Ambatana e.V. aus Tüßling

Helfen, ohne den Massai etwas aufzuzwingen

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Verena Donislreiter im Gespräch mit einer Mutter im Massailand, deren Kinder von Ambatana e.V. durch die Übernahme von Schulgebühren unterstützt werden

Tüßling - In nur 15 Monaten hat der Ambatana e.V. schon zehntausende Euro Spendengelder gesammelt - und unterstützt damit Waisen und benachteiligte Familien im Massailand.

Ende 2013 reisten Verena Donislreiter und Lena Loidl zum ersten Mal nach Kenia um dort als Freiwillige an einem Schulprojekt mitzuarbeiten. Keine zwei Jahre später sitzen die beiden ihrem eigenen Hilfsverein vor – gegründet im Mai 2014 in Tüßling. Der „Ambatana e.V.“ kann eine stolze Bilanz vorweisen. Spenden in Höhe von über 24 000 Euro weist der erste Jahresbericht für 2014 aus. „Es hat uns selber überrascht, was in so kurzer Zeit möglich ist“, sagt Verena Donislreiter, für die „Ambatana“ längst mehr ist als ein ehrenamtliches Hobby. Das Engagement für Hilfsbedürftige in Kenia hat sogar Auswirkungen auf ihre Berufswahl, aktuell schreibt sie ihre Masterarbeit für einen Studiengang Entwicklungshilfe an der „University of Reading“ in England. Das Thema: „Armut und Hunger im Massailand“. Dafür hat Verena Donislreiter mehrere Wochen lang zahlreiche Angehörige dieser Volksgruppe befragt und viel neues über die Probleme und Schwierigkeiten in Kenia erfahren. Die wichtigste Erkenntnis: „Die Massai wollen unsere Hilfe. Sie wollen ihre Kinder in die Schulen schicken, denn sie wissen, dass Bildung der Schlüssel für ihre Zukunft und die Zukunft ihres Landes ist.“ Es sei wichtig für die Arbeit im Verein, dass „wir den Menschen vor Ort nichts aufzwingen“, die Zusammenarbeit mit lokalen Hilfsorganisationen wie der Partnerorganisation YISOG ist laut Donislreiter deshalb unverzichtbar. „Das ist unser Weg.“

Ein steiniger Weg, doch der Anfang ist gemacht. 60 Mitglieder zählt der Verein inzwischen, die Aufgaben verteilen sich auf ein Führungsteam aus sieben Leuten. Ihr gemeinsames Ziel: Hilfe für Waisenkinder sowie für Kinder aus benachteiligten Familien. Die Sicherung der Grundversorgung sowie die Ermöglichung des Schulbesuchs haben Priorität. Aktuell unterstützt der Verein Monat für Monat hilfsbedürftige Kinder und deren Familien mit über 2500 Euro.

Vor Augen haben alle ein größeres Ziel: Zusammen mit YISOG soll ein Rescue Center entstehen – ein Zufluchtsort für bis zu 100 Mädchen, die von Zuhause geflohen sind, um der Zwangsheirat oder der Beschneidung zu entkommen. „Die Planungen laufen, das Grundstück ist schon gekauft, ein Architekt ermittelt gerade die Kosten.“ Verena Donislreiter rechnet mit einem mindestens sechsstelligen Betrag, der benötigt wird. „Deshalb brauchen wir Hilfe von allen seiten“. Anders ausgedrückt: Gesucht werden Familienpaten und Vereinsmitglieder, die helfen laufende Kosten zu decken, und natürlich Sponsoren. „Jeder Cent ist willkommen.“ Aktuell versteigert der Verein einen Vespa-Roller im Internet für den guten Zweck. „Ein Traum in himmelblau“, sagt Donislreiter. Gebote können noch bis kommenden Freitag auf der Homepage des Vereins abgegeben werden.

ha

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