Auftakt zum dritten „Look into the future“ in Raitenhaslach

Französischer Cellist Vincent Ségal liefert amüsante Performance

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Burghausen - Eine amüsante Performance lieferte der französische Cellist Vincent Ségal am Donnerstagabend in Burghausen. Zunächst jedoch stand ein Einführungsgespräch mit einigen teilnehmenden Künstlern in der Aula des Klosters Raitenhaslach auf dem Programm:

Organisator Cornelius Kreusch diskutierte mit Ségal, Zabine Kapfinger und FM Einheit von der Kultband „Einstürzende Neubauten“ über Kunst in Zeiten von Corona. Dabei gab es ermunternde und denkwürdige Einsichten in den derzeitigen Alltag der Kulturschaffenden.


Vincent Ségal, der spätestens durch das gemeinsame Album mit dem britischen Musiker Sting im Jahr 2009 auch einem Millionenpublikum bekannt wurde, erklärte dabei, wie wichtig es für einen Musiker ist, mit den „regionalen Rhytmen und der Musik von dort, wo man ist, mit zu schwingen“. Eine These, die er später zur Ermunterung aller untermauerte, indem er das Abendläuten im altehrwürdigen Kloster zunächst kurzerhand mit dem Cello kontrapunktierte und anschließend mit improvisiertem Rasselspiel zu einem Hit werden ließ, sodass kaum eines der rund 100 anwesenden Bein- oder Händepaare dabei ruhig bleiben konnte. Eigentlich hatte der Franzose aber eine Art Tombola vorbereitet: 88 Zettelchen, auf denen Künstlernamen notiert waren, mit denen Ségal schon persönlich oder indirekt zusammengearbeitet hatte, waren in einem kleinen Säckchen versteckt und wurden von den jüngsten Gästen in der ersten Reihe nacheinander gezogen, um den Fortgang der Performance zu bestimmen.

Bilder: Fotos vom Konzert


Da gab es schwungvollen Reggae oder Swing, exotische persische Klänge oder aber solche aus Mali. Aber beispielsweise auch Tschaikowski wurde gezogen, mit dem Vincent Ségal zugegebenermaßen schon „seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr“ hatte. Im Anschluss gab es für die Anwesenden noch die Möglichkeit, mit dem Künstler bei einer Podiumsdiskussion ins Gespräch zu kommen und über die Zukunft von Kunst und Kultur zu sprechen. Besonders erfreut zeigte sich der kosmopolitische Cellist dabei auch darüber, dass in Raitenhaslach auch einige Kinder mit dabei waren und er diese mit seinem klassischen Instrument begeistern konnte: „Das ist die Zukunft der Musik“, erklärte der Streicher.

Einen kleinen Ausblick auf das, was im Rahmen des Festivals noch geboten sein wird, gaben aber auch die Künstlerkollegen schon zu Beginn der Veranstaltung in der Aula Maior des Klosters. Die „Alpine Sabine“, die schon mit Hubert von Goisern Juchitzer zum Besten gab, animierte alle Anwesenden erfolgreich zum Jodeln und FM Einheit alias Frank-Martin Strauß gab einen Ausblick auf den sowjetischen Stummfilm „Kosmische Reise“ von Vasilij Uravlëv aus dem Jahr 1936, den er in einer Live-Uraufführung am Sonntag ab 11 Uhr im Burghauser Ankersaal musikalisch untermalen will: „Um die Zukunft zu gestalten, sollte man keinesfalls vergessen, das Vorhandene mit zu verwenden!“, so der Percussionist.

Einen kleinen Ausblick auf das, was im Rahmen des Festivals noch geboten sein wird, gaben aber auch die Künstlerkollegen schon zu Beginn der Veranstaltung in der Aula Maior des Klosters. Die „Alpine Sabine“, die schon mit Hubert von Goisern Juchitzer zum Besten gab, animierte alle Anwesenden erfolgreich zum Jodeln und FM Einheit alias Frank-Martin Strauß gab einen Ausblick auf den sowjetischen Stummfilm „Kosmische Reise“ von Vasilij Uravlëv aus dem Jahr 1936, den er in einer Live-Uraufführung am Sonntag ab 11 Uhr im Burghauser Ankersaal musikalisch untermalen will: „Um die Zukunft zu gestalten, sollte man keinesfalls vergessen, das Vorhandene mit zu verwenden!“, so der Percussionist.

Während Zabine Kapfinger am Freitag ab 19 Uhr zusammen mit dem französischen Schlagzeuger, Sänger und DJ, Cyril Atef alias Papatef die Volksmusik mit Rap, House und Hip-Hop zusammenbringen will, steht für den Samstagabend dann ebenfalls ab 19 Uhr spanischer Tanz auf dem Programm des Festivals. Mit Ana Morales ist eine der weltbesten Flamenco-Tänzerinnen zu Gast, die zusammen mit dem spanischen Sänger Juan José Amador ebenfalls ein Programm zwischen Tradition und Moderne angekündigt hat.

Zwar überträgt auch das Regionalfernsehen das Festival im Livestream, doch der direkte Kontakt in dem dank Corona fast familiären Ambiente, kommt mit den weltbekannten Künstlern zweifellos nur vor Ort zustande. Karten für die einzelnen Abende kosten jeweils 20 Euro und sind im Bürgerhaus und bei der Tourist Info erhältlich.

Peter Becker

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