Der Familientag auf der Maiwiesn

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Burghausen - Maiwetter wie aus dem Bilderbuch lockte am Familientag jede Menge Eltern mit ihren Kindern auf die Maiwiesn. Für Jung und Alt war jede Menge geboten:

Die Preise der Fahrgeschäfte waren ermäßigt, und die Geschwindigkeit bei einigen war den kleinen Kunden angepasst. Es ging also nicht ganz so wild zur Sache, wie an den Tagen davor. Dem Spaß indes tat dies keinen Abbruch. Das Personal des Autoscooter war an diesem Nachmittag besonders wachsam und ermahnte hin und wieder, auf kleine Kinder besondere Rücksicht zu nehmen. Es war eine Freude, die Mamas und Papas mit ihren kleinen Beifahrern zu beobachten. Strahlende Kinderaugen, lachende Erwachsene und amüsierte Großeltern als Zuschauer. Nach der wilden Fahrt ein Eis oder Slush – knallbunt und natürlich zuckersüß.

Überhaupt ist für das leibliche Wohl der Gäste auf der Burghauser Maiwiesen mehr als gut gesorgt. Eine derartige Vielfalt begegnet einem selten auf Volksfesten. Gleich vorne am Festzelt duftet es exotisch. Chinesisch-mongolische Spezialitäten werden hier frisch zubereitet. Laut Auskunft des Chefs gehen pro Tag etwa dreißig Kilogramm Nudeln über die Theke! Ich durfte probieren und kann sagen: Fantastisch! Typisch für so eine Dult ist natürlich die Bratwurst. Nicht aber die Variationen, die hier angepriesen werden. Klassisch mit Semmel, Kraut und Senf über Bosna mit pikanten Gewürz und Zwiebeln bis zur roten Bratwurst. Die kann dann auch mal einen halben Meter messen. Am Vordach eines Standes baumelt eine Vorrichtung, mit der man Senf und Ketchup so viel man möchte entnehmen kann. Eine besondere Köstlichkeit fällt ins Auge: Dinnetes – kleine, etwas wie Flammkuchen anmutende Fladen aus Brotteig. Die werden mit  Zwiebeln, Speck und Käse belegt, im Holzofen (!) gebacken. Wie ich erfahre, eine schwäbisch-alemannische Spezialität. Wer lieber eine klassische italienische Pizza mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Nur ein paar Meter weiter kommt sie heiß und frisch aus dem Ofen.

Familientag auf der Maiwiesn

Keine Lust auf Fleisch? Dann eben Fisch. Und wieder hat man die Qual der Wahl zwischen frisch geräuchertem Lachs, Meeresfrüchten, gefühlten hundert Arten von Fisch-Brötchen oder dem traditionellen Steckerlfisch. Was sich im Festzelt erstaunlicherweise sehr hervorragend verkauft ist Salat mit Putenstreifen. Apropos: Allein hier ist die Auswahl so groß, wie in einem gut geführten Landgasthof. Leberkas, Rollbraten, Schweinshaxe, Grillhühnchen oder Ente mit Blaukraut und Knödel. Brotzeiten wie im Biergarten und Käse bis zum Abwinken. Eine ausgesprochen liebenswerte Dame aus Tirol verkauft den auch, aber man bekommt auch noch gesottene Maiskolben bei ihr. So Mancher kennt es vielleicht aus dem Urlaub: „Chip-Sticks“ – aus zur Spirale geschnittenen Kartoffeln. Die Inhaber, Vater und Tochter, sind bestens gelaunt und kreuzen spielerisch die Kartoffelklingen. Lecker! Ein bisschen wie Kartoffelchips – nur viel viel besser.

Kulinarisches auf der Maiwiesn

Wem die Kalorienzufuhr noch nicht genug war, kann sich an Süßem austoben. Crêpes gibt es an einem Stand. Mit Schokolade, die auf diesem hauchdünnen Pfannkuchen zergeht. Einige Schritte entfernt dann kandierte Früchte, Eis, Zuckerwatte, Popcorn und gebrannte Mandeln. Der „Flo“ reicht mir eine Tüte davon rüber. Er zeigt mir mit Stolz seine Kreation von gemischten Früchten – serviert in einer halben Kokosnuss. Jetzt einen Kaffee, Gebäck dazu… Und wieder gibt es vom Krapfen bis zur „Auszognen“ einfach alles. Wirklich unglaublich, mit welcher Vielfalt man auf der Maiwiesn bewirtet wird. Bald ist sie leider wieder vorbei. Schade. Aber immerhin ist nun ein Jahr Zeit, diese Vielzahl kleiner Sünden wieder abzutrainieren.

Albert Bohn

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