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„Wohnungen werden kalt, Industrie am Boden“

Wie abhängig ist unsere Region von Russlands Gas? Undurchsichtige Quellen und Alternativen

Stadtwerke Bad Reichenhall
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Die Stadtwerke in Bad Reichenhall.

Woher stammt unser Gas und welche Alternativen gäbe es dazu bzw. zu Russland als Herkunftsland? Wir haben uns bei Stadtwerken und Großunternehmen in der Region umgehört, wie es um ihre Energieversorgung steht und wie man sich zum russischen Gas positioniert.

Landkreise - Rund 55 Prozent des Gases, das in Deutschland für die Energieversorgung verwendet wird, stammt aus Russland. Das war lange Zeit offensichtlich kein Problem, doch seit Russlands Krieg in der Ukraine und der europäischen Sanktionspolitik stellt sich die Frage nach der Herkunft von Gas aufs Neue. „Wenn man auf russisches Gas verzichtet, werden Wohnungen ganz schnell kalt und die Industrie liegt am Boden“, so beispielsweise Peter Fösel von den Stadtwerken Bad Reichenhall gegenüber OVB24.

Stadtwerke wissen nicht, woher ihr Gas kommt

Manche Kommunen haben sich schon klar positioniert. Die Stadtwerke Bad Aibling haben die „Plattform Energie GmbH“, von der man Strom und Erdgas bezieht, bereits gebeten, „nach Möglichkeiten“ auf den Kauf von russischem Erdgas zu verzichten. Ähnliches hören wir aus Wasserburg oder von den Stadtwerken Rosenheim:Auch wir wollen kein Gas aus Russland mehr“, so Sprecherin Ulrike Willenbrink. So leicht umsetzen lässt sich das ganze jedoch nicht, denn: Die Kommunen wissen in der Regel nicht, woher ihr Gas kommt. Man bezieht es über regionale Handelskooperationen, die sich wiederum bei europäischen Partnern bedienen. „Es gibt keinen Herkunftsnachweis beim Gas“, so der Reichenhaller Fösel.

Eine offenherzige Antwort kommt von den Traunsteiner Stadtwerken. Der moralischen Verantwortung sei man sich bewusst, aber „man muss dabei auch ehrliche Worte sprechen: Unsere Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, ist begrenzt. Wir stellen eines klar: Das oberste Ziel der Stadtwerke ist es, die Versorgung der Traunsteiner sicherzustellen“. Ohnehin scheint die Abhängigkeit von russischem Erdgas in Bayern nochmal höher zu sein. Denn das Gas, das Deutschland aus Norwegen importiert und rund 30 Prozent ausmacht, wird vor allem im Norden verbraucht. „In Süddeutschland stammt das Erdgas bislang nahezu vollständig aus russischen Quellen“, so Claudia Torterotot von „Energie Südbayern“, die unter anderem Burghausen, Mühldorf, Trostberg oder Altötting mit Gas versorgt.

Alternativen Wasserstoff, Biogas oder verflüssigtes Gas

Welche Alternativen gibt es zu russischem Gas?Kurzfristig gibt es keine Alternativen“, hört man von Christoph Kleiner, Pressesprecher von Wacker in Burghausen. Die naheliegendste Alternative, für die die Herkunft auch garantiert werden kann, sei Biogas, so Claudia Torterotot. In Augsburg oder Bad Reichenhall fahren städtische Busse bereits mit Biomethan. Weitere Alternativen: Verflüssigte Gase oder Wasserstoffgase. Bei den verflüssigten Gasen erinnert Bad Reichenhalls Stadtwerke-Vorstand Fösel jedoch daran, dass sie entweder durch die umstrittene Fracking-Methode in den USA gewonnen werden oder vor allem aus Katar kommen - ebenfalls kein demokratisches Vorzeigeland.

„Mittelfristig wird der massive Ausbau erneuerbarer Energien, eine diversere Lieferstruktur und der Hochlauf von Wasserstoff bedeutsam für den Erhalt der Versorgungssicherheit sein“, zählt Claudia Torterotot von „Energie Südbayern“ auf - Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern einerseits, einfachere Genehmigungen für erneuerbare Energien andererseits. „Die bestehenden Gasverteilnetze könnten schon vollständig auf Wasserstoff umgestellt werden“, so Torterotot. Vom hierzulande verbrauchten Erdgas stammen lediglich fünf Prozent aus Deutschland.

Sich aus Russlands Abhängigkeit befreien „geht nicht in 14 Tagen“

Nun liege es an der Politik, die Weichen für eine andere Energiepolitik zu stellen. „Dazu gehören auch Überlegungen, ob die Gasproduktion in Europa kurz- und mittelfristig hochgefahren werden kann“, betont Tilo Rosenberger-Süß von InfraServ in Gendorf. Bei Borealis in Burghausen betont man zwar, derzeit die „Beschaffungsoptionen neu zu bewerten“, so Sprecherin Virginia Wieser, aber einig sind sich praktisch alle unsere Gesprächspartner, dass sich die EU-Länder aus der Abhängigkeit Russlands beim Gas befreien müssen. Aber das gehe nur koordiniert im europäischen Verbund „und nicht in 14 Tagen“, wie Peter Fösel aus Bad Reichenhall hinzufügt.

xe

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