Stadt Burghausen mit Signal an Investor HBB

Salzachzentrum: Baugenehmigung verlängert, Zukunft ungewiss

Wie es mit dem Salzachzentrum weitergeht, steht derzeit in den Sternen. 
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Wie es mit dem Salzachzentrum weitergeht, steht derzeit in den Sternen. 

Burghausen – Der Stadtrat hat einem Antrag des Investors auf Verlängerung der Baugenehmigung für das geplante Einkaufszentrum einstimmig zugestimmt. Dass jedoch wirklich gebaut wird, daran glaubt niemand aus dem Gremium.

In einem Schreiben vom 24. Juni hat der Investor Hanseatische Betreuungs und Beteiligungs GmbH (HBB) um eine Verlängerung der im September auslaufenden Baugenehmigung gebeten. Diese wurde der HBB im September 2018 erteilt. Nun hat der Stadtrat in der jüngsten Sitzung dem Antrag zugestimmt und die Genehmigung bis zum 31. März 2021 verlängert. Bei Bedarf könnte diese nochmals verlängert werden.


Hintergrund dürfte auch der bestehende Vertrag zwischen der Stadt Burghausen und dem Investor sein. Das Joint Venture läuft Ende 2020 aus. Bürgermeister Florian Schneider sehe es als sehr realistisch, dass dieser Vertrag nicht verlängert wird. Daher spreche derzeit auch nichts dagegen, einer Verlängerung der Genehmigung zuzustimmen.

Schneider: "Geplante Konzept schwierig umsetzbar"

Ursprünglich hätte die Stadt das Projekt mitfinanziert, rund 20 der 70 Millionen Euro. Diese Verträge wurden aber gekündigt. „Eine Realisierung halte ich für sehr unwahrscheinlich, auch auf die nächsten Jahre gesehen“, so Schneider. Zum einen lassen es die Finanzen der Stadt aufgrund der Einbußen im Zuge der Corona-Krise nicht zu, zum anderen halte das Stadtoberhaupt das geplante Konzept "Mall" derzeit für schwierig umsetzbar.


Dass die Mall wirklich gebaut wird, daran glaubt niemand im Gremium. Ursprünglich sollten im August 2014 bereits die ersten Ladenflächen übergeben werden. Sechs Jahre später wisse niemand, wie es weitergeht. Für Aufsehen und viel Unmut sorgte der Investor, als sie mit einer Broschüre in den Wahlkampf eingegriffen haben.

Signal an HBB

Franz Kammhuber (SPD) halte eine Verlängerung dennoch für ein Signal an HBB: „Wir wollen eine konstruktive Zusammenarbeit. Es wird Zeit, dass es in diesem Thema vorangeht“. Schneider wolle mit HBB diesbezüglich im Gespräch bleiben.

Auch für Peter Schacherbauer (UWB) mache eine Verlängerung Sinn. Zudem hätte HBB das Recht auf eine zweimalige Verlängerung der Frist. Bürgermeister Schneider stimmte ihm in diesem Punkt zu. Dennoch sollte man die Verlängerung nur von kurzer Dauer gewähren, um „rechtzeitig alternative Planungen“ anzugehen.

jz

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