Bahn stellte Planungen vor

Das sind die Planungen für die ABS38 zwischen Tüßling und Tyrlaching

Projektleiter Tonci Ujdur stellte sich in einer virtuellen Präsentation den Fragen zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) der Bahnstrecke München-Freilassing für den Bereich zwischen Tüssling und Tyrlaching.
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Projektleiter Tonci Ujdur stellte sich in einer virtuellen Präsentation den Fragen zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) der Bahnstrecke München-Freilassing für den Bereich zwischen Tüssling und Tyrlaching.

Tüssling/Tyrlaching - Am Mittwochabend stellte die Bahn die Pläne für den Ausbau der Bahnstrecke in der Region vor. Wir haben für euch die häufigsten Fragen sowie die Planungen für die einzelnen Orte gesammelt.

Schon bevor die Online-Präsentation der Bahn zur ABS38 am Mittwochabend startete, tauchten im Chat die ersten Fragen auf. DIe meisten davon drehten sich um das Thema Lärmschutz, bestimmte Baumaßnahmen oder Anliegen von Grundstückseigentümer, welche von der Baumaßnahme in der einen oder anderen Art betroffen sind.


Die Vertreter der Bahn, Isabelle von Kirch und Projektleiter Tonci Ujdur versprachen, dass alle Fragen, die nicht an diesem Abend beantwortet werden konnten, zeitnah auf der Website zur ABS38 nachgereicht werden sollen. Zusätzlich sind alle Interessierten eingeladen, sich jederzeit an das eigens eingerichtete Team mit Fragen zur ABS38 zu wenden. Es können auch individuelle Termine ausgemacht werden.

Die am häufigsten gestellten Fragen:


Wohin kann ich mich wenden, wenn mein Grundstück von den Baumaßnahmen betroffen ist?

Die Bahn bittet hierzu, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Auch persönliche Gespräche und Treffen vor Ort sind möglich. Aussagen zu Entschädigungszahlungen sind aber erst möglich, wenn Baurecht vorhanden ist und Gutachter hierzu arbeiten konnten.

Wie werden die neuen Gleise im Verhältnis zum alten Gleis verlaufen?

Es wird versucht werden, möglichst die Fläche des Grunds, welcher der Bahn gehört auszunutzen. Das bestehende Gleis muss, da es nicht mehr heutigen Anforderungen entspricht, auf jeden Fall ersetzt werden. Dabei wird es, je nachdem wie es für den Bau des neuen zweiten Gleises nötig ist, um mehrere Zentimeter oder Meter versetzt werden.

Wie viele Züge werden voraussichtlich wo fahren?

Hierzu könnten noch keine konkreten Zahlen genannt werden. Es gäbe zwar in den Planungen des Bundes Vorgaben, für welches Passagier- und Frachtaufkommen die Strecke jeweils ausgelegt werden müsse. Wie viele Züge dann aber tatsächlich wo und wann fahren würden, entscheide sich erst, wenn die Planungen der entsprechenden Stellen weiter vorangeschritten seien.

Wie hoch wird die Durchfahrtsgeschwindigkeit wo sein?

Grundsätzlich sollen Züge mit bis zu 160 km/h fahren können. Es gibt aber Anpassungen in bestimmten Bereichen, etwa bei den geschützten Alzbrücken. Konkretes kann aber erst gesagt werden, wenn genauere Planungen der vorgesehenen Zugverbindungen vorliegen.

Werden auch Personenzüge mit „Flüsterbremsen“ nachgerüstet werden?

Nein, da nur Güterzüge diese benötigen. Eine spezielle Bremssohle mindert nach Angaben der Bahn das Rollgeräusch auf der Schiene und sorgt für einen um zehn Dezibel geringeren Lärmpegel.

Warum werden Lärmschutzwände teilweise nicht durchgehend gebaut?

Aus Kostengründen, da Lärmschutzwände sehr teuer sind und mit Geldern des Bundes gebaut wird. Sie werden daher nur dort errichtet, wo Wohngebiete sind. Im Fall von einzelnen Wohnhäusern wird es „passive“ Lärmschutzmaßnahmen geben, also beispielsweise den Einbau von schalldichten Fenstern.

Kann man die Bahntrasse nicht einfach absenken, um so auf beiden Seiten den Effekt eines Lärmschutzwalls zu erreichen?

Das ist nicht möglich, da die Bahn genaue Vorgaben hat, wie viel Steigung beziehungsweise Gefälle eine Bahnstrecke haben darf, damit Züge diese gut nutzen können. Zudem wäre so etwas wegen der umfangreichen Erdarbeiten enorm teuer, was wegen der Verwendung von Geldern des Bundes nicht vertretbar wäre.

Warum muss der Bahnhof in Kirchweidach versetzt werden?

Die Bahn betont, es sei ihnen bewusst das einiges für den bisherigen Standort sprechen würde. Beispielsweise Modernisierungen der Gemeinde. Allerdings benötigt ein Bahnhof in Kirchweidach einen Zugang zum zweiten Gleis, wofür es einen Übergang bräuchte. Am neuen Standort ist bereits eine Brücke vorhanden, so dass es insgesamt kosteneffizienter ist, den Bahnhof dort neu zu bauen.

Was ist für die Alzbrücken in Garching geplant?

Diese sollen erhalten und ertüchtigt werden. Damit auch ein zweites Gleis Platz hat, wird eine zusätzliche Brücke errichtet.

Werden Planungen der Gemeinden, beispielsweise für neue Straßen, berücksichtigt und warum werden teils veraltete Bebauungspläne verwendet?

Die Bahn betont, sie stünden in engem Austausch mit den Gemeinden, um das Projekt auf die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. In manchen Fällen kann es passiert sein, dass Bebauungspläne, die inzwischen abgelöst waren abgefragt worden waren. Allerdings werde für jeden Schritt des Projekts wieder neu abgefragt, sodass dies bald korrigiert werden sollte.

Ausbaustrecke 38 zwischen München und Freilassing soll zweigleisig ausgebaut werden

„Um eine verbesserte Anbindung an Österreich und Knotenpunkte wie Salzburg zu gewährleisten, soll die knapp 60 Kilometer lange Strecke zwischen Tüßling und Freilassing zweigleisig ausgebaut werden“, so die Deutsche Bahn. Dazu sind 61 Kilometer neue Gleise geplant. Sie ermöglichen künftig eine Streckengeschwindigkeit von bis zu 160 km/h. Zudem müssen insgesamt 5 Bahnübergänge, 6 Bahnhöfe bzw. Haltepunkte, 24 Straßenüberführungen und 74 Eisenbahnüberführungen angepasst oder neu gebaut werden.

Das sind die Planungen für die ABS38 zwischen Tüßling und Tyrlaching

Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching
Präsentation der Deutschen Bahn zur Ausbaustrecke 38 (ABS38) zwischen München und Freilassing für den Bereich von Tüßling bis Tyrlaching © Deutsche Bahn

Die Planungen durchlaufen mehrere Phasen. Bei der ersten Planungsphase, der sogenannten Vorplanung, haben die Planer der Bahn untersucht, wie die Bahnstrecke für die Ziele des Bundes ausgebaut werden kann. Dabei werden auch die Wünsche und Anregungen betroffener Gemeinden und Anwohner berücksichtigt. Im Anschluss an die Vorplanung folgt ab 2021 die parallel stattfindende Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Dann reichen die Planer der Bahn das Projekt für das sogenannte Planfeststellungsverfahren ein, um eine Baugenehmigung für den Ausbau zu erwirken. „Dafür wird sichergestellt, dass der Ausbau alle rechtlichen Vorgaben erfüllt und in dessen Rahmen alle öffentlichen wie privaten Auswirkungen abgewogen und berücksichtigt werden.“

„Insgesamt ist es unser Ziel, große Teile der gesamten Ausbaustrecke zwischen Mühldorf und Freilassing ab 2030 in Betrieb zu nehmen“, so die Bahn. „In so einer frühen Planungsphase wie der Vorplanung handelt es sich dabei allerdings um eine erste grobe Zeitschätzung, die mit den voranschreitenden Planungen konkreter wird.“

Die Planungen für einzelne Gemenden zwischen Tüssling und Tyrlaching:

Polling und Unterneukirchen:

  • Das zweite Gleis ist in Richtung Freilassing rechtsseitig geplant
  • Erweiterung des Bahnübergangs „Mauerberg“ um das zweite Gleis mit Halbschranken
  • Neubau der zwei Eisenbahnüberführungen
  • Keine Schallschutzwand erforderlich

Tüßling:

  • Das zweite Gleis ist in Richtung Freilassing zunächst linksseitig und etwa ab dem Streckenkilometer neun geplant
  • Keine Veränderung des Bahnhofs, Erweiterung des Bahnübergangs Sägmeister
  • Erhöhung und nach der Kreisstraße AÖ14 Verlängerung der Schallschutzwände in Richtung Freilassing
  • Neubau der sechs Eisenbahnüberführungen und Anpassung einer Straßenüberführung
  • Im Fall der „Tüßlinger Kurve“ wird die kürzere Variante für eine eingleisige Verbindungskurve gewählt, die Zügen einen direkteren Anschluss von Burghausen nach Süden ermöglicht

Garching an der Alz:

  • Das zweite Gleis ist in Richtung Freilassing zunächst linksseitig und ab etwa dem Streckenkilometer 14 rechtsseitig geplant
  • Barrierefreier Ausbau des Bahnhofs und Erneuerung der Bahnsteige, sowie Neubau von drei Eisenbahnüberführungen vorab durch die Südostbayernbahn
  • Neubau von elf Eisenbahnüberführungen und Anpassung der drei Straßenüberführungen
  • Errichtung von voraussichtlich drei Schallschutzwänden an der Eisenbahnüberführung über die AÖ18 bei Mauerberg und am Bahnhof Garching

Feichten an der Alz:

  • Das zweite Gleis ist in Richtung Freilassing rechtsseitig geplant
  • Neubau der Eisenbahnüberführung und zwei Straßenüberführungen
  • Keine Schallschutzwand erforderlich

Kirchweidach:

  • Das zweite Gleis ist zunächst in Richtung Freilassing rechtsseitig und ab etwa dem Streckenkilometer 25,3 linksseitig geplant
  • Verlegung des Haltepunkts in Richtung Freilassing und damit Anbindung an die Überführung an der Burghausener Straße
  • Neubau von zwei Eisenbahnüberführungen und vier Straßenüberführungen sowie einer Eisenbahnüberführung vorab durch die Südostbayernbahn
  • Errichtung von voraussichtlich zwei Schallschutzwänden am Haltepunkt und an der Brücke in der Bahnhofsstraße

Tyrlaching:

  • Das zweite Gleis ist in Richtung Freilassing linksseitig geplant
  • Neubau der vier Eisenbahnüberführungen und zwei Straßenüberführungen
  • Keine Schallschutzwand erforderlich

hs

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