Baugenehmigung für die Aktivkohlefilteranlage erteilt

Der erste Schritt ist getan: Das tut Tüßling bis es soweit ist 

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Tüßling – In Sachen PFOA im Trinkwasser versucht auch die Marktgemeinde, die Durststrecke bis zur Aktivkohlefilteranlage im Öttinger Forst des Wasserversorgers Kastl bestmöglich zu meistern. Die soll nämlich frühestens im Sommer 2018 an den Start gehen. Zur Überbrückung gibt es zwei Möglichkeiten.

Update am Dienstag, 16.20 Uhr:

Wie das Landratsamt Altötting mitteilt, wurde die Genehmigung für den Bau der Aktivkohlefilteranlage in Kastl erteilt. Der Pressetext im Wortlaut:

"38 Tage nach Antragstellung erteilte das Landratsamt Altötting nun die Baugenehmigung für die Errichtung der Aktivkohlefilteranlage für die Brunnen in Kastl. Insgesamt wurden vier Fachbehörden an diesem Genehmigungsverfahren beteiligt. Die Gemeinde Kastl sowie die Firma InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG wurden über die Erteilung der Baugenehmigung umgehend verständigt. Somit sind alle behördlichen Genehmigungen für die Errichtung der Aktivkohlefilteranlage erteilt."

Erstmeldung:

Die Marktgemeinde Tüßling wird derzeit von Kastl aus mit Trinkwasser versorgt. Dabei hätte Tüßling vier eigene Brunnen. Die waren allerdings wegen kritischer Nitratwerte, Problemen mit coliformen Keimen sowie Rückenständen von Pflanzenschutzmitteln im Wasser schon vor Zeiten vom Netz genommen worden. Einer davon scheint gut. Die Nitratwerte liegen offenbar noch unter dem Grenzwert und die PFOA-Belastung liegt anscheinend im nicht mehr messbaren Bereich und auch die coliformen Keime scheinen im Griff zu sein.

Auf die Mischung kommt es an

Der Markt Tüßling habe ein Gutachten angestrengt als Grundlage dafür, diesen einen Brunnen wieder in Betrieb nehmen zu können, so Ernst Gallhauser, Geschäftsleiter der Marktgemeinde auf Nachfrage von innsalzach24.de am Dienstagnachmittag. Das Ergebnis werde in Kürze erwartet. Dann könnte für Tüßling ein Mischwasser zur Verfügung stehen mit niedrigen Nitratwerten und gleichzeitig einer PFOA-Belastung unterhalb des geltenden Leitwertes.

Auf den Notverbund zurückgreifen

Weiter gebe es die Möglichkeit auf den Notverbund mit der Nachbargemeinde Teising zurückzugreifen, so Gallhauser. Bei dieser Lösung gibt es aber bis zur Inbetriebnahme der Aktivkohlefilteranlage im Öttinger Forst offenbar ein Problem: Teising kann nicht so viel Wasser liefern, dass es für beide Kommunen reicht.

Das Wasser würde, sagt der Gemeinderat Teising zu, wohl nachts bei niedrigem Verbrauch in das Tüßlinger Netz fließen. Durch den höheren Druck, mit dem das aus Teising geschieht, würde sich die Leitung nach und nach mit dem nahezu PFOA-freien Wasser aus Teising mischen, genauer gesagt das PFOA-belastete Wasser aus Kastl aus der Leitung drücken. Heißt nix anderes wie: Die die näher an Teising dran sind, haben das Wasser aus Teising sofort, die anderen später. Ein einheitliches Mischwasser gibt es bei dieser Übergangslösung nicht.

Kein Weg vorbei an der Aktivkohlefilteranlage

PFOA, Nitrat, coliforme Keime – Das Thema Trinkwasser lässt die Region nicht mehr los. Der Markt Tüßling hat, wie viele andere auch – die Versorgung der Kindergärten bereits auf abgepacktes Wasser umgestellt. Dabei muss man aber auch sehen, dass selbst die Experten sagen, dass selbst bei 0,13 Mikrogramm pro Liter wie im Trinkwasser von Kastl und Tüßling von keinen dauerhaften gesundheitlichen Gefahren auszugehen ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn im gleichen Atemzug fordern sie eine Trinkwasserversorgung dauerhaft unter dem aktuellen Leitwert.

Rubriklistenbild: © dpa/picture alliance/InfraServ (Montage)

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