So viele Unfälle - ist das "normal"?

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Landkreis - Passieren momentan in der Region übermäßig viele Unfälle? Wie sieht der Vergleich mit den Vorjahren aus? Wir haben bei der Polizei nachgefragt.

Ständig kracht es irgendwo. Meldungen über schwere Unfälle in der Region und in Südbayern erreichen uns täglich. Man hat den Eindruck, dass es momentan extrem viele und sehr schwere Unfälle sind, die passieren.

So stürzte zum Beispiel in der Nacht auf Samstag ein Audi auf die Gleise bei Burgkirchen. Drei Soldaten wurden dabei verletzt. Ein ebenfalls schwerer Unfall geschah am Sonntagvormittag in Rabenden im Chiemgau. Ein Luxus-Oldtimer geriet ins Schleudern und wickelte sich regelrecht um einen Baum. Der Fahrer wurde lebensbedrohlich verletzt.

Bei Kraiburg schleuderte am Montagmorgen ein Lkw-Anhänger gegen ein Auto. Der Autofahrer hatte offenbar großes Glück: Er soll mit leichten Verletzungen davongekommen sein.

Audi stürzt acht Meter in die Tiefe

An den Gleisen aufgeschlagen

Audi an Brücke abgestürzt

Unfall am Ensdorfer Berg bei Kraiburg

Unfall am Ensdorfer Berg

Oldtimer zerschellt an Baum

"Intermeccanica Italia" prallt gegen Baum

Doch sind es wirklich so viele, schwere Unfälle, die passieren? Oder gibt es gar keine Häufung im Vergleich zum Vorjahr? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und haben bei der Polizei nachgefragt.

Im Landkreis Altötting sogar weniger Unfälle

Im Landkreis Altötting sind von 1. Mai bis Ende Juli 2012 655 Unfälle passiert. "Damit haben wir hier in diesem dreimonatigen Zeitraum keine Häufung, sondern sogar einen leichten Rückgang der Unfall-Zahlen", sagt der Leiter der Polizeiinspektion Altötting Hannes Schneider. "Vergleicht man diesen Zeitraum mit den Zahlen aus 2011, so sind heuer 3,8 Prozent weniger Unfälle im Landkreis Altötting passiert." Auch eine Häufung der Motorrad-Unfälle könne man nicht feststellen.

Allerdings sind in diesen Zahlen noch nicht alle Entwicklungen von Ende Juli 2012 verrechnet worden. Die genaue Auswertung der letzten Tage erfolgt noch.

"Wir können aufgrund der Zahlen nicht feststellen, dass es mehr Unfälle gab. Dies muss aber nicht bedeuten, dass das für den ganzen südbayerischen Raum gilt. Es kann insgesamt auch einen Anstieg geben," fügt Polizeirat Schneider hinzu.

Landkreis Mühldorf: Weniger Unfälle, aber mehr Alkohol-Fahrten

Auch im Landkreis Mühldorf ist die Entwicklung der Zahlen eher positiv zu sehen. Vom 1.5. bis zum 27.7. 2012 gibt es auch hier im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang. So gab es in diesem Zeitraum im Jahr 2012 712 Unfälle, im Jahr 2011 waren es noch 720.

"Allerdings gibt auch negative Entwicklungen", so Polizeihauptkommissar Johann Rabl von der Poizeiinspektion Mühldorf. "Wir haben festgestellt, dass immer mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss und aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit geschehen. Darum werden wir das Polizei-Programm im zweiten Halbjahr 2012 anpassen. Wir werden mehr kontrollieren, um diese negative Entwicklung zu stoppen."

Unnormal hoch sind die Unfallzahlen also für diese Jahreszeit in der Innsalzach-Region nicht. Trotzdem sollten Autofahrer besser defensiv fahren und vor allem die Finger vom Alkohol lasssen.

red is24 tj

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