"Die Bahn will die Anlieger ruhigstellen"

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Burghausen - Eine kontroverse Debatte ist garantiert: Die Bahn diskutiert am Dienstag mit der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen über Lärmschutz.

Im Rahmen des Sonderprogramms "Lärmschutz Schiene" testet die Südostbayernbahn im Burghauser Stadtgebiet niedrige Schallschutzwände. Ziel ist die genaue Ermittlung des Lärmschutzeffekts. Brisanz erhält dieses Vorhaben dadurch, dass einige Burghauser durch das Güterverkehrterminal, das 2014 eröffnet werden soll, eine massive Erhöhung der Lärmbelastung befürchten.

Schutzwände ab 16 Uhr ausgestellt

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Am Dienstag, 2. Juli, sollen die neuen Schutzwände präsentiert werden. Ab 16 Uhr sind sie im Außenbereich des Bürgerhauses aufgestellt und ab 17.30 Uhr stehen Vertreter der Südostbayernbahn für Fragen zur Verfügung.

Um 18.30 Uhr schließlich dürfte es allerdings nicht mehr alleine um die niedrigen Schallschutzwände gehen. Dann nämlich treffen sich Vertreter der Bahn mit der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Burghausen zu einer öffentlichen Diskussion im Gartensaal des Bürgerhauses.

"Situation am Gleis kurzfristig verbessern"

Wir sind froh, dass man uns wieder mal zur Kenntnis nimmt", kommentiert dies Bernd Passer von der Bürgerinitiative. "Wir werden sonst von den Informationen ferngehalten." Passer, der selbst nicht unmittelbar an der Bahnstrecke wohnt, engagiert sich seit sieben Jahren dafür, "die Situation am Gleis kurzfristig zu verbessern", wie er sagt. Mit niedrigen Schallschutzwänden jedoch, davon ist er überzeugt, kann dies nicht gelingen.

"Bahn will die Anlieger ruhigstellen"

Die Züge müssten im Burghauser Stadtgebiet bremsen, was "Lärm knapp oberhalb vom Raddurchmesser" verursacht. Die niedrige Schallschutzwand könne demnach den entstehenden Lärm nicht komplett auffangen. Mit dem Test dieser Schutzwände wolle die Bahn lediglich "die Bahnanlieger ruhigstellen".

Müssten die Züge mit 30 km/h fahren?

Für einen effizienten Lärmschutz in Burghausen müssten aus Sicht der Bürgerinitiative alle Züge schon vorher abbremsen und die rund zwei Kilometer lange Strecke vorbei an den Wohnhäusern mit 30 km/h fahren. Genau diesen Punkt möchte Passer am Dienstag ansprechen, ist allerdings skeptisch, dass dies je umgesetzt wird. Er befürchtet, die Bahn könnte einen Präzedenzfall vermeiden wollen: Fahren die Züge langsam durch Burghausen, könnten Forderungen nach dieser Maßnahme schnell auch anderswo laut werden.

Initiative: Bahnstrecke komplett verlegen

Langfristig möchte die Bürgerinitiative aber ohnehin den Bahnverkehr komplett umleiten und ganz aus dem Wohngebiet raushalten. Die Chemiewerke in Burghausen haben ihre Kapazitäten erhöht und verlagern in Zukunft - gerade mithilfe des KV-Terminals, das 2014 in Betrieb gehen soll - mehr und mehr Güterverkehr auf die Schiene. Dass damit auch mehr und mehr Gefahrgut durchs Wohngebiet transportiert werden könnte, möchte die Bürgerinitiative nicht hinnehmen. "Wenn was passiert, ist das immer im Garten", so Passer.

Diesen Punkt möchte der Burghauser am Dienstag allerdings nicht ansprechen. Thema sei schließlich der Lärmschutz. "Wir werden die Veranstaltung nicht umformatieren."

Rubriklistenbild: © pa/obs/Jet-Foto Kranert / Deutsc

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