Gegen Bio- und Landpiraterie

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Renate Künast bei der Podiumsdiskussion in Teising.

Teising - "Wir müssen auch das Kleingedruckte lesen und verstehen", das sagte Renate Künast bei der Podiumsdiskussion der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft.

Damit meinte sie die Vorschläge der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013, die für die bäuerliche Landwirtschaft wenig erfreuliches bringen werde. In einem Impulsreferat skizzierte Renate Künast die Welt, wie sie sich im 21. Jahrhundert präsentieren wird: Die Zahl der Menschen weltweit werde von sieben auf neun Milliarden ansteigen, gerade in den Schwellenländern erhöhe sich das Einkommen rasant, damit verbudnen die Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Künast sprach von einer Verdreifachung des Fleischbedarfs. Dazu komme eine Verknappung der Energie und der Klimawandel. Deshalb stellte sich die Grünen-Chefin zwei Fragen "Was essen wir morgen?" und "Wie produzieren wir das?" Zwei unterschiedliche Modelle stellte sie dazu vor: Die industrielle Landwirtschaft, die von der Bundesregierung immer verniedlichend Bioökonomie genannt werde. Und die nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft, die beispielsweise im Weltagrarbericht 2008 als dringend notwendig empfohlen wurde. "Oder können sie sich Urlaub auf dem Bauernhof zwischen einer Biogasanlage und einem Mastviehstall mit 50 000 Tieren vorstellen?" Keine Agrarsteppen, sondern Kulturland Künast forderte, dass man zum einen Rücksicht auf den Boden nehmen müsse und zum anderen mehr in regionalen Wirtschaftskreisläufen denken müsse. Hier kritisierte sie die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die auf der einen Seite auf Massenproduktion setze, auf der anderen Seite aber über Lebensmittelverschwendung klage. Künast plädierte auf eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln: "Nur wo landwirtschaftliche Produkte drinnen sind, dürfte auch mit einer Kuh auf der Weide geworben werden."

hsc

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Montagsausgabe des Mühldorfer Anzeigers.

Zurück zur Übersicht: Region Alt-/Neuötting

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser