Eine Anliegerstraße in Tüßling hat ein Problem

Warum vor 2019 an der Gartenstraße nichts vorwärts geht

+
  • schließen

Tüßling - In der desolaten Gartenstraße gibt es ein Problem: Sie ist hinüber, kaputt, baufällig, dringend sanierungsbedürftig. Eine dauerhafte Sanierung würde 2.000.000 Euro kosten

In der Leserumfrage "Was uns in/an Tüßling nervt" Anfang dieses Jahres hat die Gartenstraße Platz 3 erreicht. Sie sei in einem desolaten Zustand, so der Inhalt mehrerer E-Mails im Vorfeld dazu. Die Gartenstraße ist freilich nicht erst seit gestern so kaputt. S ie sofort umfassend zu sanieren, ist dementsprechend teuer.

Mit den Jahren ist die Gartenstraße offenbar immer wieder mal aufgerissen worden. Ein "Fleckerlteppich" hat sich gebildet. Das Problem hier ist die Frage, wer eine umfassende Sanierung bezahlen soll.

Unzufriedene Bürger

Jetzt hat sich eine Anwohnerin bei der Redaktion von innsalzach24.de gemeldet. Ihr geht es um den Splitt, der jüngst auf die Gartenstraße gebracht worden ist. "Bürger (…) sind über die jetzigen Zustände in der berühmten Gartenstraße (…) sehr unzufrieden", schreibt sie. Das Problem mit dem Splitt ist ihrer Meinung nach:

  • parkende Autos kriegen den Rollsplitt ab, 
  • Fußgänger haben ihn an und teilweise in den Schuhen 
  • und Hunde im Fell.

Kurzum: Das Zeug soll auch bei niedriger Geschwindigkeit von Fahrzeugen auf der Gartenstraße rumgeflogen sein.

Es war zu heiß

Der Splitt wurde laut Anwohnerin nach ein paar Tagen bis auf Reste in und um Mulden wieder abgetragen.

Der Split wurde drei Tage nach Aufbringen bis auf die Reste in und um Mulden wieder abgetragen.

Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt Ernst Gallhauser, Geschäftsleiter der Marktgemeinde, dass es zu heiß war.

Immer wieder war die Gartenstraße in den vergangen Jahren aufgerissen worden.

Deshalb sei der Splitt soweit maschinell möglich nach drei Tagen wieder abgetragen worden. Das Material wäre sonst ausgetrocknet.

Geschätzt 2.000.000 Euro kostet eine dauerhafte Sanierung der Gartenstraße in Tüßling.

Zwei Millionen Euro für die dauerhafte Lösung

Wolle man ein Straße zumindest ertüchtigen, also so etwas wie auf einen gangbaren Stand bringen, komme das sogenannte Patch-Dünnschichtverfahren in Frage. Normalerweise werde der Splitt dabei für etwa zehn Tage aufgebracht. Danach komme eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht Asphalt auf die Fahrbahn. Das halte dann für rund zehn Jahre.

Dieses Verfahren kommt laut Ernst Gallhauser derzeit an der Vormarktstraße zum Einsatz. Für die Gartenstraße sei es angedacht. Kostenpunkt für das Patch-Dünnschichtverfahren dort grob geschätzt: 400.000 Euro. Die Straße dauerhaft – also für mehr als zehn Jahre – fit zu machen, veranschlagt Ernst Gallhauser auf Nachfrage von innsalzach24.de mit rund zwei Millionen Euro.

Noch müssen Anlieger zahlen

Bei der Gartenstraße handelt es sich um eine Anliegerstraße. Was heißt das? Vereinfacht gesagt müssen auch die Anlieger aufkommen, wenn daran etwas gemacht werden muss. "Das Thema steht ganz oben auf der Agenda", sagt Bürgermeisterin Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel im Gespräch mit innsalzach24.de bereits zu den Ergebnissen der Leserumfrage im April.

Es gebe landesweite Bestrebungen, wonach Anlieger einer solchen Straße nicht mehr an den Kosten von entsprechenden Maßnahmen beteiligt werden sollen. Noch sei das aber nicht in den sprichwörtlichen Stein gemeißelt. Werden die Anlieger einer solchen Straße befreit, werde sich ein neues Problem ergeben: Dann werde die Kommune finanziell zur Kasse gebeten. "Das muss gegenfinanziert werden", sagte die Bürgermeisterin. Soll wohl heißen: Der Freistaat muss Fördertöpfe aufmachen.

Erst 2019 sei mit einer Entscheidung bezüglich Gartenstraße zu rechnen, so Ernst Gallhauser.

Lesen Sie auch: 10 Fakten über Tüßling

Zurück zur Übersicht: Tüßling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser