Besorgte Bürger in Hart und Garching

"Gefährdung der menschlichen Gesundheit": Das steckt dahinter

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Unterneukirchen/Garching – Ein Infoblatt der AlzChem AG hat die vergangenen Tage Wellen geschlagen: von Unterneukirchen über Hart bis nach Garching. Von einer Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Trinkwasser ist darin die Rede.

„Aufgrund von Vorkommnissen im Trinkwasserschutzgebiet Ihres Versorgungsgebietes kann derzeit eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit nicht ausgeschlossen werden.“ Das steht in einem Infoblatt der AlzChem AG an die Bewohner der ehemaligen Werkssiedlung in Unterneukirchen. Am späten Freitagabend hatten Mitarbeiter dieses Infoblatt verteilt und wo es möglich war, die Betroffenen persönlich angesprochen. Der Inhalt hat Wellen geschlagen bis nach Hart und Garching.

Der Inhalt dieses Infoblattes der AlzChem AG hat in Hart und Garching Wellen geschlagen.

Das ist die Ausgangslage:

Die AlzChem AG ist ein sehr kleiner Wasserversorger, nicht im Ansatz vergleichbar mit dem einer Kommune wie Garching. Das Netz umfasse die ehemalige Werkssiedlung wie das Werk selbst, erklärt Bernhard Kurz von der AlzChem AG. Es geht also um rund 30 private Haushalte und das Werk selbst auf der Unterneukirchener Seite der Fabrikstraße in Hart.

Die AlzChem AG hat einen eigenen Brunnen. Der befindet sich in einem Trinkwasserschutzgebiet. Als Wasserversorger hat die AlzChem AG die Pflicht, das Gebiet in regelmäßig in Augenschein zu nehmen und jede Unregelmäßigkeit beim Gesundheitsamt zu melden. Am Freitag gab es etwas zu melden.

Das ist passiert:

Ein Zirkus hatte sich in der sogenannten Trinkwasserschutzzone 2 niedergelassen. Die Folge aufgrund der Meldepflicht: Die AlzChem AG hat das Gesundheitsamt über die Unregelmäßigkeit informiert. Dieses wiederum gab kurzfristig vorsorglich eine Abkochverfügung für das Trinkwasser im Netz des „Mini-Wasserversorgers“ heraus und das Infoblatt wurde am späten Freitagabend noch verteilt.

Nun sind das Thema Trinkwasser und die Wasserversorgung überhaupt in der jüngsten Zeit zu sehr heiklen geworden. So ist wohl zu erklären, warum eine Welle der Besorgnis von eigentlich nur rund 30 besorgten Haushalten über Hart und Teilen von Garching hereinbrach: Der eine sagt es dem Bekannten auf der anderen Seite der Fabrikstraße und es kommen Fragen auf. Die Welle beginnt sich aufzutürmen

Warum haben wir das nicht bekommen?“, „Was ist mit dem Kindergarten und der Schule?“, und so weiter. Bernhard Kurz berichtet im Gespräch mit innsalzach24.de von vielen Telefonaten von besorgten Bürgern, die er geführt habe. Sogar WhatsApp-Gruppen sollen sich gebildet haben. Viele davon seien gar nicht betroffen gewesen. Der Grund: Sie wissen nicht, wo ihr Wasser her kommt.

So ging es weiter:

Zunächst hat die AlzChem AG am Samstag den Notverbund mit der Gemeinde Garching in Anspruch genommen, das Netz gespült und die eigenen Abnehmer so vorsorglich mit anderem Trinkwasser versorgt. Wie es vorgeschrieben ist, wurden Proben genommen. Das macht das Gesundheitsamt. Nachdem beide Proben keinerlei Belastung des Wassers zeigten, konnte die AlzChem AG  wieder ihren gewohnten Betrieb aufnehmen. Erneut wurde ein entsprechendes Infoblatt verteilt und wo möglich, die Betroffenen persönlich angesprochen und um Verständnis gebeten. 

Entwarnung, nicht nur für die Bewohner der ehemaligen Werkswohnungen der AlzChem AG

rw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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