burghausen live übertragen wurde, war naheliegend, weil wir das Zentrum des ChemDelta Bavarias sind.
Unternehmen wie Wacker Chemie AG, Borealis Polymere oder die OMV Raffinerie haben einen gewaltigen Energiebedarf.
Ja, aber die Wirtschaft muss am Laufen gehalten werden. Am Chemiedreieck hängen tausende von Arbeitsplätzen. Das ist das Fundament unseres Wohlstands. Burghausen hat etwa 18.000 Einwohner und genauso viele Arbeitsplätze. Deshalb war es mir wichtig, dass uns Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei der BR-Sendung am 13. April einen Ausblick gibt, wie es weitergeht.
Wohin muss sich die chemische Industrie bei den Rahmenbedingungen entwickeln?
Die Branche ist sehr Energie-intensiv. Grüner Strom - und durch Elektrolyse daraus gewonnener Grüner Wasserstoff sind wichtige Zukunftsthemen. Wir unterstützen alle Projekte, die Erneuerbare Energien fördern, von Photovoltaik über Wasserkraft bis zur Windkraft. Es muss immer ausreichend Strom zu moderaten Preisen für die Industrie zur Verfügung stehen. Der Strombedarf steigt tendenziell.
Welche Rolle spielen dabei der Campus Burghausen und das geplante Reallabor?
Das Wasserstoff-Reallabor soll mit über 38 Partnern aus Wissenschaft und Industrie verschiedene kleine Projekte betreiben und Situationen simulieren, wie der Standort der chemischen Industrie fit gemacht werden kann mit Blick auf die Zukunft. Klimaneutralität und CO2-Reduktion sind zwei wichtige Ziele. Das Reallabor hat ein Volumen von 45 Millionen Euro. Unser Antrag zur Gründung des Reallabors hängt leider gerade noch fest in den Mühlen der Bürokratie der Bundesregierung in Berlin.
Wie gut die Chancen, dass es klappt?
Die Projektskizze für den Förderantrag ist bisher von den Experten immer gut beurteilt worden. Wir sind guter Dinge und führen Gespräche mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) genauso wie mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.
Wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine sind in Burghausen untergebracht?
300 bis 350 Personen sind Stand heute zusätzlich aus dem Kriegsgebiet zu uns gekommen. Sie sind alle gut untergebracht und der Ablauf ist reibungslos. Schulen und Kindergärten stehen vor einer Herausforderung, sollen viele Kinder ohne Deutschkenntnisse zusätzlich aufnehmen. Die Situation ist aber in einem beständigen Wandel. Viele Menschen kehren auch wieder zurück in die Ukraine. Manche möchten gerne hier bleiben. Ich bin froh, dass die Burghauser hier so gut zusammen arbeiten und dass wir die Verteilung der Flüchtlinge über das Haus der Familie optimal steuern konnten. Viele Ehrenamtliche haben sich eingebracht. Das ist vorbildlich und bemerkenswert.

innsalzach24.de bedankt sich bei Florian Schneider für das Gespräch.

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