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Verdacht auf Diskriminierung

Durfte eine Rolli-Fahrerin auf der Burghauser Maiwiesn nicht in den Wiesnstadl?

Ist die Burghauser Maiwiesn barrierefrei und behindertengerecht? Eine Rollifahrerin stellt das in Frage
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Ist die Burghauser Maiwiesn barrierefrei und behindertengerecht? Eine Rollifahrerin stellt das in Frage.

Ist die Burghauser Maiwiesn nicht barrierefrei beziehungsweise behindertengerecht? Diese Vermutung legt eine Beschwerde nahe, die bei innsalzach24.de eingegangen ist. Eine Rolli-Fahrerin (50) aus der Gemeinde Haiming durfte angeblich am Samstag (21. Mai) nicht in den „Wiesnstadl“.

Burghausen - „Wir waren sechs Personen, und wollten in den Wiesnstadl. Vier von uns waren schon drin und haben uns direkt am Ausgang einen Platz aufgehoben. Eine Freundin und ich standen in einer der zwei Schlangen vor den zwei Türstehern. Als ich dran war, sagte der Mann, dass ich nicht rein darf. Ich fragte warum, er sagte, dass alles voll sei. Der Türsteher neben ihm ließ in ein paar Minuten circa 40 Personen rein“, so die Leserin. Ihre Beschwerde-E-Mail an innsalzach24.de wirft Fragen auf. Wurde sie links liegen gelassen, weil sie im Rollstuhl sitzt?

Weiter berichtet sie von den Ereignissen des besagten Abends: „Die Debatte heizte sich langsam auf und schließlich lenkte er ein und ließ uns nach circa 20 Minuten rein. Ich empfinde das - ganz ehrlich - als Diskriminierung und eine bodenlose Frechheit.“

Mögliche Diskriminierung auf Burghauser Maiwiesn - das sagt der Festzeltbetreiber

„Ein Türsteher fragte bei der Chefin nach und behauptete dann, dass es mit dem Rolli drinnen zu gefährlich sei und ich umfallen könne“, so die Haimingerin. Sie selbst ist nicht querschnittsgelähmt und kann mühsam Treppen steigen, obwohl ein Bein als Folgewirkung eines Verkehrsunfalls vollständig gelähmt ist. Nach eigener Aussage blieb sie „an der Außenmauer des Wiesnstadls“ und sah das „Partyvolk Tische umschmeißen und zahlreiche Gläser zerbrechen“. Einige Scherben habe sie „selbst weggeräumt, damit sich niemand verletzt“.

In der Burghauser Festhalle (im Bild) der Familie Römersperger-Richter ist es eng, genauso wie im Wiesnstadl.

Sepp Menalo, der Betreiber des Wiesnstadls, kann sich „so etwas gar nicht vorstellen“. innsalzach24.de erreichte ihn am 30. Mai während der Abbauarbeiten auf der Maiwiesn. „Durch die Notausgänge können Rollifahrer immer problemlos rein und raus.“ Der Wiesnstadl sei „an vielen Seiten offen und grundsätzlich barrierefrei“. Ein paar Verrückte „klettern mal über die Brüstung, wenn es richtig brummt und drinnen voll ist“. Solche Vorkommnisse seien aber „harmlos“, so Menalo. Er betreibt in Burghausen auch die Diskothek „GUM“ in der Burgkirchener Straße 149: „Auch dort dürfen immer Rollifahrer rein, können über die Aufzüge sicher rauf und runter transportiert werden“.

Klare Aussage des Werberings zu möglicher Diskriminierung auf Burghauser Maiwiesen

innsalzach24.de hat in der Angelegenheit auch beim Veranstalter der Maiwiesn nachgefragt - dem Werbering Burghausen. Die Erste Vorsitzende Petra Forstpointner kann sich „nicht vorstellen, dass auf unserm Volksfest irgendjemand diskriminiert oder ausgeschlossen wird“. Auf der gesamten Maiwiesn sei „die Barrierefreiheit mit den Jahren sukzessive erhöht worden“. Es gebe Rampen zu den Festzelten, gesonderte Bereiche sowie größere Ein- und Ausgänge. „Auch mehrere behindertengerechte Toiletten werden jedes Jahr aufgestellt.“

Auch mit Sepp Menalo, dem Betreiber des Wiesnstadls, arbeite „der Werbering seit Jahren erfolgreich zusammen“. Falls eine Rollifahrerin dort nicht eingelassen worden sei, müsse das aus der Sicht von Petra Forstpointner „ein Missverständnis inmitten des Trubels oder eine Entscheidung zugunsten der Sicherheit“ gewesen sein. Im Innenbereich „ist der Wiesnstadl sehr eng, was grundsätzlich schwierig für Rollstuhlfahrer“ sei. Besser geeignet seien die Außenbereiche.

Petra Fortpointner weiter: „Im Endeffekt treffen die Security-Leute vor dem Festzelt oder dem Wiesnstadl immer eine Situations-Entscheidung.“ Falls die Location überfüllt ist, „müssen viele draußen warten, auch Personen ohne Behinderung“. Das sei ein völlig normaler Vorgang. Im Zweifelsfall gehe die Sicherheit vor. Ansonsten sei der Festbesuch von Behindertengruppen aus Burghausen und Umgebung „immer ein willkommenes, wichtiges Ereignis, bei dem wir Essens- und Biermarken verteilen“.

-rok-

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