Tüßling fordert weniger Hochwasserschutz!

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Tüßling - Ist das Gutachten des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamts fehlerhaft? Die Marktgemeinde Tüßling wehrt sich gegen vermeintlich überzogenen Hochwasserschutz.

Die Hochwasserkatastrophe lässt vielerorts den Ruf nach mehr Schutzmaßnahmen laut werden - allerdings nicht in Tüßling. Die Marktgemeinde blieb vom Hochwasser weitgehend verschont und sieht darin einen Beleg dafür, dass die vom Wasserwirtschaftsamt geforderten Schutzmaßnahmen überzogen sind.

Ist das Gutachten fehlerhaft?

"Es hat sich herausgestellt, dass das Hochwasser nicht so schnell kommt, wie man vorhergesagt hat", so Bürgermeister Heinrich Hollinger. Die Vorhersagen basieren auf einem Gutachten des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, das Hollinger schlicht für fehlerhaft hält.

Der Mörnbach sei zwar über die Ufer getreten und einige Keller seien vollgelaufen, insgesamt sei man jedoch mit einem blauen Auge davon gekommen, erläutert Hollinger. "Maßnahmen müssen getroffen werden", so der Bürgermeister - aber eben nicht jene, die aufgrund des Gutachtens des Wasserwirtschaftsamts notwendig wären.

Ingenieurbüro schlägt "einschneidende Maßnahmen" vor

Auf Grundlage der Berechnungen der Traunsteiner Behörde hat ein Ingenieurbüro bereits eine Studie mit sechs Varianten für mehr Hochwasserschutz erstellt - allesamt "eher einschneidende Maßnahmen", wie Hollinger erklärt. Den Wunsch der Gemeinde, vor allem auf ausreichend Räume im Oberlauf des Bachs zu setzen, sieht der Bürgermeister bei allen sechs Varianten nicht genug berücksichtig.

Maßnahmen kosten bis zu 20 Millionen Euro

Auch die Kosten sind der Gemeinde ein Dorn im Auge. Je nach Variante kosten die Vorschläge des Ingenieurbüros 14 bis 20 Millionen Euro. Zumindest einen Teil der Kosten müsste die Marktgemeinde selbst tragen, der Rest kommt vom Freistaat.

Im Moment setzt Hollinger darauf, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu finden. Um das Wasserwirtschaftsamt zu überzeugen, hat Tüßling ein Gegengutachten anfertigen lassen. "Das Gutachten deckt sich mit unseren Vermutungen" so der Bürgermeister.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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