7. Teil der Artikelserie zur Burghauser Geschichte

Abt Emanuel II. - Bauherr der Wallfahrtskirche Marienberg

Porträt um 1770 von Abt Emanuel II. Mayr (1717-1780). Im Bildhintergrund ist sein Kloster Raitenhaslach abgebildet (Öl auf Leinwand)
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Porträt um 1770 von Abt Emanuel II. Mayr (1717-1780). Im Bildhintergrund ist sein Kloster Raitenhaslach abgebildet (Öl auf Leinwand)

In unseren neuen Serie präsentieren wir euch in Zusammenarbeit mit dem Burghauser Stadtarchiv in regelmäßigen Abständen interessante Details aus der Geschichte der alten Herzogstadt. Der siebte Teil handelt von Abt Emanuel II., einer der bedeutendsten geistlichen Persönlichkeiten seiner Zeit. Zudem war er der Bauherr der Wallfahrtskirche Marienberg.

Burghausen - Die Stadt Burghausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Und sie bietet weit mehr als nur die längste Burg der Welt. Zusammen mit dem Stadtarchiv Burghausen wollen wir euch besondere Geschichten aus der Burghauser Vergangenheit präsentieren. Den Anfang machte Johann Anton von Manner, der erste Burghauser Bürgermeister, von dem ein Porträt überliefert ist. Im zweiten Teil wurde das Adelsgeschlecht der Mautner thematisiertim dritten Teil Anna Eßbaum, Bierbrauerswitwe und Stifterin, im vierten Teil Therese Voraus, Besitzerin des Herzogsbades. Zuletzt wurden die Geschichten von Herzogin Hedwig, Braut der Landshuter Hochzeit, und Kunigunde von Luxemburg, Kaiserin und Heilige, präsentiert.

Abt Emanuel II. - Bauherr der Wallfahrtskirche Marienberg

Abt Emanuel II. war von 1759 bis 1780 Abt des Zisterzienserklosters Raitenhaslach. Er zählte zu den bedeutendsten geistlichen Persönlichkeiten seiner Zeit. Er förderte die Wissenschaften und war Ehrenmitglied der Kurfürstlich-Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Vor allem aber war er ein äußerst kenntnisreicher Bauherr.

Abt Emanuel II. wurde am 7. Dezember 1717 in Dillingen an der Donau als Sohn eines Taglöhnerehepaares geboren. Sein Taufname war Felix. Felix Mayr besuchte das Jesuitengymnasium in Burghausen. 1739 trat er in das Zisterzienserkloster Raitenhaslach ein und erhielt den Ordensnamen Emanuel. Ein Jahr später erfolgte die feierliche Profess. 1743 immatrikulierte er sich an der Universität Salzburg, 1745 wurde er zum Priester geweiht.

Im Kloster Raitenhaslach war Pater Emanuel zunächst Archivar und Bibliothekar. Von 1751 bis 1755 hatte er verschiedene Ämter inne: zunächst Cellerar (Verwalter der wirtschaftlichen Angelegenheiten), anschließend Subprior, Novizenmeister und Konventsbeichtvater. Im Dezember 1758 wurde er zum Prior bestellt und am 8. März 1759 zum Abt gewählt.

Abt Emanuel II. Mayr ließ große Teile des Klosters neu bauen wie die Fassade der Klosterkirche, den Gästetrakt und den Prälatenstock mit der Abteikapelle und dem festlichen „Steinernen Saal“. Er beschäftigte regionale Kräfte wie den Trostberger Maurermeister Franz Alois Mayr, aber auch überregional bedeutende Künstler wie Johann Michael Rottmayr, Johann und Januarius Zick. Sein Meisterstück schuf Abt Emanuel II. Mayr mit der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Marienberg. Auf ihn gehen die Konzeption des Neubaus und das ganz auf die Marienverehrung abgestimmte Bildprogramm zurück.

Abt Emanuel II. starb am 20. Juni 1780. Sein Herz wurde in „seiner“ Kirche Marienberg beigesetzt.

jz/Stadtarchiv Burghausen

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