Aktuelle Sonderschau auf der Burg - Noch bis nächsten Sonntag

Kunerts Wunderland im Haus der Fotografie

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Bloß nicht ansehen! - Menü á deux

Burghausen - Die aktuelle Sonderschau im Haus der Fotografie beleuchtet das Leben auf eine oftmals bissige, aber auch sehr humorvolle Weise.

Der Fotograf Frank Kunert, dem die Schau gilt, hat ein Auge für die Absurditäten des Alltags. So hat er eine lange Speisetafel ums Eck gebaut, damit sich die beiden, die da am jeweiligen Ende offenbar mondän speisen, auch sicher nicht ansehen müssen. Dafür hat jeder seinen eigenen Fernseher bekommen. 

Die Entstehung eines Modells dauert Wochen

Detailverliebt baut Frank Kunert Miniaturwelten und nennt sie dann wie in diesem Fall „Menu à deux“. Seine Modelle entstehen in liebevoller Kleinstarbeit in seiner Werkstatt in Rheinland-Pfalz über Wochen und Monate, um schließlich ein einziges Foto davon zu machen. „Und genau dieser Ausschnitt, den Frank Kunert dann wählt, macht am Ende das Bild perfekt und spitzt die Gesellschaftskritik noch mehr zu, die sich häufig dahinter versteckt“, sagt Ines Auerbach, Leiterin des Hauses der Fotografie auf der Burghauser Burg und Kuratorin der Ausstellung. 

In der Sonderausstellung werden Modelle, Schaukästen und Fotos von Frank Kunert gezeigt. „Beim Betrachten des Modells wird der besondere Blickwinkel des dazugehörigen Fotos erst richtig deutlich“, unterstreicht Ines Auerbach. 

Tennis Halfpipe

Kunert fotografiert mit einer analogen Großfilmkamera. Dabei ist die Menschenleere ein spannendes Detail der Werke. Alle Bilder und Modelle, die die Wechselseitigkeit zwischen Form und Fotografie in der Ausstellung besonders deutlich werden lassen, kommen ohne Menschen aus. „Aber in fast allen hat man dennoch das Gefühl, dass sie belebt sind. Es ist fast so, als ob das Bild entstanden ist, als die Bewohner grade mit dem Hund raus sind“, stellt Ines Auerbach fest.

Lebendigkeit entsteht durch menschliche Spuren 

Drive Inn

Fotograf Frank Kunert legte im Künstlergespräch bei der Eröffnung noch einen drauf: „So entsteht eine gespannte Ruhe und der Betrachter bekommt einen großen Spielraum, in dem er sich seine Protagonisten selbst wählen kann. Die Lebendigkeit wird durch einfache Hilfsmittel wie Schmutz erzeugt. Spuren des Drecks können auch lebendige Geschichten erzählen.“ 

Das Haus der Fotografie zeigt noch bis 26. Juni 2016 Werke aus den vergangenen 15 Jahren von Frank Kunert, der bereits dreimal den Bronze Award bei der 3-Dimensional Illustrators Awards in New York erhielt. All seine „Wunderwelten“ sind für kleines Geld auch als Postkarten im Onlineshop www.frank-kunert.de erhältlich, können aber auch direkt im Haus der Fotografie in Burghausen gekauft werden.

Pressemitteilung des Kulturbüros der Stadt Burghausen

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