"Burghausen ist die geilste Stadt!"

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Bürgermeister Hans Steindl bei der Vorstellung des neuen Stadtlogos (Archivbild)

Burghausen - Seit 40 Jahren engagiert sich Bürgermeister Hans Steindl offiziell für die Stadt. Im Interview spricht er über seinen schönsten Moment, Vollbärte und verschwitzte Reden.

Bürgermeister Hans Steindl liebt "seine" Stadt. Seit 40 Jahren ist er nun im Stadtrat - seit 1990 als Bürgermeister aktiv. In der Klosteranlage Raitenhaslach wurde das Jubiläum zusammen mit Rubert Bauer gefeiert. Bauer wurde ebenfalls vor 40 Jahren erstmals in den Stadtrat gewählt. Wir haben den Burghauser Bürgermeister interviewt:

Bürgermeister Steindl, vor 40 Jahren wuden Sie zum ersten mal in den Stadtrat gewählt. Können Sie sich noch an Ihren ersten Tag im Amt erinnern?

Hans Steindl: Ja, das kann ich. Ich war ein 21-jähriger Student, hatte schulterlange Haare und einen Vollbart. Das äußere Erscheinungsbild hat nicht wirklich zu dem eines Stadtrats gepasst - das hat schon Aufsehen erregt. Ich wollte zeigen, dass ich die Jugend vertrete.

Wie hat sich ihr Auftreten seitdem verändert?

Natürlich verändert sich in 40 Jahren auch, wie man sich gibt. Der Umgang wird gesitteter. Man muss mit den Leuten so kommunizieren, dass sie einen verstehen. Das war erst nicht ganz einfach, da ich durch mein Studium eine akademische Sprache gewohnt war. Man muss mit den Bürgern so kommunizieren, dass man nicht an ihnen vorbeiredet. 

Außerdem haben sich die Schwerpunkte in meiner Politik verändert. Früher hatten wir viele Jugendthemen. Heute weiß ich, dass man Burghausen wie ein Unternehmer leiten muss. Wirtschaftliche Effizienz ist enorm wichtig.

An welche Momente erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Zum einen ist das der Moment, an dem ich im Jahr 1990 erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde. Ich konnte mich knapp in der Stichwahl durchsetzen. Wir haben das Ergebnis dann ordentlich gefeiert.

Und dann erinnere mich noch sehr gerne an den 3. Oktober 2004. Damals spielte der SV Wacker Burghausen gegen den TSV 1860 München in der 2. Bundesliga. Wacker konnte das Spiel im Grünwalder Stadion mit 4:2 gewinnen. Nach dem Spiel musste ich dann verschwitzt aber glücklich die Abschlussrede zur Landesgartenschau halten. 2000 bis 3000 Menschen waren in den Satdtpark gekommen. Dieser Tag war sehr emotional und ich habe mir gedacht: "Burghausen ist die geilste Stadt!"

Welche Entscheidung der letzten 40 Jahre bereuen Sie am meisten?

In der Kommunalpolitik liegt man natürlich nicht immer richtig. Mit unserer Linie in den vergangenen Jahren bin ich aber insgesamt sehr zufrieden. Wir haben immer große Projekte vorangebracht, wie aktuell zum Beispiel das neue Einkaufszentrum, den Güterbahnhof und das geplante Wissenschaftszentrum in Raitenhaslach. Burghausen war immer mein Ziel und ich will in der Politik nichts anderes machen, als Bürgermeister dieser Stadt zu sein.

Interview: Tobias Jilg / is24

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