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Schnellste Frau Deutschlands: So lief das „Comeback“ der Mühldorferin

Alexandra Burghardt spricht über ihren schmerzhaften Kampf zurück - und packt über Bob-Pläne aus

Alexandra Burghardt erklärte Bürgermeister Florian Schneider(links) und den rund 50 Gästen am Freitagabend in Burghausen, wie schwer, aber auch wie schön Spitzensport sein kann.
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Alexandra Burghardt erklärte Bürgermeister Florian Schneider(links) und den rund 50 Gästen am Freitagabend in Burghausen, wie schwer, aber auch wie schön Spitzensport sein kann.

Rund 50 Gäste trafen am Freitagabend im Burghauser Bürgerhaus die Olympiateilnehmerin Alexandra Burghardt. Und die hatte reichlich zu erzählen - etwa über ihren schmerzhaften Weg zurück, aber auch über zukünftige Pläne.

Burghausen - Die Mühldorferin Alexandra Burghardt war am Freitag im Burghauser Bürgerhaus zu Gast. Besonders willkommen waren dem gastgebenden Bürgermeister Florian Schneider dabei auch die kleinen Gäste aus der Trainingsgruppe des SV Wacker Burghausen, die ihrer erfolgreichen Lauftrainerin schon jetzt nachstreben. Denn auch wenn es für die Sprinterin in Tokyo nicht mit einer olympischen Medallie geklappt hat, so hat sie sich dank des SV Wacker zumindest schon einmal den Traum erfüllen können, Vorbild für die Jüngsten zu sein. Zudem erklärte sie bei der Veranstaltung, wie olympisches Gold für sie nun doch im kommenden Jahr schon Wirklichkeit werden könnte.

Schwere körperliche Probleme: Alexandra Burghardt kämpft sich zurück

Zunächst blickte Bürgermeister Florian Schneider zusammen mit der aktuell schnellsten Frau Deutschlands zurück auf ihre bisherige Karriere und wie es zur Olympiateilnahme kam. Geprägt von vielen Höhen, aber mindestens so vielen Tiefen, erwies sich die Corona-Krise für Alexandra Burghardt letztlich sogar als Glücksfall: noch in der zweiten Jahreshälfte 2019 bis weit ins Jahr 2020 hinein hatte sie mit den schwersten körperlichen Problemen ihrer bisherigen Karriere zu kämpfen: vom einen auf den anderen Tag hatte sie derartige Schmerzen, dass an normales Training lange nicht mehr zu denken war. Hätten die Olympischen Spiele in Tokyo tatsächlich, wie ursprünglich terminiert, 2020 stattgefunden, dann definitiv ohne sie.

Die Kinder der Laufgruppe des SV Wacker Burghausen, die von Alexandra Burghardt trainiert werden, haben ein klares Ziel: auch einmal bei Olympia dabei sein.

Dank ihres guten Netzwerks an Unterstützern in der Region, kam sie jedoch auf ungeahnte Weise wieder auf die Beine und letztlich besser zurück, denn je: „Dominic Bilic hat mich in der Situation in einer Weise angespornt, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe!“, erklärte die Läuferin den Anwesenden. In der Crossfit-Halle von Eisenfelden trieb sie ihrem Körper mit Cattle Bells und anderen Utensilien die Schmerzen aus, wie sie selbst es sich nicht hätte vorstellen können. Zwar habe das Training überhaupt nichts mit dem Laufen zu tun gehabt, aber für die mentale Fitness sei es Gold wert gewesen: „Da habe ich einfach gemerkt, dass eine Pause auch keine Lösung ist!“, erklärte die Sprinterin im Gespräch mit Bürgermeister Florian Schneider.

Schmerzen waren plötzlich weg

Erst im September 2020 hat Alexandra Burghardt auf einem Road-Trip in Ligurien zum ersten Mal wieder ihre Spikes auf eine Tartanbahn gesetzt, als sie merkte, dass die Schmerzen plötzlich weg waren. Im Provinzstadion von Savona bemerkte Trainer Patrick Seiler dann schnell, dass da was geht. Besonders ihre Leistung ab 60 Metern, nach denen bei vielen Sprintern die Geschwindigkeit wieder nachlässt, konnte sie verbessern. Die Folge waren Wettkämpfe mit persönlichen Bestleistungen bis hin zur Deutschen Meisterschaft in Braunschweig, als sie im Juni 2021 das Ticket für Olympia löste. Dass es in Tokyo nicht für eine Medallie reichte, ist für Alex Burghardt kein Problem: „Ich bin auf jeden Fall stolz, auf das, was ich da erreicht habe“, erklärte die Deutsche Meisterin im Burghauser Stadtsaal. Auch wenn es ärgerlich sei, dass sie mit der Sprint-Staffel bei Olympia ebenfalls sehr knapp an einer Medallie vorbeigelaufen sei.

Kommt nun „Bob-Karriere“?

Weil es bis zu den nächsten Sommerspielen 2024 noch eine ganze Weile hin ist, eröffnet sich für Alex Burghardt seit Kurzem ein ganz neuer Weg. Wenn nämlich alles gut läuft, könnte sie bald die erfolgsgekrönte Bobfahrerin Mariama Jamanka zu weiteren Siegen schieben. „Anfang September war ich beim Anschubtest in Oberhof dabei und dieses Wochenende darf ich mir einmal den Weltcupzirkus in Innsbruck aus der Nähe ansehen“, erklärte die schnellste Frau Deutschlands. Zwar sei für das erste Wochenende noch kein Einsatz für sie geplant, doch schon beim zweiten Weltcup-Rennen, das ebenfalls in Innsbruck stattfinden wird, könnte sie schon im Bob der amtierenden Olympionikin von Pyeongchang 2019 sitzen. „Mein Vorteil ist neben meiner Geschwindigkeit mein ideales Gewicht für eine Anschieberin“, sagt Alexandra Burghardt über ihre Chancen, tatsächlich den Sprung in einen Weltcup-Bob zu schaffen.

Peter Becker

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