Georg Heindl muss sich in Altötting verantworten

Gelder veruntreut? Unterneukirchens Ex-Bürgermeister muss vor Gericht

Georg Heindl, der ehemalige Bürgermeister von Unterneukirchen, wurde wegen der Veruntreuung von Geldern angeklagt.
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Georg Heindl, der ehemalige Bürgermeister von Unterneukirchen, wurde wegen der Veruntreuung von Geldern angeklagt.

Unterneukirchen – Georg Heindl, der ehemalige Bürgermeister in Unterneukirchen, ist wegen Veruntreuung von Geldern angeklagt. Im November wird es hierzu einen Prozess am Amtsgericht Altötting geben. 

Georg Heindl (72) ist wegen der Veruntreuung von Geldern angeklagt. Dies bestätigte Günther Hammerdinger, Behördenleiter Amtsgericht Altötting, gegenüber innsalzach24.de. Die erste Verhandlung wird demnach am 9. November 2020 stattfinden.


Ehemaliges Rathaus in Unterneukirchen unter Wert verkauft? Anklage gegen ehemaligen Bürgermeister Georg Heindl

Bei der mutmaßlichen Tat soll es sich um den Verkauf des ehemaligen Rathauses und einem Grundstück in Unterneukirchen handeln. Im Jahr 2017 verkaufte die Gemeinde das Gebäude. Anschließend gab es Kritik von drei Unternehmer des Gewerbeverbandes Unterneukirchen. Der Vorwurf: die Verkaufssumme hätte damals weit unter dem tatsächlichen Wert gelegen. Eine ortsansässige Unternehmerin erhielt damals den Zuschlag. Inzwischen wurde das ehemalige Rathaus in einen Wohnblock umgebaut.


Damals hätte es Gerüchte gegeben, die Verkaufssumme sei bei 500.000 Euro gelegen. Zudem hieß es, dass es nur einen Interessenten gab. Doch drei Unternehmer aus Unterneukirchen hatten vom Verkauf gar nichts gewusst. „Für diese Summe hätten wir es auch gekauft“, so einer der Unternehmer gegenüber innsalzach24.de. Sogar einen Gutachter haben sie damals beauftragt, der ihnen einen Wert von 1,2 Millionen Euro bescheinigt hat.

Mit diesem Wissen wurde die Kommunalaufsicht in Altötting kontaktiert. Doch laut dem Gewerbeverband hätte sie beim Verkauf keine Ungereimtheiten feststellen können. Damit wollte sich der Gewerbeverband jedoch nicht zufrieden geben und erstattete im November 2018 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Nach nun fast zwei Jahren Ermittlungszeit, wird das ganze Thema nun verhandelt.

Heindl geht zuversichtlich in den Prozess

Georg Heindl muss sich also im November vor dem Amtsgericht Altötting verantworten. „Es gab Gemeinderatsbeschlüsse. Als Bürgermeister kann ich nicht alleine entscheiden“, äußert sich der frühere Bürgermeister von Unterneukirchen gegenüber innsalzach24.de. Vielmehr glaube er, dass es einige Neider gebe, was in Unterneukirchen unter seiner Regie alles geschafft worden ist. „Ich muss da jetzt durch. Ich will auch ein Urteil und keine Einstellung des Verfahrens. Aber ich gehe zuversichtlich in die Verhandlung", so Heindl. Damit wäre das Thema dann auch endgültig abgeschlossen.

Der ehemalige Bürgermeister, der über 36 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv war, davon 25 Jahre Oberhaupt der Gemeinde Unterneukirchen, war bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr angetreten. Da das Amt in Unterneukirchen ehrenamtlich ausgeführt wird, hätte der 72-Jährige trotz seines Alters nochmal antreten dürfen.

Jochen Englmeier: „Natürlich überrascht und nicht erfreut darüber“

Der aktuelle Bürgermeister Jochen Englmeier, der selbst seit 1990 Mitglied des Gemeinderates ist, versteht die Anklage nicht: „Ich bin natürlich überrascht und nicht erfreut darüber", so Englmeier gegenüber innsalzach24.de. Die Gemeinde wollte seit 1993 das Zentrum entwickeln. Man habe sogar die Bürger beteiligt und diskutiert. Letztlich sei man sich einig gewesen, dass die Ortsmitte gestärkt werden müsste.

Hinzu kam, dass das alte Rathaus nicht mehr zeitgemäß war. 2016 gab es einen einstimmigen Beschluss keine weiteren Investitionen in das Gebäude zu stecken. Für eine private Nutzung gebe es beispielsweise andere Auflagen bei der Statik. Für die Gemeinde hätte sich das nicht mehr gelohnt. „Zwar haben wir damals den Verkauf nicht ausgeschrieben, aber seit über 16 Jahren war bekannt, dass das Grundstück verfügbar ist", so der Bürgermeister. Die meisten Beschlüsse wären zudem einstimmig gewesen. Anfang 2017 ist es schließlich für 500.000 Euro verkauft worden.

jz

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