Winter lässt die Arbeitslosigkeit steigen

Pfarrkirchen - Eis und Schnee haben dem Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen (Landkreise Rottal-Inn, Altötting und Mühldorf) einen Anstieg der Arbeitslosigkeit beschert.

Die Anzahl der Arbeitslosen ist jahres- zeitlich bedingt auf 8.594 angestiegen. Das sind 2.048 Arbeitslose (31 Prozent) mehr als im Dezember. Gegenüber dem Januar 2010 ist die Arbeitslo- sigkeit dennoch um zwölf Prozent niedriger (1.148 Personen).

„Der extreme Winter hat, wie erwartet, zu zahlreichen Entlassungen im Baugewerbe und in den witterungsabhängigen Außenberufen geführt. Dank der regen Inanspruchnahme des Saisonkurzarbeitergeldes mussten sich allerdings deutlich weniger Personen aus den Baubetrieben arbeitslos melden als noch vor einem Jahr“, kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, die neuen Arbeitsmarktzahlen. „Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr spiegelt den anhaltenden konjunkturellen Aufschwung wider. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so Jutta Müller weiter.

Arbeitsmarkt in Zahlen

Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen umfasst die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen weitere 2.508 Personen, die sich unter anderem in Weiterbildungen oder Altersteilzeit befinden sowie Selbständige, die einen Existenzgründungszuschuss erhalten. „Mit der Ausweisung der Unterbeschäftigung wird der Arbeitsmarkt umfassend und transparent dargestellt. Zusätzlich zu den 8.594 registrierten Arbeitslosen werden auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches III gelten, da sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden“, erklärt Jutta Müller.

 Arbeitslosenzahl Januar 2011 + 2.048 auf 8.594

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich - 1.148

Arbeitslosenquote Januar 2011 4,8 Prozent

Arbeitslosenquote Januar 2010 5,5 Prozent

Bestand offene Stellen Januar 2011 1.187

Bestand offene Stellen im Vorjahresvergleich + 188

4.865 Arbeitslose wurden von der Agentur für Arbeit betreut, 3.729 Arbeitslose waren in der Verantwortung der gemeinsamen Einrichtungen (Jobcenter). Im Januar meldeten sich 3.693 Personen arbeitslos, das waren 366 oder neun Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1.653 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 209 Personen oder elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist mit 1.738 im Vergleich zum Vormonat um 85 oder fünf Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist ein Rückgang um 300 Personen oder 15 Prozent zu verzeich- nen. Nahezu drei Viertel der Langzeitarbeitslosen (1.265) sind bei den Job- centern gemeldet. Verglichen mit dem Januar 2010 ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen im Bereich der Jobcenter um 281 oder 18 Prozent zurückgegangen. Bei der Agentur für Arbeit sind 473 Personen länger als ein Jahr arbeitslos. Die Anzahl dieser Personengruppe sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19 (vier Prozent) geringfügig ab.

Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Januar gegenüber dem Vormonat um 307 (42 Prozent) gestiegen und umfasst aktuell 1.036 Personen. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf Entlassungen in den Außenberufen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes zurück zu führen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ist die Arbeitslosigkeit der Jüngeren um 180 Personen oder 15 Prozent zurückgegangen. Jugendliche profitieren somit nach wie vor vom konjunkturellen Aufschwung.

Der Anteil der Älteren ab 50 Jahren an der Gesamtzahl der Arbeitslosen liegt bei 32 Prozent. Dies entspricht einer Zahl von 2.721 Personen. Gegenüber Dezember 2010 bedeutet dies einen Anstieg von 512 (23 Prozent). Verglichen mit dem Vorjahresmonat ist die Anzahl älterer Arbeitsloser um 4 Personen gesunken. Die über 50-Jährigen hatten im Januar 2010 einen Anteil von 28 Prozent (2.725) an allen arbeitslos gemeldeten Personen.

 „Obgleich sich unter den Älteren ein hoher Anteil von Personen, die wieder eingestellt werden, befindet, ist die Tendenz weiterhin steigend. Wir müssen feststellen, dass das Lebensalter zunehmend zum Vermittlungshemmnis wird“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen.

Der Stellenbestand im Bereich der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen ist gegenüber dem Vormonat nahezu gleichbleibend. Mit 1.187 offenen Stellen waren es sieben Stellen (ein Prozent) weniger als im Dezember. Im Vorjahresvergleich verzeichnete die Arbeitsagentur einen Anstieg um 188 Stellen. Damit sind aktuell 19 Prozent mehr Stellen im Bestand als noch im Januar letzten Jahres.

Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Dabei sind die Veränderungen dieser Stellenzugänge ein besserer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Januar wurden insgesamt 498 Stellen gemeldet, dies sind um 195 oder 28 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2010 wurden um 15 Prozent oder 64 Stellen mehr gemeldet. 

„Leider stimmen die Berufe der Arbeitslosen nicht in jedem Fall mit den derzeit angebotenen Stellen überein. Die Arbeitgeber suchen zu zwei Dritteln Fachkräfte“, so Jutta Müller. Die Stellenzugänge kommen vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Gastgewerbe und dem Gesundheits- und Sozialwesen. Eine Reihe der Stellenzugänge werden bereits jetzt für die Zeit nach der Winterperiode gemeldet, so beispielsweise im Baubereich. Insbesondere Baubetriebe erhoffen sich dadurch die Besetzung von Stellen durch Fachkräfte. Die Besetzung dieser Stellen wird immer schwieriger, da die Bewerber nicht immer zu den Anforderungsprofilen der freien Stellen passen. Deshalb appelliert Jutta Müller an die Betriebe, auch formal geringer qualifizierten Personen eine Chance zu geben. „Es ist wichtig, dass die Betriebe ausbilden und Arbeitskräfte qualifizieren. Mit Eingliederungszuschüssen und dem Sonderprogramm zur Weiterbildung gering qualifizierter und älterer Arbeitnehmer stehen wir hier den Arbeitgebern jederzeit auch finanziell zur Seite“, so Jutta Müller.

 Geschäftsstelle Altötting mit Jobcenter Altötting (Landkreis Altötting)

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Altötting ist im Januar 2011 auf 2.627 deutlich angestiegen. Es waren um 490 Personen (23 Prozent) mehr Arbeitslose gemeldet als noch im Dezember. 57 Prozent sind Männer, 43 Prozent Frauen. Die erhöhte Anzahl der Arbeitslosen lässt sich auf saisonbedingte Arbeitslosmeldungen insbesondere aus dem Baubereich zurückführen. Gegenüber Januar 2010 ist die Anzahl der Arbeitslosen um 549 oder 17 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote im Bereich der Geschäftsstelle Altötting beträgt im Ja- nuar 4,5 Prozent, sie liegt damit um 0,8 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote noch 5,5 Prozent.

1.467 Arbeitslose waren bei der Agentur für Arbeit gemeldet, verglichen mit dem Vormonat ein Anstieg um 371 (34 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es jedoch 22 Prozent (406) weniger Arbeitslose. Bei dem Jobcenter Altötting hat sich die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 119 auf 1.160 Personen erhöht. Das waren gleichzeitig 143 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr.

Im Januar meldeten sich 1.062 Personen arbeitslos; das waren 385 (57 Prozent) mehr als im Dezember und gleichzeitig 187 (15 Prozent) weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gleichzeitig konnten 575 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, drei (ein Prozent) weniger als im Vormonat und 72 (elf Prozent) weniger als im Januar des letzten Jahres.

Die Jüngeren unter 25 Jahren haben einen Anteil von elf Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Ihre Anzahl ist seit Dezember um 37 Prozent (78 Personen) auf 291 gestiegen. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Rückgang um 25 Prozent (99 Arbeitslose).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um 52 (zehn Prozent) auf 555 an. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 86 beziehungsweise 13 Prozent weniger. Bei der Agentur für Arbeit Altötting haben die Langzeitarbeitslosen einen Anteil von 13 Prozent, bei dem Jobcenter Altötting einen Anteil von 31 Prozent.´

Im Landkreis Altötting haben die Älteren einen Anteil von 34 Prozent an allen Arbeitslosen. Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist im Januar um 132 Personen (17 Prozent) auf 898 angestiegen. Sie liegt damit um 56 (sechs Prozent) unter dem Vorjahreswert.

Die Stellenbestände im Landkreis Altötting sind gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Im Berichtsmonat waren 365 Stellen im Bestand, zehn oder drei Prozent weniger als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren um 19 Stellen weniger im Bestand.

Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Dabei sind die Veränderungen dieser Stellenzugänge ein besserer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Januar wurden insgesamt 165 Stellen gemeldet. Dies sind um 87 Stellen oder 35 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es um 18 Stellen (12 Prozent) mehr.

Es werden in erster Linie Fachkräfte für das verarbeitende Gewerbe gesucht. Aber auch aus dem Handwerk, dem Handel, im Gastgewerbe und dem Gesundheits- und Pflegebereich werden Arbeitskräfte nachgefragt.

Geschäftsstelle Mühldorf mit Jobcenter Mühldorf (Landkreis Mühldorf)

Im Landkreis Mühldorf ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 604 (27 Prozent) auf 2.855 deutlich angestiegen. 59 Prozent sind Männer und 41 Prozent Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dennoch ein Rückgang der Arbeitslosen um 391 Personen (12 Prozent) zu verzeichnen.

Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Januar 5,6 Prozent.

1.386 Arbeitslose waren bei der Agentur für Arbeit gemeldet, verglichen mit dem Vormonat ein Anstieg um 439 Personen (46 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es 236 (15 Prozent) weniger Arbeitslose. Bei dem Jobcenter Mühldorf ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 65 Personen auf 1.469 angestiegen. Das waren 155 Arbeitslose (zehn Prozent) weniger als noch vor einem Jahr.

Im Januar meldeten sich 1.124 Personen arbeitslos, dies waren 361 oder 47 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2010 meldeten sich 63 Personen weniger arbeitslos. Gleichzeitig konnten 516 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 82 oder 14 Prozent weniger als im Vormonat, und 113 oder 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Jüngeren unter 25 Jahren haben einen Anteil von elf Prozent an der Ge- samtzahl der Arbeitslosen. Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit der unter 25- Jährigen gegenüber dem Vormonat um 48 Prozent (98 Personen) auf nunmehr 303 Arbeitslose an. Im Vorjahresvergleich ist dennoch ein Rückgang um rund 12 Prozent (43 Arbeitslose) zu verzeichnen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag im Januar mit 683 Personen im Vergleich zum Vormonat um sieben Personen oder ein Prozent höher. Gegenüber Januar 2010 ist ein Rückgang um 143 Personen oder 17 Prozent zu verzeichnen. Bei der Agentur für Arbeit Mühldorf haben die Langzeitarbeitslosen einen Anteil von zehn Prozent (133 Personen), bei dem Jobcenter Mühldorf einen Anteil von 37 Prozent (550 Personen).

In Mühldorf haben die Älteren einen Anteil von 31 Prozent an allen Arbeitslosen. Die Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen ist im Januar um 144 Perso- nen (20 Prozent) auf 881 arbeitslos gemeldete gestiegen. Sie liegt um zehn Personen (ein Prozent) über dem Vorjahreswert.

Im Landkreis Mühldorf sind 472 Stellen gemeldet. Das ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen der höchste Bestand. Zum Vormonat sind es um 29 Stellen mehr, verglichen mit dem Vorjahr ist dies ein Stellenzuwachs von 149 (46 Prozent).

Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Dabei sind die Veränderungen dieser Stellenzugänge ein besserer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Januar wurden in der Geschäftsstelle Mühldorf 177 Stellenzugänge gemeldet. Dies sind im Vergleich zum Vormonat um 33 Stellen oder rund 16 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich stiegen die Meldungen neuer Stellen um 46 oder 35 Prozent an.

Im Landkreis Mühldorf ist der Fachkräftebedarf besonders ausgeprägt. Besonders hoch war die Nachfrage nach Fachkräften im Bereich des verarbeitenden Gewerbes. Aber auch im Handel, dem Gesundheits- und Pflegebereich und im Dienstleistungsbereich besteht ein großer Kräftebedarf. Eine Reihe von Stellenangeboten können nicht unmittelbar besetzt werden, da es an den nachgefragten Fachkräften fehlt.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Pfarrkirchen  

Rubriklistenbild: © dpa

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