Polizeiauto als Urinal missbraucht/durchgedrehter Syrer

Bilanz der Polizei zum Faschingsumzug: Erste Reaktion aus dem Rathaus

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Tüßling - Am Faschingsdienstag ging es beim Faschingszug in Tüßling rund. Während der Großteil der Besucher fröhlich und ausgelassen feierte, benahmen sich einige Herrschaften jedoch gehörig daneben.

Update am Mittwoch:

Gefragt zu den Vorkommnissen am Faschingsdienstag in Tüßling sagt Erich Gallhauser (Geschäftsleiter der Marktgemeinde) auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass es den Umständen entsprechend ein sehr friedlicher Faschingsumzug gewesen sei. Zwischen 7.000 und 8.000 Besucher seien es gewesen.

Verständlich: So eine Großveranstaltung will erst einmal gestemmt werden. Jeden einzelnen Besucher unter Kontrolle zu halten scheint bei genauerer Betrachtung wohl unmöglich und man muss sich überlegen, ob und wie das überhaupt gehen könnte. Das gilt wohl für alle Faschingshochburgen in der Region mit entsprechendem Umzug wie überhaupt für jede Großveranstaltung.

Die wesentlichen Probleme bei den Faschingsumzügen:

  • der Alkoholgenuss (insbesondere bei Jugendlichen) und seine Folgen wie etwa die der Enthemmung
  • sowie grundsätzlich gewaltbereite Besucher.

Erst mit Einbruch der Dunkelheit

Beide wesentlichen Probleme unterscheiden sich offenbar. So berichtet Erich Gallhauser auf Nachfrage von innsalzach24.de davon, dass gerade die gewaltbereiten Besucher sich ihre Ziele bewusst suchen würden und dabei offenbar stocknüchtern seien. Demnach geht es in diesem Bereich um reine Krawallmache. Die findet – betrachtet man die Pressemeldung der Polizei genauer – nicht während so eines solchen Familienfestes der Guten Laune statt sondern erst danach und vornehmlich erst mit Einbruch der Dunkelheit. „Während des Faschingsumzuges war alles friedlich.“

Klasse statt Masse

Man lege in Tüßling seit einiger Zeit größten Wert darauf, dass der Faschingszug mehr Klasse – also in Form von Familienfest – statt Masse hat. Störer und Alkoholexzesse könne man nie ganz verhindern. Trotzdem oder gerade weil die Liste der Auffälligkeiten so gering ist, halte man am Sicherheitskonzept fest, dass seit einiger Zeit jedes Jahr aufs Neue mit Polizei, Sicherheitsdienst und Rettungskräften erarbeitet werde. Wie innsalzach24.de selbst sehen konnte, waren wohl mehr als zwei Dutzend Beamte der Polizei im Einsatz. Genaue Einsatzpläne liegen der Redaktion aus wohl verständlichen Gründen nicht vor.

„Allohol macht Birne hohl“

Zusätzlich zu den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitsdienst kommen beim Thema Alkohol zwei Hauptverantwortliche ins Spiel:

  • Jeder für sich selbst
  • und wenn es um Jugendliche geht die Erziehungsberechtigten.

rw

Vorbericht:

17-Jähriger uriniert gegen Polizeiwagen

Los ging es laut Polizei Altötting gegen 14.40 Uhr, als ein 17-Jähriger zunächst vorsätzlich gegen einen Einsatzwagen der Polizei urinierte. Anschließend beleidigte der junge Mann nach entsprechender Ansprache erst die eingesetzten Polizeibeamten und wollte sich anschließend seiner Verantwortung durch Weglaufen entziehen, was ihm aber nicht gelang. Da er zudem alkoholisiert war, wurde er in Gewahrsam genommen. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Gegen 16 Uhr musste eine 15-jährige Emmertingerin vom Roten Kreuz versorgt werden. Sie hatte einen Alkoholwert von 0,92 Promille. Gegen 18.15 Uhr kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. An der Schlägerei beteiligt waren ein 16-jähriger Neuöttinger sowie drei Garchinger im Alter zwischen 16 bis 18. Die Personen erlitten dabei leichte Verletzungen. Ein 17-Jähriger, ebenfalls aus Garching, wollte schlichten. Er erhielt jedoch mehrere Schläge gegen den Kopf und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. 

Syrer macht sich an 23-Jährige ran und dreht durch

Um 20.15 Uhr kam es in einer Gaststätte zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung. Ein 24-jähriger Mann aus Neumarkt St. Veit, syrischer Herkunft, suchte anfänglich Kontakt zu einer 23-jährigen Winhöringerin aufzunehmen. Diese wollte das aber nicht und als sich die 27-jährige Begleiterin der Altöttingerin helfend einmischte, eskalierte die Situation

Der 24-Jährige nahm eine Holzlatte und warf diese nach der 27-Jährigen und traf diese oberhalb des linken Auges. Hierdurch erlitt die 27-Jährige eine Platzwunde. Anschließend warf er einen Stuhl in die gleiche Richtung und traf dabei einen Security-Mitarbeiter am Unterarm, einen 26-jährigen Neuöttinger am Kopf und einen 29-jährigen Reischacher im Genick. Danach bedrohte er die Personengruppe noch mit einer Glasflasche. Durch die eingesetzte Polizei konnte der Mann festgenommen werden. Er musste die Nacht in Polizeigewahrsam verbringen. Die weiterhin beteiligten Personen erlitten leichte Verletzungen. 

In der Bahnhofstraße in Tüßling wurde festgestellt, dass der Gartenzaun eines anliegenden Wohnanwesens beschädigt wurde. Vermutlich fand die Tat während des Faschingszuges statt. Bisher gibt es keinen Tatverdacht, weshalb Zeugen gebeten werden, sich bei der Polizeiinspektion Altötting zu melden. Der Schaden wird auf etwa 500 Euro geschätzt.

So schön wars beim Faschingsumzug in Tüßling (1)

16-Jähriger liegt in Altötting auf Straße

Und in den frühen Morgenstunden in der Nacht auf Mittwoch wurde ein 16-jähriger Burgkirchner in der Josef-Kehrer-Straße in Altötting auf der Straße liegend aufgefunden. Anwesende Jugendliche gaben an, zuvor beim Faschingszug in Tüßling gewesen zu sein. Der 16-Jährige wurde mit Verdacht auf Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.

So schön wars beim Faschingsumzug in Tüßling (2)

Bürgermeisterin Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel hatte am Dienstag in einer ersten Reaktion auf Nachfrage von innsalzach24.de von einem "guten Verlauf" des Faschingszuges gesprochen. Ersten Schätzungen zufolge waren mehrere tausend Besucher zum Zug in die Marktgemeinde gekommen.

mw/Polizei Altötting

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