Eine Übergangslösung in Tüßling und ihre Tücken

Brunnen 1 senkt PFOA-Gehalt: Ein guter Plan mit Haken

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Trinkwasser
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Tüßling - Tüßlings Brunnen 1 liefert wieder Wasser aber das kann nur eine Übergangslösung sein. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Wegen der PFOA-Problematik in der Region war man in der Marktgemeinde neue Wege gegangen: DieTüßlinger haben den Brunnen 1 von insgesamt vieren wieder ans Netz genommen. Der Plan, das Trinkwasser unter den Leitwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter zu senken, ist aufgegangen. Das zeigen die aktuellen Laborergebnisse.

Das geht noch eine ganze Zeit lang so

Eines steht fest: Das Thema perflouriender Substanzen wie PFOA im Trinkwasser wird unsere Region noch lange beschäftigen. An Tüßling sieht man ein großes Problem bei der Findung tragfähiger Lösungen: Die Abhängigkeit. Der Markt bezieht sein Wasser eigentlich von Kastl. Das Wasser von dort weist aber einen PFOA Gehalt über dem Leitwert auf.

Eine Überbrückungsmaßnahme

Tüßlings vier eigene Brunnen waren vor langer Zeit still gelegt worden. Die Gründe: 

  • Verkeimung 
  • und/oder hohe Nitratwerte

Nach eingehender Begutachtung hatte man sich in der Marktgemeinde dazu entschieden: Brunnen 1 soll wieder ans Netz. Man wollte nicht so lange warten, bis die Aktivkohlefilteranlage im Kastler Forst steht. Das soll erst im August dieses Jahres sein. Voraussetzung für die Re-Aktivierung von Brunnen 1 in Tüßling war eine spezielle UV-Filteranlage

Die Desinfektionsanlage mit vorgeschalteter Filteranlage im Tüßlinger Brunnengebäude

Ein guter Plan mit Haken

Jetzt wird das Wasser aus Kastl mit dem aus Brunnen 1 vermischt und gelangt so zum Endverbraucher. Ergebnis: Der Leitwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter wird unterschritten. Das raten die Experten auch, um dauerhaft gesundheitliche Risiken in der Bevölkerung ausschließen zu können.

Am Donnerstagnachmittag nach dem aktuellen Stand gefragt sagt Ernst Gallhauser, Geschäftsleiter der Marktgemeinde, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass der Wert von PFOA im Tüßlinger Trinkwasser weiter sinkt. Noch sei die erlaubte Fördermenge für Brunnen 1 nämlich nicht ausgeschöpft. Sie liegt bei neun Litern pro Sekunde. Im Moment würden drei Liter gefördert und mit dem Wasser aus Kastl „verschnitten“ werden.

Ob man tatsächlich neun Liter pro Sekunde aus Brunnen 1 fördern kann ist offenbar nicht sicher. Schließlich kommt hierbei noch die Frage nach der Nitratbelastung des Wassers ins Spiel. Vier bis fünf Liter pro Sekunde hält Gallhauser auf Nachfrage von innsalzach24.de grundsätzlich für möglich. Ganz auf Brunnen 1 umzustellen ist aber nicht nur wegen der grenzwertigen Nitratbelastung unmöglich sondern auch weil die Fördermengen nicht ausreichen.

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