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Bier-Startup Brauwerkstatt

Die Burghauser Biergeschichte mitschreiben

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Braumeister Thomas Dummer neben der 500-Liter-Brauanlage
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Burghausen - Burghausen hat wieder eine Brauerei. Was vor rund fünf Jahren als Hobby begann, entwickelt sich zur unternehmerischen Erfolgsgeschichte.

Anfangs waren es nur drei Freunde mit Spaß am Bierbrauen. 2010 rief Thomas Dummer gemeinsam mit zwei Spezln die Burghauser Brauwerkstatt ins Leben, sie gaben Braukurse und experimentierten mit alten und neuen Rezepturen. Schon damals war ihnen aber klar: Da könnte mehr daraus werden. "Es war von vornherein das Ziel, dass wir nicht nur hobbymäßig brauen, sondern uns in die Burghauser Biergeschichte einreihen", erzählt Thomas Dummer.

Die Burghauser Biergeschichte mitschreiben - was so ehrgeizig klingt, ist durchaus durchdacht. Zum einen merkten Dummer und seine Mitstreiter schon in der Hobbyphase, wie gut die Brauwerkstatt bei vielen Burghausern ankommt, zum anderen ist Dummer vom Fach. Der 41-Jährige ist Braumeister und arbeitete zuletzt elf Jahre lang bei einer Brauerei in Fürstenfeldbruck. Ende 2013 schlossen Dummer und seine Mitstreiter schließlich den Gesellschaftervertrag für ihre Brauwerkstatt, seit April 2014 hat das Projekt so richtig Fahrt aufgenommen. Seitdem ist Dummer der festangestellte Braumeister des Unternehmens.

Übliche Kategorien greifen nicht

Dummers Ansprüche an sein Bier sind hoch: "Wir wollten nicht irgendwas machen, sondern ein Burghauser Bier kreieren." Die Rezeptur des Biers "Unser Burghauser" ist selbstverständlich eine Eigenkreation - und lässt sich nicht in die üblichen Kategorien einordnen. Für Dummer war das nicht unproblematisch, die Behörden verlangen eine genaue Benennung der Biersorte. Ein Helles ist "Unser Burghauser" jedenfalls nicht, auch wenn Stammwürze und Alkoholgehalt passen würden. Letztendlich kategorisierte Dummer das Bier als "untergäriges Vollbier". "Es ist eine eigens für Burghausen kreierte Biersorte. Die gibt es in dieser Form sonst nicht zu kaufen."

Gerade bei Menschen, die sonst kein Bier trinken, sei "Unser Burghauser" beliebt. "Wir haben viele Kunden, die sonst Wein trinken. Die kaufen sich ein paar Flaschen und genießen das dann." Insgesamt ist die Resonanz in Burghausen sehr gut. Grund dafür dürfte auch sein, dass die Brauwerkstatt die einzige Brauerei ist, die in Burghausen braut. "Manche Leute sagen: Das ist das, was in Burghausen abgegangen ist", erzählt Dummer. Dass das Bier gut ankommt, habe man schon erwartet, sagt der 41-Jährige. Eine Überraschung sei allerdings gewesen, "dass die Leute den Preis und das hohe Pfand so hinnehmen".

Warum ein Verkauf nach Österreich nicht einfach ist

Der hohe Preis resultiert schlicht aus dem Umstand, dass die Brauwerkstatt eine kleine Handwerksbrauerei ist. Dummer ist nach wie vor der einzige Angestellte und damit nicht nur Braumeister, sondern quasi Mädchen für alles. Ein Hemmschuh sind für ihn ab und an die bürokratischen Hürden. Die Nachfrage nach dem Bier der Brauwerkstatt ist relativ groß, das Unternehmen könnte mehr produzieren. "Ich brauche einfach mehr Zeit", sagt Dummer, der sich eben nicht nur ums Brauen, sondern auch um den Papierkram kümmert. Im Grunde läuft immer noch die Startphase des Unternehmens, technische und bauliche Investitionen stehen noch aus, hinzu kommt immer wieder jede Menge Bürokratie.

Für die Brauwerkstatt wären beispielsweise die Wirte in Österreich, die ja nur einen Katzensprung entfernt sind, als Kunden durchaus interessant. Direkt an die Wirte verkaufen kann die Brauwerkstatt ihr Bier aber nicht, für einen großen Händler wären aber die Mengen zu gering. Ein halbes Jahr stand Dummer mit dem Zoll in Kontakt, bis nun endlich eine Lösung gefunden wurde. Auf kleine Brauereien sei das System eben nicht ausgelegt, findet Dummer.

"Abgefahrene Biersorten" sind Zukunftsmusik

Die Brauwerkstatt verkauft ihr Bier an festen Terminen in der Brauerei direkt an die Privatkunden, beliefert inzwischen aber auch sieben gastronomische Betriebe in Burghausen. Der Brauwerkstatt kommt dabei zupass, dass viele Wirte unabhängig von großen Brauereien agieren können. Noch vor zehn, 20 Jahren seien die meisten Wirte an eine Brauerei gebunden gewesen, erklärt Dummer. "Man merkt in der Gastronomie, dass sich die Wirte wieder größere Bierkarten zulegen."

Das nächste Ziel des Unternehmens ist es, ausreichend "Unser Burghauser" verfügbar zu haben. Ein weiteres Ziel von Dummer und seinen Mitstreiter ist ein eigener kleiner Ausschank in der Brauerei, mitsamt einem Biergarten vor dem Haus. "Abgefahrene Biersorten", wie Dummer sagt, am besten freilich vollständige Eigenkreationen, sind Zukunftsmusik. Einzig zu Weihnachten wird es wieder eine zusätzliche Sorte, den "Christophorus", einen Doppelbock, geben.

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