Ab 1. März öffnen die Frisörsalons wieder

Welche neuen Auflagen gelten ab März für einen Frisörbesuch?

Anna Dudek, Inhaberin des Frisörsalons Headwork in Burghausen
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Anna Dudek, Inhaberin des Frisörsalons Headwork in Burghausen

Frisöre dürfen schon am 1. März wieder öffnen. Dass das auch unbedenklich ist, hat nun eine Studie der Technischen Universität Berlin belegt. Sie besagt, dass beim Tragen einer Maske nur ein sehr geringes Infektionsrisiko beim Frisörbesuch besteht. 

Burghausen - Anna Dudek ist glücklich, dass Sie ihren Friseursalon in der Mehringer Straße in Burghausen am 1. März wieder öffnen kann. Doch ganz trauen sie und ihre Kolleginnen der Sache nicht. Die Frisörinnen bleiben angesichts der Aussicht auf dauerhafte Öffnungen skeptisch. Zwar belegt eine aktuelle Studie der TU Berlin, dass gerade bei Kulturstätten wie Theatern, aber auch beim Frisörbesuchen und im ÖPNV wenig Infektionsrisiko besteht. Allerdings nur, solange man eine Maske trägt. Doch ob die Politiker diese Studie berücksichtigen werden?


Welche neuen Auflagen gelten ab dem 1. März beim Frisörbesuch?

10 qm Platz sollen pro Person und der arbeitenden Friseurin zur Verfügung stehen, erklärt Anna Dudek. Bei 20 qm Platz dürfen also zwei Kundinnen von zwei Friseurinnen betreut werden. Zum Schutz vor Ansteckung können auch Schutzwände aufgestellt werden. Doch die Beschaffung kostet wieder Geld und hilft bei einem weiteren Lockdown auch nicht weiter.


„Die Schutzwände kosten im Internet ab 300 Euro aufwärts“, erzählt die Frisörin. Geradezu ein Klacks? Für Friseure wohl eher nicht, denn Hilfen wurden von den wenigsten von Dudeks Kollegen bereits erhalten. Erst kürzlich wurde das Portal zur Beantragung der Fixkosten-Hilfe ab Januar geöffnet. Aber bis das Geld kommt, kann es dauern.

„Wir dürfen auch keine Laufkundschaft annehmen“, listet Anna Dudek weiter auf, „und die Kunden müssen ihre FFP2-Masken bereits vor dem Eintreten aufsetzen.“ Das klingt vernünftig und auch nicht allzu neu. Die Frisöre selbst dürfen mit normalen OP-Masken arbeiten. „Was bereits seit dem ersten Lockdown galt, gilt natürlich immer noch“, bestätigt mir die Inhaberin von Headwork. So müssen nach wie vor alle Stühle und Arbeitsmaterialien gut desinfiziert und Kundendaten aufgenommen werden. Die Haare müssen auch vor Ort gewaschen werden, bevor sie geschnitten werden dürfen.

Anna Dudek ist sehr glücklich darüber, von ihren Kunden und Kundinnen so viel Rückhalt zu bekommen: „Es stehen wirklich alle hinter uns. Alle freuen sich extrem, dass sie endlich wieder kommen dürfen. Und das macht uns wirklich Mut.“ Etwas, das Haarkünstler jetzt mehr denn je brauchen, denn das letzte Jahr war schwer. Dudek: „Beim zweiten Lockdown musste ich zwar nicht so viel weinen, wie beim ersten. Aber ich hatte im Januar eine ganz furchtbare Woche, in der ich wirklich keine Ahnung mehr hatte, wie das alles noch weitergehen soll.“

Wie so viele Selbstständige gab sich Anna aber nicht geschlagen. Der Tiefpunkt brachte Energie ins Rollen und sie entschloss etwas zu unternehmen: „Zuerst habe ich bei der Innung in Regensburg angerufen, und dann mit unserer Innung telefoniert, um Demonstrationen zu organisieren. Es musste einfach etwas passieren.“ Obermeisterin Helga Wimmer unterstützte Dudek und so wurden tatsächlich mehrere Demos in den Landkreisen Mühldorf und Altötting für das Frisörhandwerk veranstaltet.

„Ich habe viel privates Geld in diesem Jahr verloren. 8 Jahre bin ich jetzt selbstständig, habe meine Elternzeit mit eigenen Mitteln finanziert und war bereits eine Woche nach der Geburt wieder arbeiten. Aber das Geld, das ich eigentlich für mein Kind sparen wollte, ist jetzt weg.“ Eine Geschichte, die man von vielen Selbstständigen hört. Wertschätzung vonseiten des Staates für die Risikobereitschaft, für das Schaffen von Arbeitsplätzen und fleißiges Arbeiten? Fehlanzeige. „Seit dem ersten Lockdown habe ich gelernt, dass ich mich nicht mehr auf die Politik und irgendwelche Hilfen verlasse.“ , so Dudeks Resumé.

Während das Infektionsrisiko laut Studie in Frisörsalons gering ist, belegt sie ein mittleres Risiko für Restaurantbesuche, Reisen mit der Bahn und das Einkaufen im Supermarkt. Die höchste Ansteckungsgefahr herrscht laut den Berliner Wissenschaftlern bei Besuchen in Fitnessstudios. Noch höher sei die Gefahr aber am Arbeitsplatz und am höchsten im Klassenzimmer. Reaktionen auf die Studie seitens der Politik stehen noch aus. Doch für anstehende Beschlüsse, werden diese Daten sicherlich zurate gezogen werden.

dha

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