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Brennholz dringend gesucht

Holzdieb oder Holzklauber? Wo der Unterschied liegt

Brennholz aus dem Wald nehmen ist Diebstahl.
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Darf man Holz einfach einsammeln und mitnehmen?

Den Deutschen fehlt das Geld für angemessenes Heizen – und dabei ist es noch nicht einmal Winter. Auch im Wald macht sich das Problem bemerkbar, denn Brennholzklau und Äste klauben sind hoch im Kurs.

Landkreis Altötting 2,6 Millionen Menschen können hierzulande ihre Wohnung wegen Geldmangels nicht ausreichend heizen. Vorrangig sind davon Alleinlebende und Alleinerziehende betroffen. Dabei liegt Deutschland deutlich unter EU-Durchschnitt: In Bulgarien frieren jeder Vierte und auch in Litauen können sich 22 Prozent der Bevölkerung kein anständiges Einheizen mehr leisten. Denn alles was verheizt werden kann ist nahezu unbezahlbar geworden: Am Brennholz-Markt herrscht geradezu der Ausnahmezustand.

In Europa sind viele Menschen von dem Heizproblem betroffen.

Nachfrage nach Öfen größer als Angebot

Harald Aschbauer, Kminkehrermeister aus Stammham sagt, man habe als Schornsteinfeger zwar immer viel Arbeit im Herbst, aber dieses Jahr ganz besonders. „Durch die Situation ist die Nachfrage nach Holzöfen größer als das Angebot“, so Aschbauer. Zwar hätten viele Menschen auf dem Land bereits Holzöfen, aber es gebe auch viele Kunden, die überlegenen ob ihre Kamine geeignet sind. „Es ist gut, wenn uns die Leute kontaktieren, bevor sie einen Ofen kaufen. Denn manchmal passt die Mündung oder der Kamin nicht zum Ofen“, sagt der Schornsteinfeger.

Gesammeltes Holz schädlich für den Ofen

Es sei außerdem nicht ausgeschlossen, dass die Menschen Sachen verheizen, die nicht verheizt werden sollten: zu feuchtes Holz beispielsweise. „Normal prüfen wir das Holzlager und auch was verbrannt wird. Doch es ist abwegig, dass die Leute nach Alternativen für teures Brennholz suchen“, so der Kaminkehrer. „Manche sammeln Holz, empfehlenswert ist das aber nicht. Äste im Wald haben sehr wenig Heizwert, denn die brennbaren Stoffe sind schon lange entwichen. Außerdem ist es meistens zu feucht, das Holz müsste also vor dem Heizen theoretisch getrocknet werden.“ Am Ende sei das ganze schädlich für die Umwelt aber auch für den Ofen.

Seit der Nachkriegszeit ist Holzsammeln erlaubt

Laut dem Kaminkehrer komme es nun vermehrt zu Holzdiebstählen. „Es ist wohl zu verlockend, wenn Forstbesitzer ihr Holz am Waldrand lagern.“ Dr. Martin Kennel, stellvertretender Bereichsleiter für Forsten am AELF Töging kann bestätigen, dass auch im Landkreis Altötting kaum mehr Brennholz zu kriegen ist. Grundsätzlich sei es in Bayern ja erlaubt Holz im Wald zu sammeln. „Dafür gebe es die sogenannte Leseholzordnung. „Diese Ordnung stammt eigentlich aus der Nachkriegszeit, wo die Leute nichts mehr zum Heizen hatten“, erklärt Max Kammermeier im Namen der Bayerischen Staatsforsten. „Es gibt zwei verschiedene Lesescheine: Der eine gilt für Kommunalwald und man bekommt ihn bei der Kommune. Der andere gilt für Staatswald.“

Nur Heruntergefallenes und Reste

Wald ist also nicht gleich Wald: Mancher Wald gehört der Kirche oder einem Unternehmen – wieder anderer ist in Privatbesitz. Und Holz zu sammeln ist ausschließlich im Staatswald erlaubt, in Privatwäldern wäre es Diebstahl. Sollte man trotz allem Holz klauben wollen, dann gilt es einiges zu beachten: Man darf nämlich nur „heruntergefallene Äste“ und „Restholz“ (übriggeblieben von Holzarbeiten) sammeln und zwar solches, das maximal zehn Zentimeter(cm) Durchmesser hat. Wenn man etwas sägen will, dann darf das Sägeblatt nicht länger als 60 cm lang sein.

Holz von Staatsforsten und Waldbauernvereinigungen

„Zusätzlich zu den Einschränkungen, die in der Leseordnung aufgeführt sind, muss man sich aus heutiger Sicht auch hinsichtlich der Biodiversität fragen, wie sinnvoll das verheizen von Leseholz ist. Gerade das Astmaterial steckt voller Nährstoffe für die nächste Baumgeneration und bietet Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze“, so Kammermeier von den Staatsforsten. Er empfiehlt: „Wer wirklich mit Holz heizen will, kann bei den Bayerischen Staatsforsten Brennholz kaufen. Dabei handelt es sich um Rundholz das an der Waldstraße verkauft wird und noch auf Länge gesägt, gespalten und getrocknet werden muss – also nicht für die anstehende Heizperiode zur Verfügung steht. Auch Waldbauernvereinigungen bieten Brennholz in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen an.“

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